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Konzert-Bericht
 
All The Young Dudes (from Nebraska)

Son Ambulance

Duisburg, Hundertmeister
08.04.2005
Son, Ambulance
Das Auftreten mit großem Getöse ist ganz offensichtlich ihre Sache nicht. Zwischen dem letzten Ton der Musik vom Band und den ersten Takten der Livemusik auf der Bühne vergehen gefühlte fünf Minuten, in denen sich die Bandmitglieder in einer Mischung aus Ratlosigkeit und Nervosität gegenseitig anschauen und der Drummer gleich mehrfach vergebens den ersten Song anzählt. Im Vergleich dazu war der zähe Beginn des Bright Eyes-Konzertes in der Kölner Live Musik Hall Ende Februar diesen Jahres geradezu schmissig.
Bright Eyes sind natürlich auch das Stichwort, denn vor rund vier Jahren debütierten Son, Ambulance auf einer Split-EP mit eben jenen. "Oh Holy Fools" hieß das Werk und erschien auf dem Saddle Creek-Label. Dem Vorzeigelabel aus Nebraska sind Son Ambulance auch für ihr aktuelles zweites Album "Key", aus dem an diesem Abend ein Gutteil des Programms stammt, treu geblieben. Würde es nicht so albern klingen, könnte man die Musik wohl am besten als "progressive Popmusik" bezeichnen, denn im Gegensatz zu Conor Oberst wagt Mastermind Joe Knapp mit seiner im Vergleich zu den Anfangstagen komplett umbesetzten fünfköpfigen Band viel mit seinen trotz zweier Gitarristen oft pianolastigen Songs, kümmert sich um traditionelle Songstrukturen nur am Rande und begibt sich mit seinem zumeist 70s-geprägten Sound des Öfteren auf dünnes Eis.
Streckenweise erinnert das an die eigenwillige Melancholie von Big Stars "Third" - die Band selbst übrigens hat in Interviews Mott The Hoople als Referenz ins Feld geführt. Mit "Paper Snowflakes" hat die Band aus Omaha dann auch wirklich eine absolut kultverdächtige Nummer, der wohl spannendste Song des Abends stammt dagegen aus dem hierzulande nicht offiziell veröffentlichten LP-Debüt "Euphemystic": Das vertrackte "Maria In Motion" war gleichzeitig schwer verdaulich und äußerst einnehmend. Das Publikum - mengenmäßig recht überschaubar, aber zahlenmäßig immerhin größer als das eines anderen Saddle Creek-Acts, Rilo Kiley, auf seiner ersten Deutschlandtournee 2003 - war übrigens ähnlich schüchtern und andächtig wie die fünf Musiker auf der Bühne: Nach vorne getraut hat sich niemand, doch ein stilleres Publikum haben wir an einem Freitagabend lange nicht erlebt. Applaus wurde dennoch reichlich gespendet, so viel, dass es für eine Zugabe reichte und Joe nach dem Konzert am Devotionalientisch noch Autogramme schreiben durfte. Wenn ihr Atem lang genug ist, haben Son, Ambulance nach ersten Achtungserfolgen in der amerikanischen Heimat also auch in Europa Zukunft!
Surfempfehlung:
www.sonambulance.com
www.saddle-creek.com/html/son_frame.html
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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