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So wie einst...

Sportfreunde Stiller

Köln, Gebäude 9
29.06.2007
Sportfreunde Stiller
Eigentlich hatten wir ja gedacht, dass wir die Münchner nach dem belanglosen "Burli"-Album und den folgenden Arena-Tourneen endgültig verloren hätten, doch plötzlich scheint es, als wollten die drei das Ruder noch einmal herumreißen: Nun gut, der Auftritt im kleinen Gebäude 9 war lediglich der Auftakt zu einer Konzertreise, die das Trio im Herbst auch wieder in ungleich größere Hallen bringen wird, doch das "Zurück zu den Wurzeln"-Feeling machte sich an diesem lauen Juniabend nicht nur ob der Wahl des Auftrittsorts breit.
Sportfreunde Stiller
Zu hören gab es im Gebäude 9 nämlich vor allem neue Songs aus dem kommenden Album "La Bum", und die schlugen häufig nicht nur musikalisch andere Töne an als schauerliche Mitgröhl-Klassiker à la "1. Wahl", sondern gaben sich auch textlich (wieder) erwachsener. Hatte man bei "Burli" mitunter ein wenig das Gefühl, die Band würde ihre Songs etwas zu sehr am immer jünger werdenden Publikum ausrichten, haben die neuen Songs nun wieder die Qualitäten, die uns vor knapp zehn Jahren zu solch glühenden Verehrern der Sportfreunde machten. Das bewiesen gleich die ersten beiden Songs des Abends, "Der Titel vom nächsten Kapitel" und "995er Tief", wenngleich einige im Publikum wohl eher mit weiteren Nummern der Marke "Alles Roger" (das textlich unter den neuen Songs wie ein, wenngleich kalkulierter, Ausrutscher anmutete) gerechnet hatten, denn es war merklich ruhig für ein restlos ausverkauftes Konzert. Das änderte sich allerdings schlagartig, als ältere Songs wie "Kleiner Schritt" oder "7 Tage, 7 Nächte" auf dem Programm standen und Drummer Flo zusätzlich Stimmung machte, indem er gleich mehrfach auf seinem Casio-Keyboard "Viva Colonia" anstimmte, das die feierwillige Meute vor der Bühne dann auch gleich begeistert weitersang...

Das passte zwar überhaupt nicht zu den neuen Songs, von denen sich vor allem das balladeske "Tu nur das, was dein Herz dir sagt" als Highlight nicht nur des kommenden Albums, sondern der gesamten Sportfreunde-Karriere empfahl, spiegelte allerdings sehr gut die relaxte Stimmung des Abends wider. Gleich mehrfach lieferten sich Band und Publikum einen verbalen Schlagabtausch mit reichlich hier nur schwer wiederzugebender Situationskomik und sogar Songwünsche wurden erfüllt. Fast zumindest, denn ganz so unvorbereitet, wie es im ersten Moment ausgesehen haben mochte, traf die Band der Ruf nach "Unterwegs" (der einzige Abstecher zum Frühwerk vor Album Nummer 1) dann wohl doch nicht. Den alten Kracher mal wieder zu hören war dennoch Gold wert! Für die größte Begeisterung, zumindest gemessen an der Intensität des Singalongs, sorgte dagegen "Ein Kompliment", bei dem sich Peter den Gesang auch vollends hätte sparen können, so laut und textsicher, wie das Publikum war.

Sportfreunde Stiller
Kurz vor Ende hatte dann sogar Bassist Rüdiger noch sein erstes (kleines) Gesangssolo bei einem Sportfreunde-Song, das er allerdings teuer bezahlte: Peter und Flo traten danach nämlich nicht nur Details aus Rüdes Privatleben breit (angeblich trägt er nur deshalb den gleichen Vornamen wie sein Vater, weil der bei Eintragung auf dem Standesamt zu aufgeregt war, und die Zeilen "Name des Vaters" und "Name des Kindes" verwechselte...), sondern diskutierten auch noch wild über die Umstände des Einstiegs ihres Bassisten in die Band. Wer hätte gedacht, dass sie ihn damals beinahe am Straßenrand hätten stehen lassen, anstatt ihn zum Mitspielen aufzufordern? Für die Zugaben hatten sich die Sportfreunde dann noch eine Handvoll Greatest Hits ("Wunderbaren Jahren", "Wellenreiten" und das unvermeidliche "Ich Roque" aufgehoben), taten uns aber noch einen großen Gefallen, indem sie auf "das Fußballlied" verzichteten, obwohl es im Laufe des Abends gleich mehrfach für spaßige Ansagen hatte herhalten müssen. Stattdessen gab es das versöhnliche "Legenden" als Rausschmeißer.

Natürlich hatten wir gehofft, dass dieses kleine Clubkonzert ein wenig das Flair der frühen Auftritte der Band in teils noch kleineren Läden zurückbringen würde. Dass dies auch wirklich funktionierte, lag allerdings nicht an nostalgischen Gefühlen, sondern vor allem ganz maßgeblich an den neuen Songs. Und das ist die wirklich gute Nachricht, die man nach etwas mehr als 100 Minuten aus dem Gebäude 9 mit nach Hause nehmen durfte!

Surfempfehlung:
www.sportfreunde-stiller.de
www.myspace.com/sportfreundestiller
de.wikipedia.org/wiki/Sportfreunde_Stiller
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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