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Bridge over Troubled Water

Kings Of Convenience

Köln, Prime Club
18.06.2001
Kings Of Convenience
Warum sie sich denn Kings Of Convenience nennten, wollten wir beim Interview weiland von Erlend & Eirik aus Nowegen wissen. Das wäre an diesem Abend klar geworden: Auf der Bühne des Prime Club stand nämlich außer zwei Mikroständern nix. Die Kings Of Convenience machen ernst und spielen pur und akustisch vor sich hin - ganz nach dem Motto ihres aktuellen Albums "Quiet Is The New Loud". Das ging dann sogar soweit, daß Erlend die anwesenden Fotografen bat, doch nicht immer so laut zu knipsen.
Kings Of Convenience
Was auch wieder Sinn machte, denn entgegen der üblichen Gewohnheiten, war das (zahlreich erschienene, jugendliche) Publikum tatsächlich mucksmäuschen still und andächtig. Zum Ende der Stücke brandete dann jeweils tosender, langanhaltender und etwas überproportionaler Applaus auf. Schön für die Jungs. Denn während sich gleichgesinnte Musikanten mit akustischem Liedgut vor leeren Schuppen die Finger blutig spielen, strömt die Jugend zu den Kings Of Convenience. Woran liegt's? Sicher, die relaxten Folksongs des Duos sind charmant und haben Pop-Appeal - nur etwas wirklich besonderes stellen sie auch wieder nicht dar. Ein Gutteil des Charmes machte sicherlich die sympathisch linkische Live-Präsenz der beiden Jung-Tenöre aus - verstärkt noch durch sprachlich bedingte Holprigkeiten, die für empathisches Kichern sorgte. Der wahre Grund ihres Erfolges liegt aber wohl darin, daß die KOC zum geeigneten Zeitpunkt auf der Bühne des Geschehens aufgetaucht sind, um die Welt mit einer Emulation von Simon & Garfunkel-Ästhetik zu beglücken. So etwas können die vorwiegenden jugendlichen Fans ja noch nicht gesehen haben. Für sie ist diese Art des Musizierens (angesichts von allgegenwärtger Elektronik und Breitwandgitarren) etwas vollkommen Neues. Ob Erlend & Eirik das recht ist, kann man nicht so recht einschätzen, aber bewußt ist es ihnen allemal. Beim Interview damals sagte Erlend ja auch, daß man weg vom Schubladendenken wolle, mehr zum Entertainertum hin. Wenngleich dieses noch eher in weiter Ferne liegt, sind erste Ansätze aber bereits zu erkennen. Die locker eingestreuten Geschichten um die Songs, angeregte Plaudereien mit dem Publikum oder eingestreute Bonbons wie eine von Mark Kozelek inspirierte AC/DC-Coverversion oder das neue, spaßige Stück ("Nicht schön, aber ein Song ist es allemal" - wie Erlend sagte) von den Businessbeziehungen in Stockholm, daß Erlend beim Interview als richtungsweisend bereits ansang, erwiesen sich als Publikumsfavoriten. Mehr als das, was KOC mit ihren beiden Gitarren in Köln erreichten, ist heutzutage sicherlich nicht drin. Insoweit dürfen wir gespannt darauf sein, wie sich dieses Duo musikalisch weiterentwickeln wird. Insbesondere dann, wenn die erste Überraschungsbegeisterung erst mal verflogen ist.
Text: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-


 
 

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