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Konzert-Bericht
 
Die Offenbarung

Niels Frevert

Tourtagebuch 2006 / 2007

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Niels Frevert
Wenn man 15 Jahre Anlauf nimmt, um einen Künstler, der einen so lange begleitet hat, endlich einmal live auf der Bühne zu erleben, dann ist eine Enttäuschung oft vorprogrammiert: Zu groß die Erwartungen, zu groß auch die Angst, desillusioniert zu werden. Aber wenn man nach dem Konzert den Clubkeller freudestrahlend verlässt, gar nicht mehr nach Hause will und spätestens auf dem Heimweg den Entschluss fasst, am nächsten Tag 500 Kilometer zu reisen, um den Künstler noch einmal zu erleben, dann hat man entweder sein Urteilsvermögen an der Abendkasse abgegeben oder man hat gerade den Live-Performer Niels Frevert für sich entdeckt. Jenen ehemaligen Frontman der Nationalgalerie, der seit inzwischen mehr als einem Jahrzehnt als Solist unterwegs ist und seit einiger Zeit auch bei seinen Konzerten wirklich allein, nur mit der Telecaster und dem Marshall-Verstärker, auf der Bühne steht.
Düsseldorf, Pretty Vacant, 19.10.2006

Wirklich viele Menschen haben sich nicht in dem kleinen Kellergewölbe in der Düsseldorfer Altstadt eingefunden, aber das ist schon in Ordnung, schließlich ist Frevert seit Jahren bekannt als ein Künstler, bei dem Qualität nicht unbedingt mit Quantität vergolten wird. Vor dem nicht nur von uns langerwarteten Auftritt Freverts steht der Kölner Sænder auf der Bühne. Er hat - anders als bei den folgenden Shows - einen Tag erwischt, an dem alles schief geht. Der Soundcheck minimal, der mitgebrachte CD-Spieler mit den Backingtapes nicht zum Laufen zu bekommen, die Anspannung dem Künstler ins Gesicht geschrieben. Also soll es ohne die Hilfe vom Band gehen, auch Sænder versucht sich nur mit Stimme und Gitarre, aber es will einfach nicht funktionieren. Mehr schlecht als recht bahnt er sich einen Weg durch sein Programm, schafft es aber nicht, nur mit Stimme und Gitarre die Lücken zu füllen, die die fehlende Begleitung hinterlässt. Riesige Soundlöcher klaffen in seinen gar nicht einmal schlechten Songs, und am Ende ist der Mann auf der Bühne ebenso erleichtert wie das Publikum, dass es vorbei ist.

Danach Frevert! Endlich Frevert! Doch der verheddert sich gleich bei den ersten Akkorden des Openers "Seltsam öffne mich", der Kapo will einfach nicht halten, gleichzeitig das Arbeitsgerät richten und weiterspielen fällt Frevert aber auch sichtlich schwer. Es jault und kratzt, einige Menschen im Publikum schauen betreten zu Boden - und darauf haben wir 15 Jahre gewartet? Dann allerdings kommt die erste Gesangszeile, und Frevert macht aus "Bin heute Morgen aufgewacht, mit dem beknackten Gefühl voller Leere und Sinnlosigkeit" ganz locker "... mit dem beknackten Gefühl, dass mit dem Kapodaster was nicht stimmt" und grinst. Das Publikum befreit sich mit einem kollektiven Lachen, und von da an ist das Konzert ein einziger magischer Moment.

Die junge Dame neben uns strahlt über das ganze Gesicht, der Herr hinter uns singt fast jede Zeile (etwas zu) laut mit - und das praktisch während des gesamten Konzerts. Sie wissen bereits, was der Gaesteliste.de-Korrespondent gerade erst begreift: Niels Frevert ist eine Ausnahmeerscheinung, er ist der Mann, der an diesem Abend Witze über "Deutschrock mit Funkeinflüssen, so abgehmäßig" macht, die Rolle Düsseldorfs in seiner musikalischen Sozialisation hervorhebt (und Tommy Stumpff vom KFC rezitiert!!!) oder von seinem Schulpraktikum erzählt, das ihn mit Udo Lindenberg zusammenführte. Letzteres ist mehr als 20 Jahre her, doch Frevert ist Lindenberg bis zum heutigen Tage treu geblieben. Gleich zwei seiner Songs covert er an diesem Abend: Zum einen das famose "Honky Tonky Show" aus den 70ern, zum anderen eben jenen Song, den Lindenberg in der Session aufnahm, die Frevert damals miterlebte: "Körper". Beides Songs, die im Original ob ihrer zeitgeistigen Produktion heute nur noch schwerlich zu ertragen sind, doch in der kleinsten, besten Besetzung - Stimme und Stromgitarre - werden daraus bei Frevert wahre Großtaten. Überhaupt brilliert Frevert als Interpret der Songs anderer, obwohl er wahrlich genug ausgezeichnete eigene Songs vorzuweisen hat und an diesem Abend sogar noch zwei feine neue, unveröffentlichte Nummern präsentiert. Doch anstatt weitere Einblicke in sein für Ende 2007 versprochenes drittes Soloalbum zu gewähren oder den Ruf nach alten Nationalgalerie-Songs zu befriedigen, knöpft er sich lieber Nina Hagens "Auf'm Rummel" vor, das - ähnlich umgekrempelt wie zuvor die Lindenberg-Songs - zum heimlichen Highlight des Abends wird, setzt er doch die Kunstpausen vor den vielen Pointen des Songs kunstvoller als damals Nina Hagen selbst.

Auch für die Zugabe muss eine Coverversion herhalten, eine englischsprachige sogar. Ausgerechnet "Shape Of My Heart" von den Backstreet Boys hat Frevert sich vorgenommen, und bei diesem Song klappt's sogar mit dem Kapodaster, den er vor der Bridge einfach mal eben ganz locker um ein paar Bünde verschiebt. Großartig!

Rüsselsheim, Das Rind, 20.10.2006

Dass auch unsere zweite Begegnung mit Frevert ein denkwürdiger Abend werden würde, steht eigentlich schon fest, als wir den Konzertsaal in Rüsselsheim betreten. Anstelle des schummerigen Kellergewölbes in Düsseldorf, das nicht ganz die ideale Umgebung für diesen Künstler zu sein schien, gibt es eine riesige, zudem noch sehr hohe Bühne, auf der Freverts - in perfektes Licht getauchter - Marshall-Verstärker zunächst fast ein bisschen verlassen wirkt. Doch als der Protagonist des Abends dann auf der Bühne steht, oft im einsamen weißen Lichtkegel, hat er keinerlei Mühe, den etwas überdimensionierten Raum mit seinen Songs und Geschichten zu füllen. Die positive Grundstimmung des Abends hat sich zuvor offenbar auch auf Sænder übertragen, der wesentlich aufgeräumter wirkt als noch am Abend zuvor, nicht zuletzt, weil er seinen eigenen Songs in Rüsselsheim eine spontane Coverversion ("The Drugs Don't Work" von The Verve) voranstellt.

Frevert spielt danach zwar ein fast identisches Set wie tags zuvor, zeigt sich aber ausgeruhter und kommunikativer. Selbst die vom Vorabend bekannten Geschichten, die er noch einmal erzählt (nicht ohne sich vorher bei den Mitgereisten genau dafür zu entschuldigen), schmückt er mit mehr Details aus und lässt sich, nachdem sich einige Menschen in den hinteren Reihen als Lindenberg-Fans outen, sogar dazu hinreißen, gleich drei Songs seines Idols en bloc zu spielen. So kommen wir zusätzlich zu den beiden bereits erwähnten Nummern noch in den Genuss von "Bis ans Ende der Welt", dem Frevert geschickt die Lindenberg'sche Theatralik nimmt und den Song so in eine wahre Gänsehautnummer verwandelt. Ergreifender geht's nicht mehr, aber lustiger. Ausgerechnet als Frevert beim Nina Hagen-Song zur Zeile "Ich gebe bei mir im Garten ne Fete" kommt, lässt ein Konzertbesucher geräuschvoll sein Bierglas auf den Boden fallen...

Linz, Posthof, 09.11.2006

Zwei Wochen später im Posthof sieht sich Frevert selbst in der Rolle des Supportacts. Und er eröffnet nicht für irgendjemanden, sondern für den von ihm sehr geschätzten Ken Stringfellow. Die Parallelen sind unübersehbar: Beide Künstler standen Mitte der 90er bei kurzzeitig erfolgreichen, oft missverstandenen Bands im Rampenlicht, schnupperten fast zeitgleich Majorlabelluft, hatten ihre größten kommerziellen Erfolge jeweils mit der dritten Platte ihrer alten Bands, veröffentlichen ihre unterschätzten Solowerke nur sporadisch, brauchen live nicht mehr als ein Instrument, um zu begeistern, und teilen auch das bereits erwähnte Faible für sorgsam ausgewählte Coverversionen.

Das Konzert in Linz ist allerdings nicht Freverts bester Auftritt. Nachdem er nach einem kleinen Zug-Malheur viel zu spät im Posthof eingetroffen ist, bleibt "Bis ans Ende der Welt" während des Soundchecks die einzig wirklich entspannte Nummer des Abends. Bemüht, möglichst viele Songs präsentieren zu können, ohne Stringfellow etwas von dessen Auftrittszeit zu stehlen, jagt er mit einem solchen Höllentempo durch sämtliche Stücke, dass viele der wunderbaren Nuancen, die uns in Düsseldorf und Rüsselsheim noch so begeistert hatten, etwas untergehen. Ganz abgesehen davon, dass sich Frevert davon irritieren lässt, dass das handverlesene Publikum, das größtenteils entspannt auf dem Holzfußboden sitzt, geradezu gespenstisch still ist. Nur beim klassischen Publikumsanimationsmoment in Freverts Set, bei "7", lassen sich die Linzer kurzfristig aus der Reserve locken. Dennoch gibt's ein ganz besonderes Highlight ganz zum Schluss. Für einen alten musikalischen Weggefährten, der extra aus Salzburg angereist ist, macht Frevert einen der inzwischen so selten gewordenen Abstecher zum Nationalgalerie-Repertoire und schließt sein Programm mit dem famosen "Tränen in mein Herz".

Auch Stringfellow - der (offensiver als der eher schüchtern, ja fast verloren wirkende Frevert) drei Viertel der Show ohne Mikro und mitten im Publikum stehend bestreitet - greift nur einmal auf das Repertoire seiner Band The Posies zurück und zelebriert "You're The Beautiful One" als herzerweichende Hommage an seinen Kollegen Jon Auer. Ob des andächtigen Auditoriums kramt er sogar die seltene, weil so intime Depri-Nummer "Too True" hervor, zollt den großartigen Long Winters mit einem Cover ihres "It'll Be A Breeze" Tribut, macht aus dem Gitarren-Rock-Song "Reveal Love" eine wundervoll emotionale Piano-Ballade und entlässt das Publikum mit der Beach-Boys-Hymne "Good Timin'" in die kühle Linzer Nacht.

Münster, Cuba Nova, 24.11.2006

In Münster hat Frevert endlich das Publikum, das er verdient. Zum einen zahlenmäßig sehr ansehnlich - zuvor hat sogar das Gerücht die Runde gemacht, die Show sei ausverkauft, letzten Endes ist sie es fast -, zum anderen endlich auch nicht nur vorwiegend Thirtysomethings, die mit der Nationalgalerie erwachsen geworden sind, sondern auch viele jüngere Semester. Im Vorprogramm macht erneut Saender seine Aufwartung. Vielleicht ist es der gesteigerte Wiedererkennungswert bei seinen Songs, vielleicht sind auch die dazwischen liegenden Konzerte mit Frevert, jedenfalls präsentiert sich der Kölner in Münster äußerst abgeklärt und lässt sich auch von kleinen Pannen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Selbst als er sich einmal richtig verheddert, bleibt er cool und spielt den Song einfach noch einmal von vorne, als sei das das Normalste der Welt.

Frevert präsentiert danach die Essenz der vorangegangenen Konzerte. Auch er hat sich bei den rund zehn Konzerten seit dem Auftakt in Düsseldorf richtig warm gespielt. Er wirkt weniger unsicher und verletzlich - dabei heimste er genau damit bei den vorangegangenen Konzerten Pluspunkte auf der Sympathieskala ein -, doch das gleicht er dadurch aus, dass er viele seiner Songs in den bestmöglichen Versionen präsentiert. Egal, ob er Songs spielt, die in einer gerechten Welt Hits sein müssten ("Wann kommst du vorbei", "Du mußt zu Hause sein"), Sperriges zugänglich macht ("Tiefkühltruhe"), nur den Eingeweihten bekannte Raritäten herauskramt ("Kickdown") oder mit den neuen Songs "Waschmaschine" und "Baukran" in Richtung seines nächsten Albums deutet - seine Einzigartigkeit hierzulande hätte er nicht besser unter Beweis stellen können.

Köln, Blue Shell, 27.04.2007

Rund fünf Monate Bühnenabstinenz hat sich Frevert nach seiner Herbsttournee gegönnt. Kein Wunder also, dass er in Köln anfangs merklich nervös ist. Dabei hat er wohl nirgends ein dankbareres Publikum als in der Domstadt. Das fällt sogar bereits Tess Wiley (einst kurzzeitig Gitarristin bei Sixpence None The Richer) auf, die den Abend eröffnet. Trotz fast 30 Grad Außentemperatur haben nämlich erstaunlich viele Menschen - und das schon früh - den Weg aus dem Biergarten ins stickige Blue Shell gefunden, um mitzuerleben, wie die hübsche in Gießen heimische Amerikanerin den Songwriter-Folk ihres just an diesem Tag veröffentlichten Albums "Superfast Rock N Roll Played Slow" vorträgt - nett, schlagfertig, ohne Fehler, aber trotz einiger intensiver Momente leider auch ein wenig zu unscheinbar, um wirklich zu begeistern.

Frevert beginnt danach sein Konzert unerwartet: Anstelle des Rocksongs "Seltsam öffne mich" stellt er dieses Mal den Popsong "Glückskeks" an den Anfang, bei der Zugabe spielt er gar "Jetzt für immer". Auch einen dritten neuen Song gibt es, und der ist nicht nur sehr gut, sondern vor allem anders. Während das bereits letztes Jahr präsentierte "Waschmaschine" noch mit Metaphern arbeitet, die man eher vom "alten" Frevert kennt, und "Baukran" ähnlich wie vieles auf dem "Seltsam öffne mich"-Album schon etwas direkter ist, kommt der neue Song völlig ohne Verklausulierungen aus und erzählt die Geschichte eines Wiedersehens, ohne Umschweife und mit einem netten Abstecher zu "I Was Made For Loving You" von Kiss! Überhaupt stehen Gene Simmons und Co. an diesem Abend hoch bei Frevert im Kurs, auch bei "Tag ohne Namen" zitiert er die Band...

Neu auch, dass er sich gleich mehrfach um Kopf und Kragen redet. Kostprobe? "Wusstet ihr, dass man stirbt, wenn man Schwarzbrot toastet? Man muss es noch nicht einmal mehr essen..." Vielleicht hat er einfach das Gefühl, im Blue Shell unter Freunden zu sein und sich und seine Werke anders als bei den vorangegangenen Konzerten nicht erst großartig erklären zu müssen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er auf die übliche Lindenberg-Nummer "Körper" verzichtet und stattdessen lieber eine - übrigens ganz ausgezeichnete - Version von "Ein Herz kann man nicht reparieren" spielt. "Das war Udo aus den 90ern, so nah hab ich mich vorher nie an ihn herangetraut", erklärt er nachher.

Der schönste Moment des Konzerts allerdings ist das Ende von "Du musst zu Hause sein". Klar, auch bei früheren Konzerten hatten einige Menschen im Publikum den Refrain inbrünstig mitgesungen, aber dass 100 Fans oder mehr den Refrain ALLEINE singen und Frevert nur die Akkorde spielen und von einem Ohr zum anderen strahlen muss - das gibt's wirklich nur in Köln. Belohnt wird das Publikum im Blue Shell für seinen Einsatz mit einer ausführlichen Zugabe, die zudem mehr Überraschungen zu bieten hat als die bereits erwähnte Rarität "Jetzt für immer". Frevert ergreift nämlich die Chance, noch eine weitere für ihn neue Coverversion zu spielen, besser: zu singen, denn er präsentiert sie a cappella. Über sechzig Jahre alt ist der Song, und dass man ihn einmal von Frevert zu hören bekommen würde, hätten vermutlich nur die wenigsten gedacht: Die Rede ist "You'll Never Know", jenem Song, den Barbra Streisand 1955 als ihre erste Single aufnahm.

Danach will ihn das Publikum selbst dann nicht gehen lassen, als schon längst die Musik aus der Konserve (Tilman Rossmy übrigens!) läuft. Also kommt Frevert ein weiteres Mal auf die Bühne, und Nina Hagens "Auf'm Rummel" - dieses Mal gesanglich nicht nur bei der Gespensterbahn wesentlich näher am Original als frühere Versionen - ist auch textlich ("Geh ick nu oder bleib ick nu") ein perfekter Schlusspunkt für einen glänzenden Auftritt gewesen.

Dortmund, Pauluskirche, 28.04.2007

Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Vom Blue Shell mit seiner Partystimmung in die in Pauluskirche mit ihrer sakralen Atmosphäre.

Tess Wiley braucht dann auch praktisch ihr komplettes Set, um ihre Gedanken zu sortieren, wirkt weniger souverän als tags zuvor, kann auf der Habenseite allerdings verbuchen, dass ihre Songs durch den natürlichen Hall der Kirche deutlich an Resonanz gewinnen. Wieder spielt sie fast ihr komplettes neues Album, eine obskure Coverversion eines befreundeten Musikers aus Texas und die "Deutschlektion" namens "Annette" ganz zum Schluss, erzählt von ihrem Abschied aus Amerika und warum handgeschriebene Liebesbriefe mehr aussagen als per E-Mail versandte. Auf so viel Gegenliebe bei den Zuschauern wie in Köln trifft sie damit in Dortmund allerdings nicht.

Das mag mit am Veranstaltungsort liegen, denn auch Frevert wird längst nicht so gefeiert wie im Blue Shell. Andächtig sitzt das handverlesene Publikum in den Kirchenbänken und lauschen den Songs, die der Mann vor dem Altar vorträgt. Die fast scheue Zurückhaltung des Publikums ist durchaus berechtigt, denn Frevert spielt ausschließlich die ruhigen Nummern seines Programms: kein "7", kein "Doppelgänger", kein "Honky Tonky Show". Lindenberg ist trotzdem ein zentrales Thema. Frevert erzählt von seinem Auftritt in einer Hamburger Kirche, bei dem sein großes Idol im Publikum gewesen ist, die Texte aber nicht verstehen konnte, weil der Hall des riesigen Raumes sie verschluckte... Vielleicht schwirrt Frevert diese Episode im Kopf herum, als er "Ein Herz kann man nicht reparieren" spielt, jedenfalls vergisst er gleich mehrfach den Text. Ein Fauxpas, den er allerdings mit einer wirklich schönen Version der inzwischen eher selten gespielten Lindenberg-Großtat "Bis ans Ende der Welt" umgehend wieder ausbügelt. Auch "Einwegfeuerzeugstichflamme", am Abend zuvor textlich wackelig, sitzt in der Pauluskirche perfekt.

Auch wenn der Auftritt ohne Frage kein so rauschendes Fest ist wie der im Blue Shell - zum Schluss gibt es noch etwas ganz Besonderes zu hören: Für die letzte Zugabe erinnert sich Frevert an das Schlussstück seines ersten Soloalbums und spielt eine reduzierte Gänsehautversion von "Polyacryl" - leise, subtil, erhaben. Ergreifender können Soloauftritte nicht sein!

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Surfempfehlung:
www.nielsfrevert.net
www.tuetensuppe24.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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