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Konzert-Bericht
 
Mit Leichtigkeit

Sternbuschweg

Köln, Normal Records (In-Store)
06.12.2008
Sternbuschweg
Zugegeben: Wir haben nur den In-Store-Auftritt des Wochenend-Abstechers von Sternbuschweg nach NRW und nicht die regulären Konzerte in Oberhausen, Münster oder Köln gesehen, dennoch verließen wir den Laden von Normal Records mit drei Erkenntnissen: 1. Die fünf Jahre, acht Monate, sieben Tage, 13 Stunden und 47 Minuten, die es laut Bandinfo dauerte, bis "Mein Herz schlägt weiter jeden Tag", das Debütalbum des Berliner Indie-Pop-Quartetts, endlich fertig wurde, waren nicht verschwendet, 2. Wolfgang Müller-Molenar macht, mit Liwaesker Leichtigkeit, auch als Solist nur mit einer Akustikgitarre eine ausgezeichnete Figur, und 3. Sternbuschweg haben mehr unveröffentlichte gute Lieder als der Durchschnitt der hiesigen Konkurrenz veröffentlichte.
Anstatt mit der kompletten Band anzutreten, bestritt Müller-Molenar den Auftritt nämlich praktisch als Schaufensterkonzert im Vorraum des Ladens, was nicht nur dafür sorgte, dass die Besucher eng beieinander stehen mussten und so etwas wie richtige Konzertatmosphäre aufkam, sondern auch dafür, dass sich immer wieder vorbeilaufende Passanten an der Scheibe die Nase platt drückten. Anstatt sich auf das Material des endlich fertiggestellten Debütalbums zu konzentrieren, beließ es der Sternbuschweg-Sänger bei einigen wenigen Auszügen wie "Mary Alice's Rettungsplan", und selbst aus den zuvor veröffentlichen EPs gab es nicht viel zu hören, wenn man von dem ohrwurmigen Highlight "Mach ich dich glücklich oder nicht" einmal absieht.

Stattdessen gab's jede Menge unveröffentlichter Songs zu hören, für die Müller-Molenar ab und zu das zu seinen Füßen liegende Notizbuch bemühen musste und die so gut waren, dass es gleich mehrfach ermutigende, wenn auch mit einem Augenzwinkern gebrachte Publikumskommentare à la "Super, bitte sofort aufnehmen!" als Feedback gab. Das galt für den "Partisanen-Song", der sich das Motto von "We Shall Overcome" auslieh, genauso wie für die Nummer, von der ihr Autor sagte, ihm gefalle eigentlich den Refrain nicht, aber die Ansage zum Song sei gut, um dann auszuführen, dass der Song davon handele, seine eigene Grabrede zu schreiben. Die Idee dahinter: Wenn sie gut ist, hatte man ein erfülltes Leben.
Doch nicht immer ging es so ernst zu. Bei einem kleinen, unerwartet bösen Song fehlte Müller-Molenar bis vor Kurzem noch ein Name für den Protagonisten, bis ihm zu Ohren kam, dass ein Journalist vom Musikexpress einen Verriss über das Sternbuschweg-Album plane (der letztlich nicht veröffentlicht wurde). Folglich heißt das Lied nun "Martin Weber"! Beim Auftritt im Laden von Normal sorgte die Nummer allerdings nicht nur wegen einiger ziemlich spitzer Textzeilen für viel Heiterkeit, sondern auch deshalb, weil sich Ladenbesitzer Jochen Sperber als Freund des besagten Journalisten outete...

Am Ende des kurzweiligen Auftritts musste dann sogar noch eine Zugabe her, und dafür, dass das Ladenkonzert ja eigentlich nur so etwas wie das Warmspielen für den Auftritt im Kölner Blue Shell zwei Tage später war, war es wirklich ganz ausgezeichnet.

Surfempfehlung:
www.sternbuschweg.de
www.myspace.com/sternbuschweg
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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