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Konzert-Bericht
 
Tränen im Bier

Holly Golightly And The Brokeoffs

Köln, Gebäude 9
14.05.2007
Holly Golightly And The Brokeoffs
Gäbe es einen Preis für den gelungensten Albumtitel des Jahres, das aktuelle Holly Golightly-Werk käme ohne Frage in die engere Auswahl: "You Can't Buy A Gun When You're Crying" heißt die Kollaboration der Britin mit dem Amerikaner Lawyer Dave alias The Brokeoffs. Gäbe es außerdem einen Preis für die am wenigsten erwartete musikalische Neuausrichtung, könnte sich Miss Golightly auch für diesen nominieren lassen. Nach unzähligen Veröffentlichungen im Garagenrock-Umfeld ihres alten Mentors Billy Childish, die sie als charmantes One-Trick-Pony präsentierten, hat sie nun nämlich die Countrymusik für sich entdeckt.
Natürlich nicht die Art von Country, die heutzutage in den Staaten sogar die Charts erklimmt, nein, Oldschool-Outlaw-Countrysongs waren das, was uns Holly und Dave in Köln vorsetzten, und sägender Pre-War-Blues. "Thanks for your tolerance and patience" meinte Holly dann auch gleich zu Beginn der Show, als sei es ihr selbst nicht ganz geheuer, ihre reguläre vierköpfige Begleitband gegen einen einzigen spleenigen Amerikaner eingetauscht zu haben, auch wenn der gleichzeitig singen, (Slide-)Gitarre und Schlagzeug spielen konnte. In ihren Songs sangen die zwei von der Liebe des Teufels, schwarzen Nächten, vom Reisen und von gebrochenen Herzen und fühlten sich zuerst von Jesus und ganz zum Schluss bei der Zugabe sogar von allen verlassen. Das gefiel nicht nur dem neunjährigen Jungen, der gebannt in Reihe eins direkt vor Holly sein erstes Konzert erlebte. Das gefiel so ziemlich allen im Saal, denn Holly und Dave harmonierten nicht nur musikalisch und gesanglich besser, als man es von einem Duo, das gerade erst ein gemeinsames Album vorzuweisen hat, erwarten durfte, sie warfen sich auch zwischen den Songs so wunderbar locker die Bälle zu, dass es eine helle Freude war, ihnen bei ihren Wortgefechten zuzuhören. So musste Dave nicht nur ob seiner texanischen Herkunft zu Kreuze kriechen ("Kinder reicher Eltern sind immer Arschlöcher, egal, woher sie stammen", meinte er entschuldigend zum Thema George W. Bush), er musste sich auch noch Sticheleien von Holly gefallen lassen, weil er Halloween mag ("Halloween ist so eine große Sache in den USA, weil sie keine Geschichte haben!").
Holly Golightly And The Brokeoffs
Die wiederum musste sich wegen ihrer "Jägermeister-Unverträglichkeit" einiges von ihrem Partner anhören, der übrigens während des gesamten Abends Herrscher über das Programm der beiden war. Schließlich hatte er die Setlist auf einer Holzkiste verewigt, nachdem den zweien die Papierlisten an den vorherigen Abenden stets am Ende der Show vom Publikum entwendet worden waren. "Die Kiste ist zu schwer zum Wegtragen, sie wiegt 30 oder 40 Pfund", meinte er erklärend. "Leider weiß ich nicht, wie viel das in Kilogramm ist, denn das metrische System ist das Werkzeug des Teufels!" Doch nicht nur die "teuflischen" Anspielungen unterstrichen, dass Holly und Dave eher den dunklen Mächten zugewandt sind. Sie wären gerne die erste "Goth-Hochzeitskapelle der Welt", ließ uns Holly lachend wissend. Nach diesem feinen Auftritt in Köln gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass die zwei das auch schaffen werden!
Surfempfehlung:
www.hollygolightly.com
en.wikipedia.org/wiki/Holly_Golightly
www.myspace.com/hollygolightlyandthebrokeoffs
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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