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Konzert-Bericht
 
Die Rock N Roll-Retter

The Subways
Twin Atlantic/ Blackmarket

Hamburg, Große Freiheit 36
09.11.2008

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The Subways
Eine Geschichte soll man zwar von vorne beginnen, aber diesmal können wir nicht anders. Weil das große Finale dieser Show einfach zu großartig war. Zu einzigartig, beeindruckend und fabelhaft. The Subways spielen ihre Zugabe und nachdem Sänger Billy der Menge mit schmutzigen Worten eingeheizt hat und sich die "Rock N Roll Queen" dem Ende nähert, besteigt er erst das Schlagzeug, nimmt Anlauf und springt dann mit einem großen Satz über den Fotograben direkt in die Menge. So weit, so normal. Doch der Kerl surft lässig an die Seite, klettert auf den mit Fans gefüllten Balkon und balanciert dann eiskalt auf dessen Balustrade einmal um den ganzen Club. Spot an, Mund auf, Billy ist Gott. Auf der anderen Seite der Großen Freiheit 36 angekommen, wirft er noch einen kurzen Blick nach unten, hebt die Hände und springt tatsächlich kopfüber herunter. Aus weit über drei Metern, ohne Netz und doppelten Boden, direkt in die Arme der jungen, kreischenden, begeisterten Masse. Das ist Rock N Roll. Und The Subways vermutlich dessen Retter.
Nicht nur weil sie eine so wunderbare Band sind, sondern weil sie der jugendliche Meute auch zwei starke Supports präsentieren, die sonst sicher (noch) nicht die Gelegenheit hätten, vor so vielen und vor allem so begeisterungsfähigen Leuten zu spielen. Den Anfang machen Blackmarket, deren Album "The Elephant In The Room" zwar erst am 28. November 2008 bei uns erscheint, die aber dermaßen bejubelt wurden, dass sich manch einer fragte, ob er nicht den nächsten heißen Scheiß verpasst hätte. Das Quartett schrammelt sich 30 Minuten durch ihren Indie-Rock zwischen Nine Black Alps und Nada Surf, agiert dabei sympathisch-hippelig und Sänger Daryl Lamont entschuldigt sich zwischendurch für sein Englisch. Jemand im Publikum fragt, woher sie denn kommen. "Aus den Staaten." Nette Jungs. Die nachfolgenden Twin Atlantic kommen aus Schottland und legen fulminant los. Langhaarig, laut und lärmend, schreiend und springend brettern sie nach vorne und auch sie können die Subways-Fans überzeugen. Mit der Zeit zeigen sie ihre Vielfalt, stimmen leisere Töne an und greifen sogar zu Cello und Keyboard. "Unsere EP ist leider ausverkauft", erzählen sie stolz, aber nicht überheblich. "Wenn wir euch also gefallen, müsst ihr bei iTunes kaufen." Als Freund von Tonträgern ärgert einen das. Doch für die Band man freut sich. Natürlich.
Ausverkauft ist auch die Große Freiheit 36. Alle sind gekommen, um sich eine der derzeit unbestritten besten Bands live anzuschauen. Billy kommt gleich mal direkt oben ohne auf die Bühne, Charlotte tanzt schon fast, bevor es losgeht und kaum erklingen die ersten Töne von "Kalifornia", brechen alle Dämme. Überall. Das Trio tickt aus, wirbelt und schreit und singt und ist einfach nur beängstigend gut. Im Gegensatz zu früheren Shows der Subways aber fällt auf, dass jeder mehr sein eigenes Ding macht. Nur noch selten treffen sich die beiden Ex-Verlobten auf der Bühne, der Flirtfaktor ist nach ihrer Trennung nicht ganz überraschend auf Minimum reduziert. Meist makiert Billy die Rampensau, er redet deutlich mehr und heizt den Leuten ein. Musikalisch gibt es keine Überraschungen, jeder der insgesamt 15 gespielten Tracks stammt von ihren beiden Alben, wobei gleich neun von "All Or Nothing" stammen. Zwischen "Alright", dem Konzert-Highlight "Shake! Shake!" oder "I Won't Let You Down" verirren sich mit "Oh Yeah", "Mary" oder "I Want To Hear What You Have Got To Say" nur wenig Debüt-Kracher. Doch das macht nichts, das neue Album ist eh besser und so ist alles bestens. Eine gute Stunde toben sich die Subways und ihre Fans aus, schwitzen und trinken, springen und sind glücklich. Es ist großartig und einer sagt, die Subways wären die beste Liveband der Welt. Das sagt er vor der Zugabe, vor "Girls & Boys" und vor der "Rock N Roll Queen". Keine Widerworte erlaubt.

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Surfempfehlung:
www.thesubways.net
www.thesubways.de
www.myspace.com/thesubways
www.twinatlantic.com
www.myspace.com/twinatlantic
www.myspace.com/blackmarketaz
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-


 
 

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