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Konzert-Bericht
 
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Tom Liwa

Dortmund, Subrosa
29.11.2005
Tom Liwa
Nein, wir haben weder eine Erklärung noch eine Entschuldigung dafür, dass wir schon seit fast drei Jahren von keinem Tom Liwa-Konzert mehr berichtet haben. Eine Menge ist inzwischen beim Ruhrpott-Poeten #1 passiert. Zwei neue Alben hat er veröffentlicht, die "Fühler"-Tour bestritten, wieder mit Band (Dudajim) gespielt und sich einen Bart wachsen lassen. Im Dortmunder Subrosa dagegen gab er wieder den angenehm sperrigen Barden, den wir von früher kennen und mögen, und das, obwohl wir ihn - nach eigener Aussage - "an einem arroganten Tag" erwischt hatten.
Wer erwartet hatte, das Programm würde sich eher an den letzten Werken des Duisburgers ausrichten, sah sich getäuscht. Die eher esoterischen (oder: metaphysischen?) Songs der letzten Jahre räumte Liwa gebündelt zu Anfang und Ende des regulären Programms aus dem Weg und beschränkte sich dabei vor allem auf die zugänglicheren Nummern à la "Traumdeuter". Ansonsten gab es einen feinen Querschnitt durch sein Schaffen vor allem als Solist, mit erstaunlich viel aus "Evolution Blues" (ein Highlight gleich zu Beginn: "Faultier"), und jede Menge Songs aus der zweiten Reihe, darunter feine Überraschungen wie "Einer von denen". Von den "Hits" vergangener Zeiten brachte Liwa freiwillig nur "Lieber als hier" zur Aufführung, was allerdings etwas unter einer verstimmten Gitarre und einem nervigen Handysignal aus dem Publikum, das sich auf die PA übertrug, litt. Die Frage nach Wünschen aus dem Publikum bereute Liwa wohl in dem Moment, als postwendend "Liane" zurückkam, aber immerhin hatte er so die Chance, charmant-umständlich in seinem vor einiger Zeit erschienenen Textband "Songs" zu blättern, um die fraglichen Zeilen zu finden ("Seite 94, merkt euch das fürs nächste Mal"). Auch mit "Konfuzius und der Wolf" wurde ein Wunsch erfüllt, und mit "Deborah", "Markus Steinebach" und "Eliah" gab es auch Songs aus dem jüngst veröffentlichten dritten "Return To Sender"-Album "GlaubergCalifornia" zu hören.
Tom Liwa
Irgendwann knackte es dann in Liwas linkem Daumen (zuvor hatte er lächelnd bei "Liane" die Zeile "Wir würden gern noch mal 20 sein" in "gern noch mal 40 sein" umgedichtet), und das Konzert schien vorzeitig beendet zu sein, doch durch reine Willenskraft gelang Liwa eine Wunderheilung, und es konnte weitergehen. Nicht allerdings, bevor er betont hatte, dass selbst ein Ende an dieser Stelle immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bedeutet hätte. Die von ihm geäußerte Hoffnung, nun "nie wieder auftreten zu müssen", wurde also nicht erfüllt, und deshalb gab es statt der zunächst versprochenen drei Zugaben gleich ein halbes Dutzend, darunter "Making Of...", "Casanovas Rückkehr zum Planeten der Affen" und - als "geschmacklosen Publikumswunsch" (Liwas Worte, nicht unsere) - sogar "Linke Spur / Rechte Spur". Die vielleicht schönste, weil unerwartetste Nummer im Zugabenblock war jedoch Neil Youngs "Albuquerque": Trotz einiger Textunsicherheiten einfach nur schön. Das allerdings galt für den kompletten 100-Minuten-Auftritt.
Surfempfehlung:
www.tomliwa.de
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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