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Konzert-Bericht
 
Kickstart the year

Sylvium
Minor Giant / Adeia

Utrecht, Starsound Studio
11.01.2014

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Sylvium
Soviel gleich vorab: Hier geht es diesmal schlimmer zu, als bei Annette Schavans Doktorarbeit. Im Gegensatz zu sonstigen Gepflogenheiten hat sich das diensthabende Schreibluder mal stärker an einem anderen Konzertbericht als an seinen eigenen "Notizen" orientiert. Zum einen, weil wir die Mottos des Abends ("Celebrate 2014", "Kickstart the year") sehr ernst genommen haben - und besagte Notizen daher ohnehin nur noch höchstens für Ägyptologen und Medizinstudenten interessant waren. Zum anderen, weil jener andere Live Review (vgl. erste Surf-Empfehlung) nicht nur die Atmosphäre des Ganzen ideal einfängt, sondern auch ansonsten eine geradezu akribische Datensammlung demonstriert, z.B. alle Besetzungen und Set lists an Bord hat.
Worum ging es denn überhaupt? Na, um die Idee, dass man die Festival- und Konzert-Saison eigentlich nicht gut und früh genug im Jahr zünden kann. Das hatte uns auch sofort eingeleuchtet, und als dann noch die großartigen Sylvium als Headliner angekündigt wurden, waren die Tickets (für ultrafaire 5€) genauso schnell gekauft wie auch ein Quartier gebucht. Was wir damals noch nicht wussten: Dass zumindest das Zielgebiet in Utrecht wie eine Mischung aus Köln Chorweiler und Godorf wirkt...

Also: die größte Dichte von Möbelhäusern, die je ein Mensch gesehen hat. Sonst nichts - Samstagnachmittags kein offenes Geschäft, keine Lebensmittel, kein Bäcker, kein Kiosk, genau nichts. Nur eines der zahllosen Möbelhäuser - jenes mit "Knut" - fungierte qua Öffnungszeiten noch als Wasserloch. Wie auch immer: Unter Lautstärke-Aspekten ist eine solche hundstiefverfrorene Gegend natürlich ideal für ein Studio wie das Starsound, der Tribüne dieses speziellen Abends.

Tribüne, aber nicht Gastgeber: Denn das waren Peter Lindenbergh (Freia Music) und Tom de Wit (Layered Reality Productions). Und diese beiden netten und wagemutigen Menschen konnten sich über eine ausverkaufte Veranstaltung freuen. Rund 150 Menschen füllten den Raum ideal aus - grad nicht zu viel und sicher nicht zu wenig.

Adeia aus Rotterdam eröffneten pünktlich. Auch und gerade optisch bietet das Septet mit klassischem Hintergrund viel, und das von Anfang an: Ruben van Kruistum eröffnet solo, nur mit seinem Cello. Auftritt Laura ten Voorde mit ihrer durchsichtigen Geige, in der ab einem gewissen Pegel Lichter (LEDs?) zu leuchten beginnen - das ist doch mal etwas ein ganz anderer Anblick als immer nur (ja durchaus tolle) ältere Herrschaften wie Eddie Jobson - und brachte einen Sound, der in manchen Passagen dem Diablo Swing Orchestra nicht ganz unähnlich war. Auch Sänger Franc Timmermann ist ein Pfund, mit dem Adeai mächtig wuchern kann: Er beherrscht sowohl cleanen wie growligen Gesang. Eher schüchtern und über die ansonsten brillante PA kaum hörbar war Keyboarderin Wendy Heuvelmans. Beim Abschluss "Inheritance" reiben sich Cello und Geige in effektvollen zweistimmigen Parts. Die Rezension von Adeias Erstling "Hourglass" folgt übrigens schnellstmöglichst in diesem Kino.

Flott, aber für das Socialising auch wiederum nicht zu schnell folgte mit Minor Giant eine weitere positive Überraschung. Als Quintett mit zwei Keyboardern erzeugen die Miniriesen einen Sound zwischen The Flower Kings und The Tangent, erklärten sich aber als vor allem von Neal Morse beeinflusst. Jordi Repkes' Gitarrensolo im letzten Drittel von "The Road" war atemberaubend, das ganze Set machte entschieden Lust auf mehr und auf das seit mindestens einem Jahr überfällige Debütalbum.

Zeit für den "Headliner" - für den dieses allerdings erst sein drittes öffentliches Auftreten überhaupt bedeutete. Speziell, wie alles an Sylvium, Dennoch wirkten Richard de Geest (voc, guit), Ben van Gastel (guit), Richard de Geest (guit, voc), Greg Geurtsen (drms), Gijs Koopman (bss, bss pedals) sowie Antal Nusselder (key) bei diesem Set wie eine perfekt eingespielte Einheit, die auch größere Hallen mühelos in ihren Bann gezogen hätte. Aufgrund Gijs' so wuchtigen wie prägnanten Bass-Spiels ist Riverside immer eine Referenz im Raum, aufgrund seines Aussehens und Stage Outfits sind es aber noch eher Deep Purple bzw. Roger Glover. Was Richards Gesang anging, so fühlte sich Mario van Os offensichtlich stark an Ray Wilson erinnert - wir hören da immer noch mehr eine verdammt angenehme, coole Mischung aus John Wetton und Chris Rea. Und die war schlicht perfekt, um diesen Burn-in für 2014 zu dirigieren!

PS: Für den 10.01.15 ist das "Celebrate 2015!" bereits angesetzt...

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Surfempfehlung:
www.progwereld.org/cms/recensies/concert/celebrate-2014-met-adeia-minor-giant-en-sylvium-11-januari-2014-starsound-studio-utrecht/
www.adeiaphobia.com
www.minorgiant.com
www.sylvium.com
www.freia-music.com 
www.layered-reality.com
www.starsoundstudio.nl
youtu.be/6M08C6QKAlE
youtu.be/B4oUU_OjidY
Text: -Klaus Reckert (inspiriert von Mario van Os)-
Foto: -Tobias Berk-

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Mehr über Sylvium:
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Mehr über Adeia:
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