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Immer noch anders als die anderen

Family*5

Dortmund, FZW
13.01.2006

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Family*5
Dass Sänger Peter Hein den Auftritt im FZW als das beste Konzert der diesjährigen Family*5-Tour bezeichnete, war natürlich ironisch gemeint, schließlich war es der erste und vorerst einzige Auftritt der Düsseldorfer Soulpunks anno 2006. Dabei wäre Ironie gar nicht nötig gewesen, denn Family*5 bewiesen in Dortmund, dass sie live nach all den Jahren immer noch eine Wucht sind, und das, obwohl oder gerade weil die aktuelle Comeback-Platte "Wege zum Ruhm" nicht ganz den hochgesteckten Erwartungen entsprach. Live jedenfalls überzeugten die neuen Songs wesentlich mehr als auf dem Tonträger.
Kein Problem also, dass es nicht wie früher so oft mit "Libero" losging, sondern mit dem "Wege zum Ruhm"-Song "Viertel nach" - um ziemlich genau Viertel nach neun übrigens, da will man nicht an Zufall glauben! Vor allem "Lauf der Zeit" bewies echtes Klassikerpotential, und das, obwohl die Band die Nummer früh am Abend in der "Aufwärmphase" brachte, bevor Peter Hein sich seiner "Singer"-Jacke entledigte. Die Jacke ging, die guten Sprüche kamen. Allerdings in - im Vergleich zu früher - entschärfter Form. So traute sich Hein zum Beispiel nicht, über Dortmund zu lästern, weil dann früher immer Übungsgranaten geflogen seien, aber: "Ins Westfalenstadion gehe ich immer noch nicht." Interessant auch zu hören, dass Hein die beste der neuen Nummern ("Wo's lang geht") als Coverversion definiert, weil sie nicht von ihm, sondern von Trompeter Meki Türk geschrieben worden ist ("Der Text hätte auch von mir sein können, ist er aber nicht", sagte er treffenderweise). Echte Coverversionen gab es derweil auch - und zwar genau die richtigen. "Another Girl, Another Planet" zum Beispiel, seit fast einem Vierteljahrhundert ein sicheres Highlight fast eines jeden Family*5-Konzertes, oder "Birthday" von den Beatles als Geburtstagsständchen zu eben jenem 25-jährigen Dienstjubiläum, das das Sextett dieses Jahr begeht.

Ihre Betagtheit merkte man der Band allerdings an diesem Abend in Dortmund nicht an. Und weil es sich um einen Einzelauftritt und nicht um einen Tourneestopp handelte, hatte die Band sichtlich Spaß an der eigenen Musik, und das übertrug sich natürlich auch auf's Publikum, das mit jeder Menge F*5-Klassikern, berühmten und weniger bekannten, lauten und leisen, schnellen und langsamen, ernsten und ironischen, verwöhnt wurde. Von "Du wärst so gern dabei" über "Das Rennen ist nie zu Ende" bis hin zu "Mit Fug und Recht" lief so ziemlich alles, was man sich hätte wünschen können, natürlich auch "Stein des Anstoßes" (mit leicht verändertem Text) und "Schlaf der Vernunft". Ein bisschen schien es, als hätte sich die Band erst richtig warm gespielt, als mit "Kinder im Rhein" das reguläre Set schon viel zu schnell vorüber war. Allerdings ließen sich die Herren nicht lange bitten und spielten - auch das war früher nicht immer so - drei Zugabenblöcke, bei denen dann doch noch "Libero" auf dem Programm stand und "Arm! (Ey, Typ, du bist so...)" zur Aufführung kam. Letzteres von Hein übrigens als "Das Lied zum Typ" angekündigt, wobei er ausgerechnet zu Xao Seffcheque rüberschaute. Den Gitarristen hatte er zuvor schon trocken als "ein Mann, sechs Drähte" vorgestellt.

Zum Finale gab es dann noch zwei weitere Coverversionen: Das von Family*5 bisher noch nicht gehörte "Soul Man" von Sam & Dave bzw. den Blues Brothers (was sich aber natürlich anbot, ob der großartigen Bläser der Band und weil Hein als Zappelphilipp am Mikro John Belushi durchaus das Wasser reichen kann) und großartigerweise "Shake Some Action" von den Flamin' Groovies. Hein wollte zwar kurzzeitig darauf bestehen, das auf der Setlist vermerkte "Hey Bulldog" von den Beatles zum Besten zu geben, aber zum Glück ließ er sich umstimmen. Das aus dem Publikum heftigst geforderte "Gott sei Dank nicht in England" spielten Family*5 zwar nicht, ein erstklassiger, wenngleich leicht nostalgischer Auftritt war die Vorstellung im FZW aber trotzdem.

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Surfempfehlung:
www.family5.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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