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Phillip Boa And The Voodooclub
Collieelectric

Krefeld, Kulturfabrik
23.09.2006

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Phillip Boa
Kleine Rückblende ins Jahr 2003: Gaesteliste.de trifft auf Phillip Boa, um mit ihm über sein damals aktuelles Album "C-90" zu reden. Dabei wird auch das besondere Trilogy-Konzert von The Cure angesprochen - dort hatte die Band drei Alben komplett von vorne bis hinten, in der Original-Reihenfolge gespielt. Auch ein Fall für Boa? Seine Antwort damals: "Ich kann 'Hair' spielen, das ist ein wichtiges Album - das wird zumindest auch immer wieder in den Magazinen erwähnt, dass es eins der besten Alben aus Deutschland sei. Aber das ist so kompliziert zu spielen, das ist fast unmöglich, das ist das Problem. Die neue könnte man machen, die erste oder zweite, dann 'Boaphenia' oder so. Das hört sich gut an, aber die einzuproben, das wäre unendlich viel Arbeit!" Mit "Copperfield", "Hair" und "Hispanola" wurden nun drei wichtige Alben remastered und wiederveröffentlicht, und obwohl es nicht die kompletten Alben geben sollte, so kündigte Boa an, einige besondere Konzerte spielen zu wollen, auf denen ausschließlich Songs aus den erwähnten Alben zu hören sein würden. Die "Re-Mastered Tour 2006" machte auch in der Krefelder Kulturfabrik Halt.
Hinter dem Supportact Collieelectric versteckten sich niemand anders als die Lokalmatadore Jansen - wenngleich in neuem musikalischem Gewand. Wurde Markus Maria Jansen bisher gerne das Prädikat Schräg-Pop angeheftet, ging es hier wesentlich rockiger zu, ja, das war bisweilen fast schon Alternativ Rock - übrigens mit englischen anstatt mit deutschen Texten und einem "Cover" von M. Walking On The Waters "Poison". Folglich brauchte Drummer André Hasselmann auch keine Besen, Philip Lethen spielte ebenfalls den elektrischen anstatt den Kontrabass und auf weiteres Beiwerk oder Effekte wurde - abgesehen vom Leuchtzeichen mit dem Bandnamen im Hintergrund - gleich ganz verzichtet.
Kaum waren Boa & Co. auf der Bühne, gab es zur Sicherheit für alle diejenigen, die vielleicht nicht so genau auf die Konzert-Plakate geschaut oder einfach nichts davon mitbekommen haben, nochmal den Hinweis, dass dies kein normales Konzert werden würde, sondern nur Songs aus drei Alben gespielt werden. Dementsprechend ging es los mit Material aus "Copperfield". "Laugh, Planet", "Hyena", "Crash, Crack" sorgten für einen tollen Auftakt, allerdings brauchte das zahlreich erschienende Publikum doch noch bis zur vierten Nummer, "Lunatics Over Brighton", um zumindest ansatzweise aufzutauen. Mit "Andy W.", "Scotland Yard" und "Revolution, Bebe!" hatten einige Anwesende noch ein paar Schwierigkeiten, doch spätestens mit "You Sent All My Letters" vom folgenden "Hair"-Album waren alle wieder auf einem gemeinsamen Nenner. Die "Hair"-Songs kamen - wie Boa ja auch im Interview verlauten ließ - noch am besten rüber, schließlich spielt die Band viele dieser Songs auch auf "normalen" Konzerten und entsprechend locker und vor allem grandios wirkten die Versionen. Bei "Albert Is A Headbanger" kam es selbverständlich auch zu einem kleinen Moshpit vor der Bühne. "Hispanola" war die dritte und letzte Platte des Abends, aus der es u.a. solche Meisterwerke wie "I Don't Need Your Summer", "Rocshee" und "De-Generators" zu Gehör gab, bevor sich die Band in die kurze Pause verabschiedete.

Überhaupt die Band: Schon Anfang des Jahres beim Konzert in Wuppertal machten Boa, Pia Lund & Co. einen hervorragend aufeinander eingespielten Eindruck, der auch bei dem teilweise komplizierten Material der "Re-Mastered Tour" bestätigt wurde. Kaum ein grober Schnitzer, und wenn, dann passte es doch noch irgendwie zum Song, schließlich leben viele Stücke einfach von den ungewöhnlichen Elementen, die sich aus Pop, Rock und Avantgarde zusammenfinden. Boa selbst war an diesem Abend in Krefeld auch recht redselig, fast zu jedem Song gab es kleine Entstehungsgeschichten oder Hintergrundwissen. Für den Zugaben-Block hat die Band sich jeweils den "größten" Hit der jeweiligen Platte aufgehoben - so wurde das Publikum mit "Kill Your Ideals", "Container Love" und "This Is Michael" vollkommen zufrieden und sehr glücklich nach über zwei Stunden Spielzeit nach Hause geschickt. Und einmal mehr musste bzw. konnte man sich einfach restlos darüber freuen, dass es einen Phillip Boa in der deutschen Musikszene gibt.

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Surfempfehlung:
www.phillipboa.de
www.boamania.de
www.phillipboa.com
www.blog.sunfeel.de
Text: -David Bluhm-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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