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"Wer hat eigentlich dieses Jahr bei Bochum Total gespielt?"

Essen Original

Essen, Kennedyplatz
25.08.2006

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Olli Schulz
"Essen Original" - wirklich ein Original. Seit vielen Jahren schon gibt es das Umsonst und draußen-Festival, aber an eine so gut besetzte Rock- und Pop-Bühne auf dem Kennedyplatz können wir uns wahrlich nicht erinnern. Hatte man sich erst einmal an der Schlagerbühne am Hauptbahnhof erfolgreich vorbeigedrückt - dort gab es schon gegen 19 Uhr die erste Rex Gildo-Paro... Verzeihung... Hommage ("Hossa"!) und Ringelpietz mit Anfassen -, gab's ein paar Straßen weiter einen Höhepunkt nach dem anderen.
Nachdem der Auftritt von Pale praktisch ins Wasser gefallen war (wer vor dem Platzregen noch flüchten konnte, tat dies), hatte Olli Schulz gut lachen. Offensichtlich bester Laune freute er sich augenscheinlich tierisch über seinen eigenen Auftritt, und diese ansteckende Fröhlichkeit übertrug sich dann auch blitzschnell aufs Publikum. Und wie immer bei Olli Schulz waren die Ansagen zwischen den Songs so wichtig wie die Musik selbst. Die Songs mögen größtenteils altbekannt gewesen sein (Ausblicke auf das noch vor Jahresende kommende neue Album gab es nur vereinzelt), aber eine Nummer wie "Der Moment" ist halt - dem Titel zum Trotz - auch ein Song für die Ewigkeit. Am schönsten jedoch: Das Abschweifen vom normalen Programm. Das Deutschrock-Medley zum Beispiel, wo Olli alles von Grönemeyer ("Männer") bis hin zu "Die perfekte Welle" von Juli verulkte, oder die Metal-Performance ("Stellt euch vor, ich bin Bruce Dickinson von Iron Maiden") in der Mitte der Show, mit Publikumsanimation, Slipknot-Maske und Gästen auf der Bühne. Auch goldig: Wie könnte man jemanden im Publikum besser zur Räson rufen als mit den Worten: "Gleich ruf ich deine Eltern an, die holen dich dann ab, und die Party hier ist für dich vorbei"?

Danach wurde nicht nur musikalisch das Programm um 360 Grad gewendet, auch das Publikum in den ersten Reihen war schlagartig ein anderes: Martin Jondo & Band bliesen zum Sturm auf den Thron von Gentleman und machten das auch noch äußerst erfolgreich.

Muff Potter erkundigten sich danach erst einmal nach dem Alkoholpegel des Publikums, der - der Reaktion nach zu urteilen - schon ziemlich hoch gelegen haben dürfte. Und auch wenn es in "Alles nur geklaut" heißt: "Wir können auch ohne Spaß Alkohol haben", bewiesen die vier Münsteraner in Essen einmal mehr das Gegenteil. Es war vielleicht nicht ihr bester Auftritt, Spaß gemacht hat's trotzdem. Zumal das Programm bunt gemischt war und gar nicht mal so sehr auf die aktuelle Platte "Von wegen" konzentriert war, wie man das hätte erwarten können. Die Highlights? "Punkt 9", "Den Haag", "Wir sitzen so vor'm Molotow", ganz zum Schluss "100 Kilo" und Nagels kleiner Seitenhieb auf das im Gegensatz zu Essen Original anno 2006 ziemlich mau besetzte Straßen Open-Air der Nachbarstadt: "Wer hat eigentlich dieses Jahr bei Bochum Total gespielt?"

Tomte brauchten danach gar nichts anderes mehr zu tun, als einfach nur Tomte zu sein. Im Vergleich zum großartigen Auftritt der Hamburger an gleicher Stelle vor einigen Jahren quasselte Thees Uhlmann erstaunlich wenig und ließ lieber die Musik wirken. Dabei klangen auch die neuen Songs aus "Buchstaben über der Stadt" inzwischen um einiges überzeugender als beispielsweise noch Anfang des Jahres in Düsseldorf. Dazwischen Klassiker wie "Wilhelm, das war nichts" oder "Schreit den Namen meiner Mutter" und etwas, das in Essen bei keinem Tomte-Konzert fehlen darf: Eine Huldigung an Kreators Mille Petrozza - wir erinnern uns gerne, wie Thees beim letzten Essen Original-Auftritt 2004 von der ARD-Erstausstrahlung von "Trash Altenessen" erzählte -, auch wenn der derzeit gar nicht in Essen weilt. Pünktlich zur Zugabe öffnete der Himmel, der uns den ganzen Abend über erstaunlich gnädig gewesen war, dann wieder seine Schleusen, aber zum Glück liegt das Essener Schauspielhaus ja nur einen Block entfernt. Dort ging's dann mit Club Van Cleef noch weiter, aber das ist eine ganz andere Geschichte!

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Surfempfehlung:
www.essen-original.de
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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