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Konzert-Bericht
 
God Bless Bloc Party

Bloc Party
The Cribs

Köln, Live Music Hall
19.04.2005
Bloc Party
1 500 Personen soll die Live Music Hall in Köln fassen, aber wir würden fast wetten, dass an diesem Abend irgendwie doch mehr Menschen ihren Weg nach Ehrenfeld gefunden haben. So voll haben wir die Halle an der Lichtstraße selten gesehen. Aber logisch, wenn die Band der Stunde zum ersten Mal seit der Veröffentlichung ihres ebenso erfolgreichen wie einflussreichen Debütalbums "Silent Alarm" zurück nach Köln kommt, will man das natürlich nicht verpassen. Als Support hatte das Quartett aus London seine Wichita Recordings-Labelmates The Cribs aufgeboten, die mit ihrer unbändigen Power manchmal selbst an die Grenze ihrer stimmlichen Fähigkeiten zu stoßen schienen. Doch auch wenn das energiegeladene Trio beileibe keine schlechte Band ist, unterstrichen die Briten mit ihrem kurzen Set doch vor allem die Großartigkeit Bloc Partys, die aus ähnlich inspirierten Ideen schlicht und ergreifend bessere Songs machen und auf der Bühne um Längen mehr Charisma versprühen.
Um 22.47 Uhr war's dann endlich so weit: Die vielleicht heißeste Band Englands betrat die Bühne und legte mit "Like Eating Glass" gleich gewaltig los. Auf der großen Bühne ging der innere Zusammenhalt der Band, den sie fünf Monate zuvor im Gebäude 9 noch so eindrucksvoll demonstriert hatte, zwar optisch etwas verloren, aber der Begeisterung der Massen tat das keinen Abbruch. Auffällig war, dass sich im Vergleich zu den Auftritten in England in den letzten Wochen an diesem Abend erstaunlich viele der ganz alten Stücke ins Programm gemogelt hatten. Den größten Applaus der Veranstaltung erntete natürlich das durch ein ausgewalztes Intro zunächst nicht sofort für jedermann zu erkennende "Banquet", bei dem die Band im Schlussteil geradezu vor Energie zu platzen schien.

Obwohl es den vier Herren augenscheinlich auf der Bühne etwas zu heiß war, waren sie trotz der Tourstrapazen der letzten Monate bestens gelaunt. "I hear a lot of English accents", lachte Frontman Kele und begrüßte umgehend erst einmal die Fans aus der britischen Heimat, wenngleich es ihm anscheinend nicht ganz klar war, was Leute aus East Sussex auf einem Bloc-Party-Konzert in Köln verloren haben... Genauso verdutzt reagierte er allerdings auch auf die Liebesgeständnisse einiger junger Damen vor der Bühne. "You want my baby?" fragte er verwundert, um nach einem etwas linkischen "Oh, that's nice" noch richtig philosophisch zu werden: "Not enough couples really consider what bringing a child into the world means at this day and age."

Zu tiefsinnig wurde es dann aber doch nicht, denn die nächste Nummer wurde - ohne ersichtlichen Zusammenhang - all denjenigen gewidmet, die sich mit dem Gedanken tragen, Kinder zu haben. Songwünsche aus dem Publikum wurden dagegen mit dem Hinweis ignoriert, dass Drummer Matt schuld an die eingeschränkten Songauswahl sei, er könne einige Songs einfach nicht mehr spielen. Eine der seltenen Atempausen gab's beim feinen "Blue Light", doch gleich danach wurde dann um Handzeichen derjenigen gebeten, die "rocken wollen". Es waren die meisten, und die wurden mit einem wahrhaft explosiven "Helicopter" belohnt. Nach weniger als 40 Minuten sagte Kele dann leider schon den letzten Song an, bevor er grinsend ein schelmisches "We'll be back" hinterherschickte und so die rund eine Hand voll Zugabensongs bereits ankündigte. "Bloc Party sind viel mehr als nur Kanonenfutter für die sensationslüsterne britische Musikpresse. Believe the hype!" hatten wir als Fazit unseres Reviews zu "Silent Alarm" geschrieben. Dieser Auftritt war die beeindruckende Bestätigung dafür, dass wir damit nicht ganz falsch gelegen haben. Wie heißt der T-Shirt-Slogan der Band doch so treffend? "God Bless Bloc Party"!
Surfempfehlung:
www.blocparty.com
www.blocparty.net
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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