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Konzert-Bericht
 
Nada Surf do it again!

Nada Surf
Rilo Kiley/ The Brunettes

Boston, Massachusetts, Avalon Ballroom
22.05.2005
Nada Surf
So kann's manchmal gehen: Vor rund vier Jahren nahmen Nada Surf die damals völlig unbekannte L.A.-Band Rilo Kiley als Support mit auf ihre erste US-Tournee, und obwohl Matthews Caws und die Seinen in der Zwischenzeit mit "Let Go" ihr ohne Zweifel bestes Album veröffentlicht haben und auf ihrem im September erscheinenden neuen Werk ebenfalls Großes leisten, waren es anno 2005 nun Rilo Kiley, die Nada Surf als Vorgruppe für einige Shows entlang der US-Ostküste mitnahmen.
Glücklicherweise blendeten Nada Surf ihren Support Act-Status beim Konzert in Boston völlig aus und legten gleich mit vier der besten "Let Go"-Songs - "Blizzard Of '77", "Hi-Speed Soul", "Happy Kid" und "Inside Of Love" - los. Wann, bitte schön, hat man schon einmal bessere erste zehn Minuten auf einem Konzert gehört? Es war nämlich nicht nur die Songauswahl, die Nada Surf von Anfang an auf die Gewinnerstraße brachte: Mit geradezu untypischer Aggression hechteten sich die New Yorker in ihre Songs, als gäbe es kein Morgen mehr. "Ich habe neue Saiten aufgezogen, und die wollen nicht ganz so wie ich", erklärte Matthew kurz darauf den ungewohnten Intensitätsfaktor. Gut gelaunt waren die drei dennoch, zumal sie an diesem Abend auch einige brandneue Nummern spielen konnten. Dass gleich die erste, das sanfte "What Is Your Secret?", genauso gut ankam wie die alten Kracher, zauberte verständlicherweise ein breites Grinsen auf die Gesichter der Band, die die Gegenliebe des Bostoner Publikums auch gleich zum Anlass nahm, eine ganze Reihe weiterer unveröffentlichter Tracks zu spielen. Das Highlight dabei war sicherlich "Imaginary Friends", auf dem neuen Album nicht ganz zufällig die Schlussnummer, die auch an diesem Abend - obwohl neu - schon wie das Paradebeispiel für ein "grande finale" klang. Songs aus den 90ern gab es übrigens mit Ausnahme von "80 Windows" nicht. Vermisst hat sie aber dennoch niemand. Danach: Ein kurzes Intermezzo der Brunettes, die mit schrägem Lo-Fi-Folk zwischen Beat Happening und Belle & Sebastian für einige Belustigung sorgten. Ihr Auftritt dauerte gerade einmal 20 Minuten, da sie viel zu spät in Boston angekommen waren und so, anstatt vor, nach Nada Surf auf die Bühne durften.
Und als krönender Abschluss: Rilo Kiley, die ganz sicher ganz groß rauskommen, denn...

...der Avalon Ballroom, eine Großraumdisco gegenüber dem legendären Fenway Park der Boston Red Sox, ist brechend voll,

...die unveröffentlichte neue Nummer "Pull Me In Tighter" ist der beste Song des Abends,

...im an den Nightliner angehängten Anhänger befindet sich nichts anderes als Dutzende Kartons mit Merchandise, das sich auch in Boston verkauft wie geschnitten Brot,

...im Publikum befinden sich mindestens rund ein Dutzend Jenny Lewis- und Blake Sennett-Lookalikes,

...obwohl die Band den ganzen Nachmittag vor dem Club auf und ab läuft, traut sich von den bereits in Massen wartenden Fans niemand, "seine Stars" anzusprechen,

...der Boston Herald schreibt am Tag darauf in seiner Kritik, Rilo Kiley seien "the total package", und benutzt auch sonst viele Formulierungen, die für gewöhnlich Arena- und Stadion-Acts vorbehalten sind,

...sie sind sich trotz ihres Triumphzuges in den Staaten nicht zu schade, weiterhin durch kleine Clubs in Europa zu touren, im Juli live zu sehen in Köln, Hamburg, Berlin, Wien und Stuttgart!

Surfempfehlung:
www.nadasurf.com
www.lilchiefrecords.com/brunettes/
www.rilokiley.net
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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