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Famos!

Gisbert zu Knyphausen
Ron Diva

Essen, Grend
02.05.2009
Gisbert zu Knyphausen
Zum seit Monaten restlos ausverkauften Konzert im Essener Grend kam Gisbert zu Knyphausen direkt von zu Hause. Tags zuvor hatte er nämlich auf dem Weingut seines Vaters im Rheingau gespielt und dabei auch ganz nebenbei den "lecker Wein" vorgestellt, den es nun als Sonderedition im Sortiment des Weinguts Baron zu Knyphausen gibt. Ob seine gute Laune damit etwas zu tun hatte? Er war jedenfalls schon vor dem Konzert bestens gelaunt und damit für einen tollen Abend alles bereit.
Als Support war - ebenfalls solo an der Akustikgitarre - Ron Diva mit von der Partie, der in Kürze mit Gunnar Ennen von Gisberts Band sein erstes Album aufnehmen will und vermutlich schon deshalb als Seelenverwandter des Hauptacts durchgeht. Das Publikum sah das ähnlich, spendete lange Applaus und trug sich nachher zahlreich in die Mailingliste von Herrn Diva (der, passend zum Abstecher in den Ruhrpott, übrigens ein Chelsy-Shirt trug!) ein.
Gisbert hatte danach leichtes Spiel. Ebenfalls solo angetreten, konnte er sich darauf verlassen, dass nicht nur das Publikum in den vorderen Reihen vom ersten Ton an andächtig zuhörte, an den richtigen Stellen lauthals mitsang (oder, wie bei der Zeile "ein Hoch auf den Alkohol" aus "So seltsam durch die Nacht", kollektiv die Biergläser gen Saaldach stemmte) und zwischen den Songs seiner Begeisterung gehörig Ausdruck verlieh. Nach drei Songs fiel dem Protagonisten dann auf, dass er seinen Kapodaster im Backstageraum hatte liegen lassen, und während Kollege Diva das Arbeitsgerät holen ging, gab's ausführliche Informationen zum Thema Riesling und lustige Geständnisse à la "Es gibt auch Rotwein von uns, aber der ist nicht besonders gut". (Was natürlich nicht an den Fähigkeiten der Familie zu Knyphausen liegt, sondern vielmehr mit dem Anbaugebiet zu tun hat.)

Mit dem Kapo am Gitarrenhals gab's "Sommertag" zu hören, und zwar in einer so rasanten Version, dass man die Band von der Plattenaufnahme überhaupt nicht vermisste. Überhaupt spielt Gisbert alleine in einer ganz anderen Liga. Vermutlich deshalb, weil seine Band zwar äußerst kompetent ist, die Songs aber viel zu persönlich, als dass sie von irgendjemand anders als dem Songwriter selbst interpretiert werden könnten. Alle 12 Lieder seines ganz ausgezeichneten Debütalbums spielte Gisbert in Essen, dazu ein paar neue (wie das unlängst auf dem der aktuellen Mai-Ausgabe des Rolling Stone beiliegenden Konzertmitschnitt "Gisbert zu Knyphausen live @ Fliegende Bauten" veröffentlichte "Hurra! Hurra! So nicht.") und einige sorgfältig ausgewählte Coverversionen. Neben dem unglaublichen "Wer du bist" von Daantje & The Golden Handwerk, das inzwischen aus Gisberts Programm kaum noch wegzudenken ist, gab es im Grend im regulären Programm so auch noch "Seemannsblau" von Bosse zu hören, bevor der offizielle Teil mit dem sensationellen "Melancholie" ausklang.

Den Publikumswunsch "Leerer Raum" (Gisberts Cover des Lichter-Songs) ignorierte der Wahl-Hamburger bei den Zugaben zwar, dafür beendete er ein wirklich wunderbares Konzert mit einer weiteren, herrlich obskuren Coverversion, indem er "Jeder geht allein" von Staring Girl aus Kiel sang und spielte, als sei es sein eigener Song. Danke, Gisbert, für diesen tollen Abend!

Surfempfehlung:
www.myspace.com/gisbertzuknyphausen
www.myspace.com/rondiva
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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