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Konzert-Bericht
 
Rebirth Of Hardcore Pride

Walter Schreifels
Freunde der Nacht/Ruhe

Dortmund, Bakuda
13.03.2006

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Walter Schreifels
Radiokonzerte - immer wieder eine feine Sache. Der Laden ist bumsvoll, das Publikum schon vor dem ersten gespielten Ton glücklich (wer sieht nicht gerne seine Lieblingsband für lau?), und die Bands geben alles, schließlich will man im Rundfunk nicht schlecht abschneiden. So war dann eigentlich alles bereit für einen schönen Abend mit Walter Schreifels' Walking Concert im heimeligen Ambiente des Dortmunder Bakuda Clubs.
Zudem gab es noch einen Supportact, der dem Headliner durchaus ebenbürtig war: Die Freunde der Nacht/Ruhe alias Nagel von Muff Potter mit Akustikgitarre, aber ohne doppelten Boden. Der hatte uns schon im letzten September auf derselben Bühne begeistert und war nun mit der Routine von knapp zehn weiteren FDN/R-Shows ins Bakuda zurückgekehrt. Dort bat er erst einmal um Handzeichen derjenigen, die seinen ersten Auftritt an Ort und Stelle gesehen hatten, und nachdem sich niemand meldete, meinte er "erleichtert", dass er dann ja bei den Ansagen den gleichen Scheiß erzählen könne wie beim ersten Konzert.

Das tat er dann auch, aber seine Sprüche und kleinen Stories sind einfach so charmant, dass man sich diese Wiederholung so gerne ansah wie sonst nur die Reruns der "Gilmore Girls". Schließlich kamen außerdem jede Menge immer wieder gerne gehörter Songs zur Aufführung: "Ernte 23 Dankfest", "Schützengraben" oder "Placebo Domingo" (inklusive gekonntem Singalong des Publikums), der Nina Persson von den Cardigans gewidmete FDN/R-"Exklusivsong" "Surrogat" und das abschließende Ramones-Cover von "Bonzo Goes To Bitberg". Dazu jede Menge feiner Geschichten rund um die Songs, angefangen beim unersetzlichen Muff Potter-Drummer Brami über die eigenen neun Quadratmeter bei Mama zu Hause bis hin zur Gerichtsverhandlung in Warendorf gegen den Schläger, mit dem sich Nagel am Tag vor dem letzten Bakuda-Auftritt geprügelt hatte - das machte sehr viel Spaß, auch wenn der Auftritt - One-Off halt! - musikalisch etwas holperig war. Dafür stand Nagel von der ersten Sekunde an förmlich ins Gesicht geschrieben, was für eine große Ehre es für ihn war, mit Walter Schreifels Bühne (und Gitarrenkabel!) zu teilen!

Eben jener Walter Schreifels stand danach dann wirklich, anders als eigentlich angekündigt, alleine auf der Bühne, da seine Band schon in Österreich weilte, wo am Tag darauf die Supporttour für Tomte weiterging. Dass der legendäre New Yorker Musiker alleine angetreten war, entpuppte sich allerdings schnell als Glücksfall. Beschränkt er sich bei Walking Concert-Auftritten ausschließlich auf Material seiner neuesten Band, gibt es solo bekanntlich einen großartigen Querschnitt durch sein gesamtes, sagenumwobenes Schaffen zu hören, angefangen bei "Start Today" von den Gorilla Biscuits über "Thorn In My Side" von Quicksand und "Used For Glue" von Rival Schools bis zu den Songs von Walking Concert. Die gab es - vermutlich auch, weil das Publikum ja eigentlich genau deswegen gekommen war - en masse. Mehr als die Hälfte des "Run To Be Born"-Albums spielte Walter herunter und brachte nicht nur die Highlights wie "What Does Your Heart Say?" (mit deutscher Übersetzung am Ende!) oder "Audrey", sondern auch ansonsten eher selten gespielte Stücke wie "A Lot To Expect".

Seine Geschichten zwischen den Songs - angefangen bei gestohlenen Fahrrädern, die Jahre später ein paar Blocks weiter wieder auftauchen ("The Bicycle Song"), bis hin zu Anekdoten von nächtlichen Surfeskapaden mit seinem Bruder ("Nightsurfing") - standen denen Nagels in nichts nach und sorgten ein für's andere Mal für Heiterkeit im Publikum. Besagter Nagel wurde dann zum Schluss noch mit "New Direction" für sein Supportset belohnt, einem Song, den er während seines Sets bereits zitiert hatte (Stichwort: "Rebirth Of Hardcore Pride"), und nicht nur er verlangte danach frenetisch nach einer Zugabe. Die gab's natürlich auch, und zwar mit einem ganz besonderen Schmankerl: Nicht nur, dass Schreifels den Song "Schrei" von "dieser deutschen Band, ich glaube, sie heißen Hongkong Bedroom", zu seinem neuen Themesong erklärte und unterstrich, wie gerne er in Deutschland ist ("In Amerika kann im Gegensatz zu euch niemand meinen Namen aussprechen"), nein, er spielte doch tatsächlich, zum allerersten Mal überhaupt, ein Medley aus "Friends Like You" von Sick Of It All und - ja, wirklich! - "Ask" von den Smiths! Zum Schluss noch eher besinnlich "Dine Alone", und das war's dann leider schon mit "Walter Sings The Hits". Aber die Schreifels-Saga geht ja weiter...

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Surfempfehlung:
www.walkingconcert.com
www.myspace.com/walterschreifelsmusic
www.freundedernachtruhe.de
www.myspace.com/freundedernachtruhe
www.muffpotter.net
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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