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Konzert-Bericht
 
Tapete Unterwegs

"Müssen alle mit"-Tour

Köln, Gebäude 9
15.06.2005

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Tele
Hätten wirklich sämtliche Fans des deutschsprachigen Independent-Liedgutes den Slogan der Tournee in die Tat umgesetzt, hätte das Gebäude 9 natürlich gerammelt voll sein müssen, doch die Fußballübertragung im Fernsehen, das überraschend sonnige Wetter und zeitgleich stattfindende Konzerte von Beck und, ähm, Bruce Springsteen verhinderten das. Dass der von Tapete Records aus Hamburg initiierte Abend dennoch den meisten Anwesenden in guter Erinnerung bleiben dürfte, spricht für die Qualität der auftretenden Bands.
Den kleinsten Beitrag dazu leisteten Montag. Das hanseatische Trio begann zwar verheißungsvoll mit seiner Adaption der TV-Titelmelodie der Zeichentrickserie "Es war einmal... das Leben" und einem feinen Stück 70s-Pop, doch danach war ihr Sound einfach zu diffus, um wirklich zu gefallen. Gefällig waren Montag immer dann, wenn sie auf Classic-Rock-Pfaden wandelten, als seien R.E.O. Speedwagon das Allergrößte für sie. Weniger überzeugend waren dagegen ihre Grunge-Avancen, denn dafür sind die drei Herren einfach zu wenig Rockstars - von einigen ziemlich schlagerhaften Textzeilen ganz zu schweigen. Einige Klassen besser als letztes Jahr auf der "Tapete Unterwegs"-Tournee war das Trio zwar, überzeugen konnten sie uns aber auch dieses Mal nicht.

Ganz anders natürlich Anajo, die zwar immer noch das gleiche Set (nämlich im Großen und Ganzen ihr hervorragendes Album "Nah bei mir" rauf und runter) wie schon letztes Jahr spielen, sich aber für einige Songs inzwischen ein paar neue Tricks haben einfallen lassen. Ein falsches Ende für "Honigmelone" zum Beispiel, oder einen interaktiven Publikumspart bei "Monika Tanzband", mit dem das Trio aus Augsburg auch an diesem Abend einmal mehr seine Hit-Qualitäten unterstrich. Dass nicht alles rund lief, machte sich dabei übrigens eher positiv bemerkbar. Hatte Sänger Olli Gottwald doch so ob eines Fehlstarts bei gleich zwei Songs die Chance zu unterstreichen, dass Anajo bei ihren Konzerten alles "gescheit" oder gar nicht machen. Auch lustig: Bei der frenetisch herbeigeklatschten Zugabe wollte die Band eigentlich den gleichen Song wie bei den Konzerten zuvor bringen, bis sich Produzent und Mischergott Alaska Winter über die Monitoreinlage einklinkte und einen gewagteren Song verlangte! So gab's dann eine echte Rarität, das Frühwerk "Gott ist abstrakt" (aus dem Debüt "Pop und die Welt") nämlich - oder zumindest zwei Drittel davon. Der Rest fiel leider dem Zeitmangel zum Opfer, wobei es fraglich ist, ob es eine gute Wahl war, Montag länger spielen zu lassen als Anajo.

Den Temperaturen draußen entsprechend durften Tele dann denn Abend mit schöner Sommermusik ausklingen lassen. So relaxt wie ihre Musik kamen übrigens auch Francesco Wilking und die Seinen rüber: Nicht nur, dass eine Flasche Rotwein auf der Bühne stand, nein, die Band war sogar bereit, sie mit dem Publikum zu teilen, vorausgesetzt, die Zuschauer hätten Gläser... Mit "Rot" gab es den gewohnt tollen Einstieg in das Konzert, "Wunder in Briefen" gab's gleich danach und auch sonst hatten Tele wieder viel Hitverdächtiges im Gepäck, bis - natürlich - "Now Now Now" als letzter Song auf der Setlist stand. Freuen wir uns auf eine Fortsetzung der "Müssen alle mit"-Tour im August, wenn dann Wolke, wiederum Montag und vor allem Darlo auf der Bühne stehen werden!

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Surfempfehlung:
www.mixdiemotions.de
www.anajo.de
www.montag-musik.de
www.tapeterecords.de
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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