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Konzert-Bericht
 
Mann der leisen Töne

Adam Torres

Rees-Haldern, Haldern Pop Bar
24.01.2018
Adam Torres
Adam Torres passt nach Haldern wie kaum ein Zweiter. Heute mag der amerikanische Singer/Songwriter zwar in Austin, Texas, zu Hause sein, seine leise-tiefgründigen Indie-Folk-Songs allerdings klingen wie in Töne gegossene ländliche Idylle - ganz besonders, wenn er wie an diesem Auftaktabend seiner aktuellen Europa-Tournee ganz allein auf der Bühne steht. Naturverbunden ist aber nicht nur der Sound mit Akustikgitarre und Torres' erhabenem Falsettgesang. Auch in seinen Texten tauchen Metaphern wie Berge, Ozeane oder Himmel des Öfteren auf, von der "Green Mountain Road" im "Morning Rain" geht es hinab zum "Mountain River". Da hätte er zur Mitte der Show das Treiben rund um die Haldern Pop Bar eigentlich gar nicht mehr als "Traumcommunity" beschreiben müssen - das andächtige Publikum hatte er zu dem Zeitpunkt nämlich längst auf seiner Seite.
Adam Torres
Die sehnsuchtsvollen, oft melancholischen Lieder, die Adam Torres an diesem kalten Mittwochabend spielt, stammen praktisch allesamt aus seinen letzten beiden Veröffentlichungen, dem Album "Pearls To Swine" und der EP "I Came To Sing The Song". Im Studio mit einer Band aufgenommen, in der die texanische Songwriterin Aisha Burns Geige spielt und Swans-Percussionist Thor Harris den Rhythmus vorgibt, verlieren die Songs auch solo nichts von ihrer oft etwas mysteriös anmutenden Schönheit, wenn Torres trotz der sparsamen Begleitung Bilder von malerischen Landschaften im Breitwandformat zeichnet und seine Hörerschaft auf eine Reise im Geiste mitnimmt. Das feine Fingerpicking bei "Hatchet" und das Gefühl der staubig-einsamen Weite von "Juniper Arms" bleiben dabei ganz besonders im Gedächtnis.
Adam Torres
Ähnlich besinnlich wie mit seinen Liedern gibt Torres sich auch zwischen den Songs, denn ganz offenbar ist er nicht nur musikalisch ein Mann der leisen Töne, wenngleich nicht ohne unterschwelligen Humor. "Der nächste Song handelt von einem wiederkehrenden Albträumen - so wie wir sie in Amerika derzeit jeden Tag erleben!", sagt er vor "Some Beast Will Find You By Name". Doch auch wenn er seine Texte gerne mit Metaphern verschleiert: Seinem Unmut über die derzeitige US-Regierung und ihren Präsidenten ("Ich werde seinen Namen nicht nennen!") macht er mit ungewöhnlich deutlichen Worten Luft, als er - selbst Nachfahre mexikanischer Einwanderer - die Immigrationspolitik der USA verurteilt und dem Thema mit "Dreamers In America" auch gleich noch ein neues Lied widmet. Vielleicht auch, weil seine Songs gerade in den heruntergebrochenen Soloversionen wiederkehrende Muster in puncto Aufbau offenbaren, verabschiedet sich Torres bereits nach etwas mehr als 45 Minuten. Doch auch das passt, denn bei diesem Auftritt war in jeder Hinsicht weniger mehr.
Surfempfehlung:
www.adamtorres.tv
facebook.com/adamtorresmusic
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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