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Konzert-Bericht
 
Kleiner Mann, große Stimme

Tom Hingley

Dortmund, Bakuda
25.02.2006
Tom Hingley
Zugegeben, auf dem Papier sieht es nach einem wenig verheißungsvollen Konzept aus: Der ehemalige Sänger einer einst berühmten und einflussreichen Band (der allerdings dort weder ein Instrument spielte noch für Texte oder Musik verantwortlich zeichnete) schnappt sich eine Akustikgitarre und spielt die alten Hits der aufgelösten Gruppe. Bei Tom Hingley klappt das allerdings wirklich gut. Der war bekanntlich früher bei den Inspiral Carpets, der nordenglischen Band, die gemeinsam mit den Happy Mondays und den Stone Roses den Madchester-Zeitgeist so gut eingefangen hat wie sonst niemand.
Und, wie Hingleys Auftritt in Dortmund bewies: Sie hatten damals nicht nur einen Roadie namens Noel Gallagher, sondern auch haufenweise gute Nummern. Auch wenn Hingley die nicht geschrieben hat und sie vor allem wegen ihres allgegenwärtigen Orgel- und widerhallenden Drumsounds im Ohr geblieben sind, nehmen einen die Songs doch sofort gefangen, wenn der unscheinbare Sänger zum Beispiel "Saturn 5" oder "Dragging Me Down" anstimmt. Dass sein Gitarrenspiel nicht mehr als kompetent ist, macht dabei gar nichts, denn seine Stimme so ist einnehmend (und raumfüllend), dass man glauben möchte, er könne die Stücke genauso gut auch a cappella vortragen. Von seinen Solowerken spielte er, wie schon bei seiner Solotournee letztes Frühjahr, im Bakuda kaum etwas. Die Inspirals-Songs garnierte er auch dieses Mal wieder lieber mit teils etwas sperrigen Coverversionen, die ungewöhnlicherweise, von einem Abstecher zu "Sweet Dreams" einmal abgesehen, ausschließlich aus dem Bluesbereich stammten.
Tom Hingley
Weil der Dortmunder Auftritt zudem im Rahmen des Ping Pong Clubs zur Geisterstunde stattfand, stellte dies das wegen Karneval zusätzlich in Feierlaune befindliche Publikum doch bisweilen auf eine recht harte Geduldsprobe, obwohl Hingley es natürlich dennoch nicht verdient hatte, gegen den ständigen Lärmpegel der in Unterhaltungen vertieften Partygäste anzusingen. Ein breites Lächeln auf die Gesichter der (älteren) Anwesenden zauberte er dann noch einmal mit "This Is How It Feels". Da kam schon ein wenig Nostalgie auf, und so mancher wünschte sich wohl, es wäre einmal 1989. Im Bakuda war es das an diesem Abend auch (fast) - dank Tom Hingley.
Surfempfehlung:
www.tomhingley.co.uk
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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