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Immer noch zwischen den Orten

Downpilot

Dortmund, Bakuda
13.05.2006

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Downpilot
Ob man als allerorten hochgelobter Singer / Songwriter den Samstagabend als Opening Act für einen DJ verbringen will, mag fraglich sein, doch ist es für gewöhnlich auch gar keine schlechte Idee, auf diese Weise dem Discopublikum einen hervorragenden, aber unbekannten Künstler für kleines Geld unterzujubeln. Manchmal allerdings passen Theorie und Praxis einfach nicht zusammen. Also spielte Paul Hiraga alias Downpilot in Dortmund nur vor einem äußerst überschaubaren Publikum, das auch keinerlei Veranlassung sah, seinen Geräuschpegel herunterzuschrauben. Die meisten waren schließlich nicht wegen der Ein-Mann-Band, sondern der Disco da...
Die Hand voll Menschen, die wegen Downpilot gekommen waren, wurden allerdings in der Währung entlohnt, mit der Hiraga dealt: Songs. Inzwischen hat der Mann aus Seattle zwei hervorragende Alben auf Tapete Records veröffentlicht, und die Highlights aus beiden stellte er in Dortmund vor. Anders als auf seinem ersten Deutschland-Abstecher, als er vornehmlich am Klavier saß, und auch anders als bei seiner letztjährigen Herbsttour, als er mit Band angetreten war, stand der Amerikaner dieses Mal nur mit der Stromgitarre (bei ausgewählten Songs ergänzt um Mundharmonika und Beats aus der Steckdose) auf der Bühne. Einem Song wie "Not Detoured" tat das ausgesprochen gut, andere, wie das Titelstück der neuen Platte "Like You Believe It", oder das immer wieder wunderschöne "True" entfalteten ihre volle Wirkung auch als wahre Soloperformance.
Hiraga mag kein geborener Entertainer sein, aber sein Können als Studiotüftler und Songwriter ist so groß, dass es gar nicht weiter auffiel, dass er während des einstündigen Auftritts kaum redete. Dafür hatte er noch zwei ungewöhnliche Coverversionen im Gepäck. Zunächst spielte er "Stroke It Noel" von Big Star (und imitierte dabei den Gesang von Alex Chilton geradezu perfekt), und bei der Zugabe gab's sogar eine Welturaufführung: Zum ersten Mal vor Publikum (und mit Hilfe eines Spickzettels für den Text) wagte sich Hiraga an Bob Dylans "It's All Over Now, Baby Blue" und lieferte eine eigenwillig phrasierte, aber gerade deshalb interessante Version des Klassikers ab.

Noch zwei Wochen lang ist Hiraga in Deutschland auf Tour: Die nächsten Termine bestreitet er noch solo, dann baut er seine Band nach und nach zum Quartett aus, bis er dann beim "Orange Blossom Special"-Festival in Beverungen nicht nur mit seinen Musikern, sondern womöglich sogar zusammen mit Transmissionary Six ("Für ein Transpilot-Set", wie er scherzend meinte) auf der Bühne stehen wird. Er bleibt also weiter unberechenbar und macht so dem Titel seines Debüts auch weiterhin alle Ehre: "Leaving Not Arriving". Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt!

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Surfempfehlung:
www.downpilot.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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