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Konzert-Bericht
 
Herrlich!

Jonathan Richman

Essen, Grend
22.03.2009
Jonathan Richman
Ob sich Jonathan Richman an seinen letzten Auftritt im Grend erinnert hat? Vor anderthalb Jahren war er nämlich schon einmal in Essen-Steele zu Gast, und damals war das Konzert bestenfalls durchwachsen: Erstaunlich kurz, frei von praktisch sämtlichen Hits und mit einem Jonathan, der zwar durchaus unterhaltsam, aber dennoch für seine Verhältnisse unerwartet lustlos erschien. Als hätte er Wiedergutmachung im Sinn gehabt, wirkte der kauzige Amerikaner mit dem großen Herzen und den ebenso großen Songs dieses Mal wie ausgewechselt.
Gemeinsam mit seinem Sidekick am Schlagzeug - der inzwischen auch in großen Lettern auf dem Konzertposter verewigt ist: "Feat. Tommy Larkins on the drums" - lieferte er im natürlich wiederum restlos ausverkauften Grend dieses Mal eine Show ab, die von Anfang an fröhlicher, intensiver, lebendiger, mit einem Wort: besser war. Dabei störte es sicher nicht, dass es die beim letzten Mal fast schmerzlich vermissten Hits jetzt ins Programm geschafft hatten, denn wer hört nicht gerne "I Was Dancing In The Lesbian Bar" oder "Pablo Picasso"? Vor allem mit letzterer Nummer konnte Jonathan punkten, fügte er dem altbekannten Evergreen doch noch einen ausführlichen Dialog mit dem Publikum hinzu - mitten im Song, versteht sich. Die beiden vielleicht besten Nummern waren allerdings zwei Stücke, die unseres Wissens überhaupt noch gar nicht veröffentlicht sind. "Older Girl" erzählt die herzergreifende, womöglich autobiografische Geschichte eines 14-jährigen Jungen aus Massachusetts, der in eine ältere Frau (also eine 15-Jährige) verliebt ist, aber bei ihr natürlich keine Chance hat - nicht zuletzt, weil er aussieht, als wäre er erst 11, und mit "My Affected Accent" entschuldigt sich Jonathan 40 Jahre später für sein Auftreten in der Highschool. Ungewöhnlich an letzterem Song war auch, dass er auffallend laut gespielt wurde und sich eher wie eine Modern Lovers-Nummer anhörte als eine neue Kreation aus Jonathans Feder.
Der Rest war Jonathan, wie wir ihn kennen und lieben. Wunderschöne Lieder in vier oder fünf verschiedenen Sprachen, viel Klamauk (so parierte er einen englischen Zwischenruf todernst auf Deutsch mit "Ich verstehe nicht!"), skurrile Tanzeinlagen und in Songform gegossene Statements zu Luftauffrischern ("When We Refuse To Suffer") und Mobiltelefonen ("You Can Have A Cell Phone That's Okay But Not Me"). Vor der Zugabe erklärte er noch schnell, dass er und Tommy versuchen würden, jeden Tag etwas Frisches auf die Bühne zu zaubern und nur die Nummern spielen würden, die sich in genau diesem Moment richtig anfühlten. Also gab es anstatt eines Klassikers mit "Es Como El Pan" ein auf Spanisch gesungenes Lied vom aktuellen Album "Because Her Beauty Is Raw And Wild" zu hören, doch ganz wohl dabei, uns mit diesem Song in die kalte Frühlingsnacht zu entlassen, war ihm dann doch nicht, also endete das Konzert mit einer Coverversion, und nicht irgendeiner, sondern mit Leonard Cohens "Here It Is". Das war das i-Tüpfelchen auf einem wirklich tollen Konzertabend.
Surfempfehlung:
www.vaporrecords.com/catalog/a_jon_richman.html
jojofiles.blogspot.com
www.sjrp.org/index.php
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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