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Konzert-Bericht
 
Attitüde und Selbstverständnis

Crash Tokio

Münster, Luna Bar
22.12.2004
Crash Tokio
Fast könnte man meinen Crash Tokio absolvierten ein Heimspiel, als sie am Mittwoch in Münster so fröhlich schäkernd in der Luna Bar standen: Ungezwungen und äußerst unaufdringlich plauderte das Quartett mit dem Publikum, konnte lauthals über sich selbst lachen und sowieso nahm man an diesem Abend irgendwie alles nicht ganz so ernst. Aber vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass Crash Tokio sich auf Bühnen eben pudelwohl fühlen, "auch wenn uns kaum jemand zuhört", wie Sänger Pese augenzwinkernd in Richtung Thekenbereich bemerkte.
Eine Anspielung mit Wirkung: Die kommenden 30 Minuten gehörte allein den vier sympathischen Münchenern, die ihren Indie-Gitarren-Pop momentan auf ausgedehnter und von Gaesteliste.de präsentierter Deutschlandtour verbreiten. Sehr zur Freude von Menschen mit Miles-Shirts, Readymade-Button und Oasis-Attitüde. Natürlich ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass Crash Tokio aus der gleichen musikalischen als auch zum Teil regionalen Ecke wie die Sportfreunde Stiller, Virginia Jetzt! oder eben Miles (Bassistin Nina zupft auch dort) stammen, doch ist man von Abkupferei noch weit entfernt. Es ist diese Punkrock-Attitüde, diese rauen Seiten der glatten Songs und das Selbstverständnis von tanzbarem Pop, das Crash Tokio ihre Eigenständigkeit bewahren lässt. Manchmal schien zwar die musikalische Struktur etwas zu subtil und vorhersehbar, doch umso größer der Eifer in den Zuschauerrängen: Da wurden sogar Songs mitgeträllert, die bis dato gänzlich unbekannt waren. Tja, Sachen gibt's, die will man nicht verpassen. Wie der Schlagzeuger mit einem bis fast an die Decke reichenden Becken spielt, zum Beispiel. Oder die unsagbar smarte Coverversion vom Madness-Klassiker "It Must Be Love". Gerne wäre man auch noch über die uminöse Geschichte um den "Bernd vom letzten Mal" aufgeklärt worden, aber "wir sind doch hier zum Musik spielen und nicht zum quatschen", verteidigen sich Crash Tokio. Ja, stimmt schon, das aktuelle Album "We Are Plastic" verdient viel mehr Aufmerksamkeit. Ist nämlich nicht alles nur Style, wie mal schnell behauptet wird. Aber trotzdem, dieses beiläufig witzige Entertainment war mindestens genauso großartig. Und charmant obendrein. Ungewollt, aber toll.
Surfempfehlung:
www.crashtokio.com
Text: -Annette Kessen-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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