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Konzert-Bericht
 
Im kleinen Kreis

Brendan Benson

Köln, Blue Shell
15.06.2005

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Brendan Benson
Sollte dieser Auftritt die Idee seiner Plattenfirma gewesen sein oder Benson auf andere Art mit sanftem Druck zu diesem Konzert zur Geisterstunde bewegt worden sein, bitte keine Leserbriefe schreiben! Wir wollen nämlich viel lieber glauben, dass der geniale Singer / Songwriter aus Detroit mit so viel Spaß bei der Sache ist, dass es für ihn nur zu natürlich war, nach seinem Supportslot für Beck im Kölner E-Werk früher an diesem Abend sich kurz vor Mitternacht noch einmal auf eine Bühne zu stellen und sein Kölner Publikum mit einem speziellen Unplugged-Konzert in Kneipenatmosphäre zu beglücken.
Wir wären vermutlich schon zufrieden gewesen, wenn der Amerikaner solo mit der Wandergitarre gekommen wäre und drei, vier Nummern geklimpert hätte, doch stattdessen brachte er seine komplette Band mit und stand zudem für rund ein Dutzend Songs auf der winzigen Bühne des trotz des ultra-kurzfristig anberaumten Termins erstaunlich gut gefüllten Blue Shell. Nun gut, sein Drummer Matt Aljian war mit seinem Shaker etwas unterfordert, und Bassist Michael Horrigan kam sicherlich zugute, dass er in einem früheren Leben selbst Schlagzeuger (bei den Afghan Whigs) war und deshalb auch sehr perfekt das Tamburin schwingen konnte, aber allein Benson und seinem Gitarristen / Keyboarder Dean Fertita (ansonsten bei The Waxwings) aus der Nähe "bei der Arbeit" zuzusehen, war die reine Freude. "Good To Me", Bensons durch die White Stripes zu Cover-Ehren gekommener heimlicher Hit, stand gleich zu Beginn auf dem Programm, und auch sonst gab es keinesfalls nur eine schnöde Verkaufsveranstaltung für das feine aktuelle Album "Alternative To Love", sondern Songs aus allen drei Alben à la "Insects" vom Debüt "One Missisippi". Dass Benson ein großartiger Songwriter ist, setzen wir als bekannt voraus, doch in diesem intimen Rahmen zeigte sich, dass seine Songs die Power-Pop-Produktion eigentlich gar nicht bräuchten. "Spit It Out" zum Beispiel war nämlich auch in der Lagerfeuer-Version mehr als hitverdächtig. Besonders freute es Benson übrigens, dass einige Zuschauer nach Ende des Beck-Konzerts noch den Weg von Mülheim in die Südstadt gefunden hatten. Da sage noch jemand, es lohne sich nicht, als Vorgruppe aufzutreten.
Richtig häufig schienen die vier Herren diese Art von Afterhours-Auftritt übrigens noch nicht absolviert zu haben. Bei "Cold Hands" jedenfalls musste Benson Horrigan erst einmal während des Songs erklären, an welcher Stelle er doch bitte mit dem Harmoniegesang einzusetzen habe... Für den Schluss hatten sich die vier noch eine schöne Country-Coverversion aufgespart - "Strong Boy" von der International Submarine Band. Und obwohl Benson danach eigentlich die Gitarre aus der Hand legen wollte, gab es natürlich noch eine Zugabe. Die bestritt der Meister alleine und gleich zu Beginn mit einem Songwunsch aus dem Publikum. "Does anybody know any of my songs?", fragte er das Publikum schüchtern, worauf ein junger Herr aus den hinteren Reihen die einzig richtige Antwort gab: "'Metarie'... PLEASE!" Also gab es auch noch den vielleicht besten Song vom 2002er Album "Lapalco" zu hören, Benson beglückwünschte das Publikum noch schnell zum Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft und entschwand in die hinteren Gemächer. Nach seiner Doppelschicht an diesem Abend hatte er sich das allerdings auch redlich verdient, und egal, was er danach noch gespielt hätte: Ein wunderbarer Abend war's auch so!

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Surfempfehlung:
www.brendanbenson.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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