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Konzert-Bericht
 
No regrets

Two Gallants
Cuba Missouri

Köln, Gebäude 9
08.03.2006

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Two Gallants
Kaum vier Monate ist es her, dass Two Gallants zuletzt im Gebäude 9 zu Gast waren. Damals durften sie den Anheizer für The Decemberists machen und schnitten beim Publikum ebenso gut wie die Hauptband ab. Und das war damals einigermaßen überraschend. Nicht, dass das Duo aus San Francisco die Begeisterung nicht verdient gehabt hätte, aber wenn man bedenkt, dass kaum jemand unter den Zuschauern die Band gekannt haben dürfte - ihr Debütalbum ist hierzulande eher schwer zu bekommen, ihr neues Großwerk "What The Toll Tells" war noch gar nicht erschienen - war das schon eine beachtliche Leistung. Kein Wunder also, dass nun annähernd so viele Leute in die Deutz-Mülheimer Straße strömten, um Adam Stephens und Tyson Vogel - präsentiert von Gaesteliste.de - ein komplettes Set spielen zu hören.
Zunächst aber standen die Münsteraner Cuba Missouri auf der Bühne, um ihr zwei Tage später erscheinendes Debütalbum "This Year's Lucky Charme" zu präsentieren. Und das Quartett kam beim Publikum auch sehr gut an, was nicht weiter verwundern dürfte, konnte man auch in der Liveumsetzung die gleichen Koordinaten wie der Kollege Mathias Frank in seiner Albumkritik ausmachen: Ein wenig Motorpsycho'sche Psychedelik, ein bisschen "wall of sound" à la Sonic Youth, die Verspieltheit von The Notwist und die lenkende Hand von Produzent Kurt Ebelhäuser (Blackmail). Ein paar niedliche Tischlämpchen sorgten darüber hinaus für die Atmosphäre, die die Band mangels Charisma etwas vermissen ließ, und fertig war das gelungene Support-Set.

Bei Two Gallants konnte man danach das gleiche Phänomen beobachten wie schon bei den White Stripes vor einigen Jahren: Ein Haufen Teenies dreht vor der Bühne durch, wenn zwei Menschen auf der Bühne spröde, vom Vorkriegsblues und Uralt-Folk inspirierte Songs über Tod und Verderben singen. Warum das so ist, ist auch fünf Jahre nach "White Blood Cells" nicht so ganz geklärt. Das Ganze einfach unter dem Stichwort "Zeitgeist" abzuhaken, wäre jedenfalls zu einfach. Nur mit Stromgitarre, am vorderen Bühnenrand aufgebautem Schlagzeug, manchmal einer Mundharmonika und zwei wettergegerbten Stimmen bewaffnet, brauchten die zwei Amerikaner nur wenige Minuten, um das Publikum vollends in seinen Bann zu ziehen und von "Steady Rollin'" bis "Las Cruces Jail" ihre tollen Songs zu zelebrieren. So sehr war man gebannt, dass man gerne übersah, dass die zwei auf der Bühne recht statisch und auch die Songs bisweilen austauschbar waren. Das machte das Duo mit tonnenweise Charme und Charisma nämlich locker wieder wett. Was machte es da schon, dass viele der Songs weit über fünf Minuten, einige sogar gut zehn Minuten lang waren? Für jeden schrillen Ausflug in Garagenrock-Gefilde gab's schließlich eine wunderbar sensible Country-Ballade, die das aufgewühlte Auditorium wieder besänftigte.

Viele Worte mussten die zwei da nicht machen. Erst kurz gegen Ende wendete sich Tyson mit einem linkisch-sympathischen "Hallo!", das sogar seinen Kollegen Stephens zum Lachen brachte, an das Publikum, bedankte sich artig für's Erscheinen und lobte Cuba Missouri. Die zwei wissen halt, dass ihre Musik für sich spricht und dass der Besuch eines Two Gallants-Konzertes mehr sagt als 1 000 geschriebene Worte darüber. Deshalb freuen wir uns schon jetzt, dass die beiden im Mai für "Haldern geht zelten" wieder nach Deutschland zurückkehren. Denn auch wenn Adam am Ende des Auftritts die wunderbare Zeile "I'll keep you in my collection of regrets" sang - den Auftritt in Köln hat er damit ganz sicher nicht gemeint.

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Surfempfehlung:
www.twogallants.com
www.myspace.com/twogallants
www.cubamissouri.de
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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