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Kleine Meise, großes Herz

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Der Tante Renate

Gelsenkirchen, Lokal ohne Namen
17.10.2006
ClickClickDecker
Dass Kevin Hamann alias ClickClickDecker seinen Liedern nicht nur großartige Namen gibt wie "Sozialer Brennpunkt Ich", "Der ganze halbe Liter", "Was im Abfluss so hängt" oder "Niemand tanzt so Kacke wie ich", sondern auch Musik macht, die den Songtiteln in puncto Cleverness durchaus Paroli bieten können, hat sich eigentlich inzwischen herumgesprochen. Schließlich wurde das 2005er Debüt der Hamburger Ein-Mann-Kapelle, "Ich habe keine Angst vor...", nicht nur an dieser Stelle gelobt, und auch das dieser Tage erscheinende zweite Werk "Nichts für ungut" heimste bereits äußerst positive Kritiken ein.
Der Tante Renate
In Gelsenkirchen schien diese Kunde allerdings noch nicht ganz angekommen zu sein. Das Lokal ohne Namen füllte sich überraschenderweise zunächst nur schleppend bei diesem allerdings auch recht kurzfristig anberaumten Ruhrgebietsgastspiel. Das hatte zur Folge, dass Der Tante Renate - selbst eine norddeutsche Ein-Mann-Vorstellung - viel Platz für seine abgefahrene oder, um sein Wort dafür zu gebrauchen, "bizarre" Show hatte. Zwischen 80s-Synthi-NewWave, Console'schem Electro-Punk und klassischem Metal ist noch ein Plätzchen frei für Herrn Renate, und er tat wirklich sein Möglichstes, das eher spärliche Publikum auf seine Seite zu ziehen. Egal, ob er sich um Kopf und Kragen redete, als er praktisch im Schatten der Arena Auf Schalke mit seinen Nicht-Fußball-Kenntnissen kokettierte, seinen Platz hinter dem Keyboard verließ, um auf dem Fußboden des L.O.N. kniend ein Gitarrensolo zu zelebrieren, als würden ihm dabei mindestens 30 000, nicht aber nur 30 Menschen zusehen, mit seinem Remake von "Raumschiff Kommandant" zu begeistern wusste oder ein einigermaßen erstaunliches Medley der Slayer-Songs "Reign In Blood" und "Black Magic" ablieferte - in jeder Sekunde seines Auftritts konnte er sicher sein, sich an diesem Abend jede Menge neuer Freunde zu machen. Gleich zweimal durfte bzw. musste er danach für Zugaben zurück auf die Bühne. Und ganz ehrlich: Wann habt ihr zum letzten Mal einen Supportact zwei Zugaben spielen hören?
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ClickClickDecker waren danach viermal so viele Musiker auf der Bühne (live ist die Band nämlich ein bestens besetztes Quartett), aber nur halb so lustig. Das war dann wohl auch Kevin Hamann bewusst, denn der fragte ungefähr zur Hälfte des Konzerts seinen am nahe stehenden Merchandise-Tisch sitzenden Supportact, ob der demnächst nicht auch bei ClickClickDecker das Entertainment übernehmen wolle... Allerdings wollen wir den vier Herren nicht übel nehmen, dass sie ganz offensichtlich nordisch bei nature sind (und sich sogar im Ruhrpott ihr heimisches Astra auf die Bühne bestellten), schließlich ging es um die Musik, und die war ganz ausgezeichnet. Zwar klang vieles live und mit Band etwas zeitgeistiger nach den aktuellen Helden des Hamburger Diskus-Pop, als es nötig war, aber beispielsweise mit dem Melodika-verzierten "Zurecht ungerecht" gab es hier und da auch nette Lo-Fi-Kontrapunkte, die aus einem guten ein sehr gutes Konzert machten.

Dass Der Tante Renate am Ende das L.O.N. als Punktsieger verließ, lag also nicht daran, dass ClickClickDecker schlecht gewesen wären, sondern einzig und allein daran, dass die "Vorgruppe" so umwerfend war.

Surfempfehlung:
www.clickcklickdecker.de
www.myspace.com/clickcklickdecker
www.dertanterenate.de
www.myspace.com/dertanterenate
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-

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