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Lauter? Leiser? Schneller? Langsamer?

Toni Kater
Tenfold Loadstar

Essen, Grend
28.10.2005

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Toni Kater
Toni Katers Tourveranstalter scheint es gut mit den Menschen in NRW zu meinen - schon auf den früheren Touren besuchte sie fast jeden Winkel, auf unter den aktuellen und von Gaesteliste.de präsentierten Daten 2005 befanden sich diesmal mehr als eine Hand voll Städte aus NRW. Was natürlich auch ein gewisse Gefahr beinhaltet, dass nicht überall ein volles Haus vorzufinden ist. Und selbst wenn sowohl Toni Kater als auch Tenfold Loadstar, die zweite Band des Abends in Essen, derzeit jeweils für die musikalische Unterstützung eines TV-Werbe-Spots sorgen, ist das anscheinend kein Garant für einen zahlenmäßig großen Zuspruch. Alle diejenigen, die es z.B. nicht ins Essener Grend geschafft haben, werden jedenfalls ohne die Erinnerung an einen wirklich schönen Konzert-Abend leben müssen.
Ursprünglich war geplant, dass Tenfold Loadstar zuerst den Abend eröffnen sollten, doch Toni Kater und ihre Band kam erst relativ spät von ihrem Trip aus der Schweiz wieder, so dass das Programm kurzerhand umgedreht wurde. Toni (deren Keyboard- und Mikrofon-Ständer mit einem Plüsch-Tigerfell drapiert war - und sie selbst war später im Zugabenblock auch mit einer Tiger-Kopfbedeckung zu sehen) ließ auch direkt nach der Einstiegs-Nummer "Futter" verlauten, dass die stundenlange Autofahrt doch etwas schlauchend war - doch das sollte den Auftritt nicht weiter stören und es passierten eigentlich nur die üblichen Dinge, die einem während eines Gigs unterlaufen: Hier und da ein kleiner, charmanter Verspieler, Drummer Daniel Eichholz wäre beinahe vom Drum-Hocker gefallen und Bassist Matz Laufer stieß beim Abrocken (ja, Toni Kater live ist stellenweise auch eine recht laute Angelegenheit) seine Bierflasche um und verursachte eine kleine Pfütze auf der Bühne. Musikalisch hat es einen schönen Mix aus beiden Platten gegeben, es herrschten viele ruhige Momente, aber auch das Rocken haben Toni und ihre Mannen inzwischen sehr gut in Petto - besonders Carsten Dieckmann an der Gitarre sorgte für den nötigen Lautstärke-Pegel. Toni selbst hielt es auch nicht immer auf der Bühne aus, sondern stattete den ersten Reihen zweimal einen persönlichen Besuch ab, so z.B. bei der Nummer "Warum" vom aktuellen Album. Auch wenn es über "Futter" das ein oder andere negative Wort in den Rezensionen gegeben hat - live auf der Bühne entwickeln die Songs eine sehr angenehme Stimmung, sowohl laut als auch leise.
Anschließend hieß es dann, weniger ist mehr - und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Bei ihrem letzten Gastspiel in Essen waren Tenfold Loadstar noch zu viert angetreten, auf ihrem aktuellen Album "Mellow Garden" sind sie zu dritt, und im Grend standen sie nun zu zweit auf der Bühne. Passend dazu wurde auch die Phonzahl heruntergedreht und das Licht bis auf ein schummeriges Rot gedimmt, nachdem Caro Garske und Gundi Voigt die Show mit der Bitte an den Lichtmann begonnen hatten, doch auf das blaue Licht zu verzichten, sonst sähen sie so alt aus. Nicht heruntergeschraubt wurde dagegen die musikalische Qualität. Im Gegenteil. Zu zweit klangen die Damen (und ihre leider etwas defekte Drum-Maschine namens Roland, die aber weiblich ist...) noch um einiges außergewöhnlicher als in kompletter Bandbesetzung. Ein wenig erinnerte ihr Auftritt an die seligen Softies, und im bisweilen fast niedlich-verspielten Ambiente von Stromgitarre, Bass und Stimme klangen die feinen Indiepopsongs von Caro und Gundi noch ein wenig herbstlich-melancholischer als auf ihren Platten. Zur gedämpften Stimmung passte, dass die beiden gleich mehrfach die Geschwindigkeit ihres Schlagzeugers aus der Steckdose nach unten korrigierten und sich mit charmant linkischen Ansagen und Aktionen an das Publikum wendeten. So durfte sich das leider viel zu kleine Häufchen Aufrechter, die nach Toni Kater noch nicht genug hatten, sogar noch von der Bühne herunter von Caro fotografieren lassen. Die bekannteste Nummer des Abends war natürlich das aus der Fernsehwerbung einschlägig bekannte "Sun And Rain", der lauteste (und vielleicht beste) Song des Sets war "Las Vegas" und der älteste die fast schon obligatorische Neil Young-Coverversion. Nachdem auf ihrem ersten Album ein Stück namens "Crazy Horse" verewigt ist und auf "Mellow Garden" ein Titel "New Young" heißt und "Hey Hey My My" zitiert, spielten uns die zwei im Grend eine wunderbar unrockige Version von "Cortez The Killer" vor. "Unglaublich zurückgenommenes Entertainment" hatte Caro vor der Tour auf der Bandwebsite versprochen, und genau das haben wir in Essen bekommen. Herzlichen Dank!

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Surfempfehlung:
www.tonikater.de
www.tenfold-loadstar.de
Text: -David Bluhm / Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-

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