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Konzert-Bericht
 
Simon, Garfunkel & Björklund

Downpilot

Dortmund, Subrosa
05.11.2009

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Downpilot
Vor ziemlich genau zwei Jahren beendeten Downpilot ihre letzte Tournee in kompletter Bandbesetzung in der Bonner Mausefalle laut und wild mit Coverversionen von "Sway" (The Rolling Stones) und "Fair Touching" (Guided By Voices). Nach den letztjährigen Soloauftritten von Mastermind Paul Hiraga im Rahmen der "Sit Down And Sing"-Tour standen Downpilot nun wieder als Trio auf der Bühne - und klangen trotzdem völlig anders.
Das lag vor allem daran, dass der deutsche Schlagzeuger Lars Plogschtieß bei den letzten Auftritten der diesjährigen Gastspielreise fehlte und dem Frontmann Hiraga und dem Bassisten Jeff Brown dafür die dänische Pedal-Steelerin Maggie Björklund zur Seite stand, die bei einer ganzen Reihe altbekannter Songs für völlig neue Nuancen sorgte. Vielen anderen Bands, die ähnlich wie Downpilot im Randgebiet des weiten, ausgefransten Americana-Genres unterwegs sind, hätte der Verlust des Drummers vermutlich den Todesstoß versetzt und viele Unzulänglichkeiten, die man ansonsten bequem mit Lautstärke und Wumms überspielen kann, zutage gefördert. Im Falle der Band aus Seattle, Washington, dagegen führte die Beschränkung auf halbakustische Kammermusik-Besetzung dazu, Hiragas Qualitäten als Songwriter noch zu unterstreichen. Dass sich der Vordenker der Band zudem auch gesanglich wunderbar mit seinem Bassisten ergänzt, war bisher oft ein wenig untergegangen. Dieses Mal stand der Gesang der beiden (plus dem des "Neuzugangs" an der Pedal Steel Guitar) bei vielen Stücken im klanglichen Mittelpunkt, als stünden dort Simon, Garfunkel und Björklund auf der Bühne... Herrlich!

Natürlich gab es vereinzelt Lieder, bei denen man das Schlagzeug schon ein wenig vermisste, bei "My Sunshine" zum Beispiel, dafür gab es einige alte Songs völlig neu zu entdecken. Das wunderbare "True" vom ersten Album "Leaving Not Arriving" zum Beispiel hatte Hiraga bisher eigentlich nur am Piano gerne gespielt. Dieses Mal gab es den Song in Duo-Besetzung (Stromgitarre und Pedal Steel) zu hören, und dabei klang er so herrlich gespenstisch, dass man fast glauben konnte, es würde sich um ein neues Lied handeln. Außerdem wichen die drei in Dortmund etwas vom sonst üblichen Programm ab, spielten das im Gaesteliste.de-Interview ausführlich diskutierte "28 1/2" - ein Highlight aus der feinen aktuellen LP "They Kind Of Shine" -, und bei der zunächst von Hiraga solo bestrittenen Zugabe gab es sogar noch eine Coverversion zu hören, obwohl die Band - mit inzwischen drei kompletten Alben und einer EP im Gepäck - auf dieser Tournee eigentlich nicht auf die Songs anderer zurückgreifen wollte. Ausgesucht hatte sich der sympathische Amerikaner zudem eine nette Obskurität: "Tell Me Why" von Neil Young, einen der oft überhörten Diamanten aus dem "After The Goldrush"-Album.

Mit den Gepflogenheiten des europäischen Fußballs mag sich Hiraga auch am Ende seiner siebten Gastspielreise in Europa seit 2005 noch nicht vollends angefreundet haben (für die Tatsache, dass das vor dem Konzert im Subrosa übertragene Europa League-Spiel des HSV unentschieden endete, hatte er nur Unverständnis übrig: "Bei uns wird so lange gespielt, bis es einen Sieger gibt!"), doch dass das Publikum nach der eigentlich als Abschluss geplanten Solonummer "Like You Believe It" so begeistert applaudierte, dass Downpilot noch für eine letzte Nummer in Trio-Besetzung auf die Bühne zurückkehren mussten, unterstrich: Deutschland ist längst die zweite (musikalische) Heimat des rastlosen Amerikaners geworden.

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Surfempfehlung:
www.downpilot.com
www.myspace.com/downpilot
www.tapeterecords.de/index.php?id=34
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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