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Downpilot
Black Rust

Dortmund, Subrosa
07.10.2005
Downpilot
Als Paul Hiraga, erstes internationales Signing bei Tapete Records in Hamburg, im März sein wunderschönes Debüt "Leaving Not Arriving" erstmals in Deutschland vorstellte, bestand Downpilot nur aus ihm und einem Klavier. Für die Herbsttournee hatte Hiraga eine kleine Band dabei, und auch wenn er keine eigene hat, die er jederzeit mit auf Tour nehmen kann, funktionierte alles ganz ausgezeichnet: An den Drums saß Lars Plogschtieß von der Dirk Darmstaedter Band, für den Bass und dem auf der Platte so wichtigen Backing- und Harmoniegesang war Terry DeCastro, sonst bei The Wedding Present, zuständig.
Den Support übernahmen Black Rust aus Ahlen / Dortmund, die zuerst zu zweit, dann zu dritt und letzten Endes zu viert feine akustische Folkpop-Songs zelebrierten, für ihre Jugend handwerklich überraschend gut waren und noch dazu ihr Publikum ausgezeichnet im Griff hatten - was mit zwei Akustikgitarren, Kontrabass und Piano an einem Freitagabend in einer Bar, in die die Leute auch zum Trinken, Rauchen und Reden gekommen sind, nicht gerade einfach ist. Neben einer ganzen Reihe Songs aus ihrem selbstbetitelten Silberling spielten sie zum Schluss sogar noch Neil Youngs "Cortez The Killer". Unplugged, wie gesagt, aber dennoch gelungen.

Als "Ambient Americana" ist die Musik von Downpilot beschrieben worden, was seinen Pianoauftritt im April an gleicher Stelle ziemlich gut beschreibt. An diesem Abend jedoch, in klassischer Triobesetzung, war man geneigt, das "ambient" bisweilen aus dem Titel zu streichen. Hört sich im ersten Moment vielleicht wie ein Verlust an, war's aber nicht. Ähnlich wie Uncle Tupelo (an die das Trio in manchen Momenten erinnerte), standen nämlich die Songs im Mittelpunkt, und die sind ohne Zweifel so gut, dass es egal ist, ob sie alleine vom Mann am Klavier in Singer / Songwriter-Manier vorgetragen werden oder mit mehr Energie von einem nach nur einer Woche gemeinsamen Tourens erstaunlich gut zusammengewachsenen Trio gespielt werden. Stücke wie "Not Detoured" oder "True" jedenfalls wussten an diesem Abend genauso zu begeistern wie sieben Monate zuvor.

Auf der Frühjahrs-Tour hatte Hiraga übrigens ungeschickterweise versucht, den Mietwagen, einen Diesel, mit Normalbenzin zu fahren, und um die heftige Reparaturrechnung der Autovermietung zu bezahlen, verkaufte er nach der Show eine "Benefit-CD" mit seinem wirklich hörenswerten Soloauftritt in Stuttgart vom 8. April. Die Geschichte des Tankstellen-Desasters blieb eine der wenigen längeren Ansagen Hiragas an diesem Abend. Da er ein 90-minütiges Set allerdings nicht allein mit Songs seines Debütalbums und der vorangegangenen EP hätte füllen können, gewährte er uns auch einen Ausblick auf sein kommendes Werk, das er nach der Tournee mit Produzent Tucker Martine daheim in Seattle fertig stellen wird, und mit "California" als Maßstab wird auch das eine Platte, auf die man sich freuen darf.

Auch die Auswahl der Coverversionen war vorzüglich. Zuerst gab es - ausgewählt von Bassistin DeCastro - einen Song der New Yorker Band Versus im sanften Folkpop-Arrangment, dann "Bye Bye Pride" von den Go-Betweens, das sich für diese Besetzung der Band als geradezu ideal entpuppte, und als erste von mehreren - lautstark eingeforderten - Zugaben noch auf besonderen Wunsch aus dem Publikum eine Soloversion von Jimmy Webbs "Wichita Linemen", mit der Hiraga ein für allemal unterstricht, dass er nicht nur ein ausgezeichneter Songwriter, sondern auch ein toller, wenn auch bisweilen unscheinbarer Performer ist. Ein sehr schöner Abend.

Surfempfehlung:
www.downpilot.com
www.black-rust.de
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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