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Konzert-Bericht
 
Same procedure as last year

Chumbawamba

Essen, Grend
24.04.2006
Chumbawamba
Chumbawamba zurück im Essener Grend. Und eigentlich war es das Gleiche in Grün wie bei ihrer ersten Stippvisite vor 15 Monaten, mal abgesehen davon, dass die Briten dieses Mal gleich zwei Konzerte im Saal in der ersten Etage gaben, nachdem sie 2005 noch im Theater im Erdgeschoss aufgetreten waren. Doch auch wenn das Programm ein ähnliches war und auch die Ansagen bekannt klangen - weniger Spaß hat der Unplugged-Auftritt der zum Quintett eingeschrumpften Band dennoch nicht gemacht.
Chumbawamba
Zumal sie an diesem zweiten Abend des doppelten Gastspiels im Ruhrgebiet äußerst gelöst wirkte und gleich die erste Nummer als Protestsong aus dem 17. Jahrhundert ankündigte, die sich dann allerdings als "Timebomb" entpuppte, einem der größten Chumbawamba-Hits, geschrieben und veröffentlicht vor rund zehn Jahren! Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf der feinen aktuellen Platte "A Singsong And A Scrap", was zur Folge hatte, dass die Briten im Vergleich mit dem 2005er Konzert das Instrumentarium leicht aufgestockt hatten. Natürlich standen immer noch die fünf Stimmen der Protagonisten im Vordergrund, und es gab auch zahlreiche A-cappella-Nummern, doch der Trend, teilweise gleich auf zwei (Akustik-) Gitarren, Trompete, Akkordeon und Oboe zurückzugreifen, war unverkennbar.

Ebenso unverkennbar die politisch gefärbten Ansagen der Band, bei denen immer etwas Gestriges mitschwingt, wenn Chumbawamba auch anno 2006 noch über Maggie Thatcher lästern oder sich vom eh bestens informierten Publikum für die alte Botschaft in "The Day The Nazi Died" beklatschen lassen. Nicht, dass sie nicht Recht hätten in ihren Aussagen, aber wer heute noch zu einem Chumbawamba-Konzert geht, kann solche Dinge wie "Nazis - böse", "Joe Strummer - gut" auch ohne ausgiebige Ansagen auseinander halten. Joe Strummer wurde dann auch geehrt, indem die fünf "Bankrobber" a cappella sangen (angesagt als "alter englischer Rebelsong... von 1980").

Chumbawamba
Gegen George W. Bush wurde übrigens auch dieses Mal nicht verbal geschossen, dafür nahm die Band Scientology, The Levellers ("Ist es nicht komisch, wenn Tausende von Leuten die Zeile 'There's only one way of life / And that's your own' mitsingen", fragte Boff schelmisch), die Goth-Shops in der Essener Innenstadt und nicht zuletzt sich selbst auf die Schippe. Jude tadelte die Band für ihre nach all den Jahren immer noch schlechten Deutschkenntnisse (sie machte wie gewohnt die meisten Ansagen auf Deutsch), während Boff sich über Judes Vorliebe für Erdnüsse ("Das Beste ist, sie spart sie sich für nach dem Konzert auf"!) lustig machte. Bei "On Ebay" war dann das Publikum gesangstechnisch gefordert (und bestand den Test bravourös), bevor das Konzert mit "Enough Is Enough" und - wie gewohnt - einem Seitenhieb auf die britische Königin ("Her Majesty") zu Ende ging. Kurzweilig war es trotz des offensichtlichen Mottos "same procedure as last year" auch jetzt wieder, bei nächsten Mal dürfte es aber ruhig ein wenig mehr Abwechslung geben.
Surfempfehlung:
www.chumba.com
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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