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Nada Surf
Blackmail

Köln, Alter Wartesaal
07.12.2005

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Nada Surf
Für den neuesten o2 Music-Flash-Gig hätte man ruhig einen größeren Saal wählen können. Kaum wurden um 19:15 Uhr nämlich die Türen des Alten Wartesaals in Köln für diesen exklusiven Umsonst-Event geöffnet, war der Laden gerammelt voll - und trotzdem gab es noch eine lange Schlange auf dem Bahnhofsvorplatz im Schatten des Doms. Die Glücklichen, die Einlass gefunden hatten, durften sich derweil drinnen auf den Auftritt von Blackmail freuen, die an diesem Abend u.a. neue Songs aus dem im Januar erscheinenden Album "Aerial View" präsentieren wollten.
Man konnte zwar von Beginn an merken, dass die Mehrzahl der Leute in erster Linie Nada Surf sehen wollte, aber Blackmail konnten dennoch von Song zu Song das Publikum an sich gewöhnen, auch wenn es zunächst danach aussah, als ob Sänger Aydo Abay mit seinen gewohnt charmanten Ansagen das Publikum unbedingt gegen sich aufbringen wollte. Doch im Verlauf des Abends lockerte sich das Verhältnis - was prompt mit einer Zugaben-Forderung belohnt wurde. Los ging es "Evon" und "It Could Be Yours" vom noch aktuellen Studio-Album "Friend Or Foe?", bevor dann neue Songs vom kommenden Album "Aerial View" folgten - "Couldn't Care Less", das mit der Bläser-Sektion aus der Konserve aufwartete, die vor allem den Schluss aufpeppte. Der mehrstimmige Gesang bei "Meddlesome" geriet zwar noch etwas schief, aber das sei Blackmail verziehen, schließlich sind die neuen Stücke noch nicht so oft live gespielt worden. Dafür passte aber alles bei "Moonpigs", wo mit kompletter Band-Stärke der Chorus übernommen wurde. "Ken I Die" beschloss den Hauptteil, bevor es nach einer kurzen Pause mit "Soulblind" und dem wie immer epischen "Friend" in die Zugabenrunde ging.
Vier Konzerte haben Nada Surf im Westen der Republik in den letzten Monaten gegeben, ein Headline-Konzert, für das man hätte Karten erwerben können, war indes nicht dabei. Zuerst spielten sie nachmittags auf der Haldern Pop-Bühne, dann wärmten sie das Publikum in Gelsenkirchen für Sportfreunde Stiller auf, außerdem spielten sie ein ergreifend schönes Akustikkonzert in der Dortmunder Pauluskirche, und nun standen sie also in Köln beim o2 Music-Flash auf der Bühne. Nada Surf mögen nicht die Band sein, der man hinterherreist, denn ihre Konzerte ähneln sich doch sehr, aber dafür scheint es auch undenkbar, dass ein Auftritt der drei New Yorker zum Totalausfall würde.

Wie auch, wenn sie gleich mit "Blizzard Of 77" beginnen und Daniel Lorca wie immer ohne Bass, aber dafür mit der Kippe in der Hand ultralässig auf der Bühne steht? Oder wenn sie mehr Songs aus ihrem Meisterwerk "Let Go" spielen als aus dem eigentlich an diesem Abend zu promotenden Album "This Weight is A Gift"? Oder wenn die Band bestens gelaunt ist und sich über die für sie neue Location freut ("Sonst sind wir immer im Prime Club"). Abstecher zu den Frühwerken gab es zunächst kaum, vom immer wieder feinen "80 Windows" einmal abgesehen. Anders als im Sommer, als Nada Surf ihre ersten beiden Alben fast komplett aussparten, kamen in Köln dann allerdings doch die lieb gewonnenen Classics der 90er - "Amateur", "Bacardi", "Stalemate" (inkl. "Love Will Tear Us Apart" von Joy Division) und als krönender Abschluss "Popular" - zur Aufführung. Kunststück, schließlich spielten die drei weit über 90 Minuten und mehr als zwanzig Songs.

Für einige der neuen Songs baten sie zudem Howie Beck (bei den regulären Konzerten der Tournee als Supportact dabei) als zweiten Gitarristen auf die Bühne. Seinen ersten Einsatz hatte er bei der aktuellen Single "Always Love", die zwar bei weitem nicht der beste Song des Abends war, aber den vielleicht größten Beifall des Publikums erntete. Als heimlicher Hit des neuen Albums entpuppte sich in Köln "Imaginary Friends", und mit dem als erste Zugabe gebrachten "Your Legs Grow" bewiesen die drei zudem, dass das herzerweichende "Blonde On Blonde" kein einmaliger Glücksgriff war. Nada Surf in Köln - das war wirklich unbezahlbar.

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Surfempfehlung:
www.nadasurf.com
www.blackmail.de
www.o2music.de
Text: -David Bluhm / Carsten Wohlfeld-
Foto: -Ullrich Maurer-

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