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Äußerst lebendig

Go-Betweens

Düsseldorf, Zakk
24.07.2003

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The Go-Betweens
In Zeiten der "Deutschland sucht den Superstar"- und "Starsearch"-Dauerberieselung kann man leicht vergessen, dass einem Künstler nichts Besseres passieren kann, als eigene Songs zu haben, die in die Kategorie "zeitlose Klassiker" fallen. Ein, zwei pro Band, mehr verlangen wir ja gar nicht. Robert Forster und Grant McLennan haben aber Dutzende davon, und deshalb war ihr Auftritt in Düsseldorf auch so großartig. Als Instrumentalisten und Performer sind die Australier auch nach rund 25 Jahren im Geschäft weiterhin Minimalisten, aber wer gut 90 Minuten auf der Bühne stehen kann, ohne einen einzigen langweiligen oder uninspirierten Song zu spielen, dem gebührt zweifelsohne schon Respekt. Zumal die Go-Betweens eine der wenigen Bands sind, die eine ganz eigene Musiksprache entwickelt haben und diese im Laufe der Jahre perfektionieren konnten, ohne sich den Traditionen zu ergeben (weswegen die Flanellhemd Fraktion auch so ihre Schwierigkeiten mit der Band hat). Go-Betweens-Songs sind für den Fan schlicht notwendig. Punkt.
Und die beiden Herren wissen sehr genau um ihre Stärken. Dass McLennans Songs auf dem neuen Album "Bright Yellow, Bright Orange" im Vergleich zu denen des Kollegen Forster etwas abfielen, machte da gar nichts: Während sich Forster tendenziell eher auf neuere Stücke verlegte (um dann später am Abend für "Dive For Your Memory" oder "Spring Rain" doch noch in die "Greatest Hits"-Kiste zu greifen), legte McLennan von Beginn an mit alten Krachern los: "Bye Bye Pride", "Was There Anything I Could Do?", und "Bachelor Kisses" waren bereits gelaufen, bevor die erste Viertelstunde des Konzertes vorüber war.

Die Go-Betweens können sich glücklich schätzen, ein Publikum wie das ihre zu haben. Denn wer dermaßen von der Begeisterung der Fans getragen wird, der wächst über sich hinaus - wie auch an diesem Abend. Fast schien es, dass besonders Forster in seiner gewohnt kühlen Art die (verständliche) Begeisterung vor der Bühne zu viel zu sein schien. Wenn er dann allerdings mit seinen theatralischen Pfauenposen am vordersten Bühnenrand umherstolzierte war klar: Auch ihm macht das, was er tut, einen Riesenspaß. "Hier ist ein Gitarrenriff, das ich von Jeff Beck gelernt habe", meinte er beispielsweise lakonisch um dann ein weiteres Go-Betweens-spezifisches Zwei-Ton Riff loszulassen. Es war aber McLennan, der sich als Alleinunterhalter des Abends entpuppte. Als ihm bei "Right Here" zum Beispiel zum wiederholten Male eine Gitarrensaite riss, stelle er das Instrument einfach in die Ecke und versuchte sich mit Mikro in der Hand erstaunlich souverän als Crooner und Publikumsanimateur im Stile eines Phil Collins. Nicht zuletzt wegen seiner Frisur (bzw. des Fehlens derselben) ein passender Vergleich - obwohl Collins natürlich in seinem Leben keinen Song geschrieben hat, der nur annähernd an die Werke McLennans herankäme.

Bassistin Adele Pickvance, die mit Drummer Glenn Thompson die aktuelle Besetzung vervollständigt, machte ihre Sache als zweite Stimme bei vielen Songs übrigens ausgezeichnet - was wohl unter anderem daran lag, dass wirklich alle tierischen Spaß hatten. Das ist es auch, was Foster damit meinte, als er einmal sagte, wie wichtig es für ihn sei, dass sich die Band gut fühle. ("Und gut aussieht" - wie McLennan ergänzte): Die Go-Betweens leben!

Die echten Highlights des Abends waren allerdings die (wenigen) Nummern, die Forster und McLennan gemeinsam sangen. Allen voran "Too Much Of One Thing" aus dem neuen Album, das trotz epischer Länge und durchaus ernstem Inhalt wie alle Go-Betweens-Stücke ein echter Popsong ist. Immer dann nämlich, wenn's zu seriös zu werden scheint, kommt ein "Ba-Ba-Ba"-Chorus, und die Party geht von vorne los. Fast noch besser geriet "Spring Rain" - mit denselben Charakteristika, aber kurz, knapp und ungestüm zelebriert.

Ganz zum Schluss kamen die zwei Protagonisten noch einmal alleine auf die Bühne, um als Duo die schöne Ballade "Love Is A Sign" aus "16 Lovers Lane" zum Besten zu geben. Eigentlich hätte die Show dann zu Ende sein können, doch das Publikum wollte mehr. Und so schnappte sich McLennan zum ersten und einzigen Mal an diesem Abend den Bass, und es gab als Rausschmeißer sogar noch "Lee Remick" zu hören! Letztendlich hatten die Go-Betweens alle ihre Hits gespielt, aber es trotzdem geschafft, nicht den Eindruck einer schnöden "Greatest Hits"-Show zu vermitteln. Schon das Konzert vor drei Jahren im Kölner Prime Club war vielerorts als große Rückkehr gefeiert worden, aber die Show in Düsseldorf war ganz einfach noch besser!

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Surfempfehlung:
www.go-betweens.net
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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