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Konzert-Bericht
 
Jenseits der Wohlfühlzone

Bernd Begemann & Kai Dorenkamp

Köln, Kulturkirche
02.05.2018

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Bernd Begemann
Es gibt Künstler, die erfinden sich alle paar Jahre neu, es gibt aber auch welche, die haben das nicht nötig. Für Bernd Begemann gilt zweifelsohne Letzteres, denn der Hamburger Singer/Songwriter und Unterhaltungskünstler hat bereits früh in seiner inzwischen 25-jährigen Solokarriere die genau richtige Melange aus Können und Klamauk für sich entdeckt, mit der er auch nach all den Jahren Abend für Abend auf den großen und kleinen Bühnen der Republik abräumt. Nach der Veröffentlichung seines aktuellen Albums, "Die Stadt und das Mädchen", wagt er sich nun allerdings auch auf der Bühne ein gutes Stück aus seiner Wohlfühlzone heraus.
Eigentlich laufen seit Jahr und Tag alle Bernd-Begemann-Konzerte ähnlich ab: Der inzwischen 55-Jährige kommt auf die Bühne, schnappt sich seine feuerrote Stromgitarre und singt drei Stunden lang feine Songs zwischen Klamauk und Scharfsinn und quasselt sich dazwischen in bisweilen selbst gewählten Grenzen des guten Geschmacks humorvoll um Kopf und Kragen. Der Auftritt in der gut gefüllten Kulturkirche in Köln allerdings beginnt anders. Lediglich begleitet von Kai Dorenkamp, dem Pianisten seiner langjährigen Begleitband Die Befreiung, bewegt sich Begemann mit seinem aus alten Liedern neu zusammengestellten romantischen Liederzyklus über die Irrungen und Wirrungen einer Frau in der Großstadt, zunächst jenseits des Alltäglichen. Das heißt: Keine Gitarre, keine albern-zynischen Ansagen, nur Begemann im dunklen Dreiteiler als weltmännischer Entertainer nach Sinatra‘schem Vorbild, der zur Klavierbegleitung zwischen Klassik, Cale und Springsteen mit viel Inbrunst und ohne Angst vor Theatralik, vollkommen konzentriert auf seinen Gesang, Deep Cuts aus 30 Jahren vorträgt. Bestimmen sonst bisweilen Zurufe aus dem Publikum das Programm, bekommen die Gäste dieses Mal - ganz klassisch - für den ersten Teil einen kleinen Programmfolder mit Liederfolge und Besetzung in die Hand gedrückt.
Nach der Pause wird es dann merklich lockerer, und das nicht nur, weil der Protagonist in ein bequemeres Outfit geschlüpft ist. Auch musikalisch kehrt Begemann samt Gitarre - mal mit, mal ohne Dorenkamp am Piano - ins altbekannte Fahrwasser zurück, spielt seine Hits von "Fernsehen mit deiner Schwester" bis "Nichts erreicht außer dir" und landet am Ende dort, wo für ihn vor über 30 Jahren alles angefangen hat: "Unten am Hafen". Die strikte Curfew in der Kulturkirche verhindert ein Ausfransen des Freestyle-Teils, doch gerade wegen der Kompaktheit - es war ein abwechslungsreicher Abend!

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Surfempfehlung:
www.bernd-begemann.de
facebook.com/BerndBegemann
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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