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Lilly under clouds

Lilly Among Clouds

Köln, Rufffactory
14.06.2018

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Lilly Among Clouds
So schnell kann es gehen: Eben noch schwebte Lilly in den Wolken - da holte sie der Regen auch schon auf den Boden der Tatsachen zurück. Konkret bedeutete dieses, dass das Kopfhörer-Guerilla-Konzert der B-Sites-Reihe, das eigentlich im Freien hätte stattfinden sollen, wegen des pünktlich einsetzenden Sommerregens bereits zum wiederholten Male in die Rufffactory (eine alte Fabrikhalle im Kölner Stadtteil Ehrenfeld) hatte verlegt werden müssen. Das war dann Lilly Under Clouds, sozusagen!
Ein Problem war diese Planänerung dann insofern, als dass deswegen ja nicht weniger Gäste den Weg zum bis kurz vor Beginn geheimen Austragungsort des Konzertes suchten (und fanden): Der Schuppen war dann bis auf den letzten verfügbaren Quadratzentimeter belegt. Für Lilly und ihre aktuelle Konzertpartnerin, die Cellistin (und Bassistin/Backing-Sängerin) Clara Jochum, war eine Veranstaltung in dieser Art natürlich eine neue Sache - obwohl sie bereits zuvor bei ihrem Konzert in der Kölner Wohngemeinschaft Anfang 2016 Kontakt zu dem B-Sites Team gehabt hatte. Dementsprechend angespannt erschien sie dann auch zunächst - zumal es gar nicht so einfach war, das Setting mit Piano, Gitarre, Keyboard, Computer, Cello, Percussion-Set und den zwei Stimmen auf das "lautlose" Kopfhörer-Konzept einzupegeln. Die ganzen Bedenken verflogen dann allerdings sogleich als das in dieser Beziehung geübte Publikum Lilly mit einem herzlichen Begrüßungsapplaus ermunterte, die Kommunikation trotz des ungewohnten Settings aufrecht zu erhalten. Das ging dann am Ende sogar so weit, dass Lilly die Fans überreden konnte, trotz der Kopfhörer, wie üblich den Refrain von "Listen To Your Mama" mitzusingen.
Für diese Veranstaltung - bzw. diesen Tourabschnitt - waren die Stücke von Lillys Debütalbum "Aerial Perspective" logischerweise umarrangiert worden. Mit Clara Jochum spielt Lilly erst seit Anfang des Jahres zusammen - insofern war da noch ein wenig Feinabstimmung notwendig (auf der Setlist standen deswegen Anweisungen wie "Loop auf D-Saite anfangen" oder "Jamteil nach dritten Refrain" und einige Textzeilen). Insgesamt klappte die Zusammenarbeit zwischen Lilly - die mit ihren Tasten, Saiten und Drumsticks stets vollbeschäftigt war - und Clara aber sehr gut. Insbesondere der Umstand, dass Clara Lilly gesanglich unter die Arme greifen konnte, zeichnete sich als echter Mehrwert aus und auch die Idee, dass sie bei "The Only One" statt zum Cello zu einem E-Bass griff (nach Anweisung aber "erst ab Pre-Chorus"), erwies sich als eine gute, denn insgesamt kam diese Show sogar abwechslungsreicher rüber als jene, die Lilly im Februar mit einer kompletten Band im Kölner artheater gespielt hatte - und das, obwohl sie aufgrund des Settings sogar die Gitarre im Sitzen spielen musste. Leider gab es mit "Surprise, Surprise" nur einen neuen Nicht-LP-Titel zu hören - allerdings war die Sache ja auch nicht als Showcase für neues Material angesetzt worden. "Wieso sind wir denn jetzt schon am Ende?", fragte Lilly sich, als sie mit "Remember Me" nach einer Stunde schon bei dem letzten Track angelangt war. Die Vermutung stand im Raume, dass sie die Stücke dann vielleicht zu schnell gespielt haben könnte. Auch wenn es vermutlich eher daran lag, dass die Sache stattdessen einfach so kurzweilig und unterhaltsam geraten war, dass die Zeit wie im Fluge vergangen war, versprach sie dann, "Remember Me" besonders lange zu spielen. Diesbezüglich gab es dann einen weitere Jam-Passage gegen Ende des Stückes. Das funktionierte dann so gut, dass man sich gewünscht hätte, dass Lilly und Clara so etwas gerne öfter hätten machen können. Als Zugabe gab es dann mit "Blood & History" einen weiteren der von Lilly präferierten Familiendramen-Songs. Wie üblich faszinierte Lilly auch bei dieser Veranstaltung wieder mit der Qualität ihres Songmaterials und der zunehmend empathischer werdenden Art die Songs im Dialog mit dem Publikum zu präsentieren - mittlerweile auch öfters mal mit geöffneten Augen. Jetzt sind wir langsam dann auch mal gespannt auf neues Material.

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Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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