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Grüße aus Music City

Bobby Bare Jr.
Empty Fountain Engineers

Dortmund, Subrosa
13.04.2007

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Bobby Bare Jr.
Echtes musikalisches Können zeigt sich mitunter dadurch, dass sich die Künstler auf die Umstände einstellen können: Sein Ende April auch endlich hierzulande regulär zu habendes neues Album "The Longest Meow" spielte Bobby Bare Jr. - wie auch schon seine vorangegangenen Veröffentlichungen - mit einer Allstar-Band ein, in deren Reihen sich die komplette Stammbesetzung von My Morning Jacket, Doni Schroader von Trail Of Dead und weitere illustre Gestalten wiederfanden. Letzten Sommer tourte er dann mit großem Ensemble, zwei Gitarristen, Bassist, Drummer, Keyboarder und Saxofonistin, doch in Dortmund stellte er unter Beweis, dass er's auch mit kleinem Besteck kann.
"Kleines Besteck" ist auch das richtige Stichwort für den Supportact: Die Empty Fountain Engineers hatten einen ihrer seltenen Auftritte, jene Band, die aus drei Vierteln des Jim Wayne Swingett besteht (sprich: die Originalbesetzung minus Stefan Kullik, der derzeit übrigens mit den Sons Of Jim Wayne ebenfalls tourt) und weiterhin auf Purismus und Traditionalismus setzt. Ein einziges Mikro in der Mitte der Bühne musste reichen, um die vier Stimmen zu verstärken, die stilecht mit Kontrabass, Mandoline, Akustikgitarre und Banjo begleitet wurden. Kurzweilig sollte der Auftritt des Waltroper Quartetts sein, und das war er ohne Frage! Egal, ob durch Shortis knuffige Ansagen, herrliche Gitarrensoli von Thomas Ostermann, das Vergessen ganzer Strophen ("Wenn wir so weitermachen, sind wir in 20 Minuten fertig!"), herrliche Coverversionen von Jimmy Martin oder Hank Williams (dessen "Hey Good Lookin'" sich als heimliches Highlight des Abends empfahl), herzergreifende Balladen wie die vom "Mountain Girl" oder eine Handvoll alter Swingtett-Kultsongs ("Caroline", "Killer" und ganz zum Schluss ein überschäumendes "Foggy Hour") - die Empty Fountain Engineers präsentierten sich als ideale Vorband.

In puncto Spielfreude und Schlagfertigkeit konnte Bobby Bare Jr. danach seine Anheizer sogar fast noch übertreffen, obwohl er - wie eingangs erwähnt - nur die nötigste Unterstützung mitgebracht hatte: Einen Mann für die Tasten und einen für das Schlagzeug, dazu er selbst an der Gitarre, Mundharmonika und dem Fuß-Tamburin. Weil ihm Letzteres zur Verfügung stand, verzichtete er bei den ersten Nummern sogar auf seinen Drummer und machte - mit dem etatmäßigen Keyboarder am Banjo - ähnlich Bluegrass-infiziert weiter, wie die Empty Fountain Engineers aufgehört hatten. Und wer sich nur ein kleines bisschen mit dem Oeuvre des Mannes aus der "Music City" Nashville auskennt, der weiß, dass seine Songs diese Minimalbesetzung durchaus vertragen können. So gab's das wunderbare "Valentine" gleich als zweite Nummer und eine Demonstration seiner Flexibilität kurz darauf: Das feine "I'll Be Around" mit seinem unwiderstehlichen "Ba-Ba-Ba-Ba"-Part gab es nämlich auch in der sanften Akustikversion - nachdem Bare Jr. seinem Schlagzeuger zuvor auf der Bühne erklärt hatte, wie er sich die Unterschiede zur sonst üblichen elektrischen Version vorzustellen habe!

"Ihr bekommt heute die leise Version von uns zu hören", ließ er danach sein Publikum wissen, versprach aber gleichzeitig, dass es später noch lauter werden würde. Und das tat es dann auch. Gleich die erste elektrische Nummer entpuppte sich als Highlight des Abends. Aus dem eigentlich auf Platte eher soundtechnisch unscheinbaren "Flat Chested Girl From Maynardville" wurde in Dortmund die Art psychedelischer Rockorkan, den sich Bare Jr. bei vorangegangenen Konzerten teils für die Zugabe aufgespart hatte. Im Subrosa - vielleicht auch, weil es eine Art Setlist gab, deren Reihenfolge aber überhaupt nicht eingehalten wurde - ließ er es nicht erst am Ende krachen: Die Psychedelik-Ansätze zogen sich auch durch viele andere Songs. So mutierte zum Beispiel "The Monk At The Disco" zu einer lauten Rock-Jam, auch "Motherfucker" gab's dieses Mal rockiger als gewohnt. "Wer den Wuschelkopf aus Tennessee einmal auf der Bühne erlebt hat, der wird garantiert wieder dabei sein", schrieben wir in der Ankündigung der übrigens von Gaesteliste.de präsentierten Tournee, die in Dortmund begann und noch bis Ende April in ganz Deutschland weitergeht. Wer Bobby Bare Jr. und die Seinen an diesem Abend im Subrosa gesehen hat, weiß: Das war nicht geflunkert!

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Surfempfehlung:
www.bobbybarejr.com
www.bloodshotrecords.com/artists/bobbybarejr/
en.wikipedia.org/wiki/Bobby_Bare,_Jr
www.myspace.com/bobbybarejr
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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