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Virtuos!

Living Colour

Essen, Zeche Carl
10.08.2010

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Living Colour
Die kommerziell erfolgreichsten Zeiten dieser "legendären NYC-Funk-Truppe", wie Living Colour auf dem Poster der Zeche Carl etwas zu salopp beschrieben wurden, mögen inzwischen 20 Jahre zurückliegen, und auch daraus, dass die Reunion des Quartetts vor zehn Jahren nicht zuletzt auch finanzielle Hintergründe hatte, haben Corey Glover, Vernon Reid, Will Calhoun und Doug Wimbish nie ein Hehl gemacht, doch in Essen präsentierten sich Living Colour als perfekt eingespielte Einheit, die zudem noch richtig Spaß an der eigenen Musik hatte (oder zumindest doch zu haben schien).
Auf echte Ansagen verzichteten die vier zwar größtenteils - und als sich Sänger Glover vor den Zugaben doch einmal ans Publikum wandte, tappte er gleich ins Fettnäpfchen, weil er sich nicht daran erinnern konnte, dass seine Band vor rund zwanzig Jahren schon einmal in der Zeche Carl zu Gast gewesen war -, doch untereinander scherzten die Musiker auffällig viel. Ob das nun ein lieb gemeintes Frotzeln war oder doch eher ein ironisches Sticheln, wurde nicht immer ganz klar, gelacht wurde jedenfalls viel auf der Bühne, auch wenn Glover nicht immer zu wissen schien, was Gitarrist Reid ihm eigentlich sagen wollte. "Er macht das ständig, aber ich habe keinen Schimmer, was der Scheiß soll", gestand er.

Für eine positive Atmosphäre sorgte diese Interaktion auf der Bühne dennoch, denn nicht nur verbal, sondern auch musikalisch warfen sich die vier mit Leichtigkeit die Bälle zu - und das, obwohl wir es hier ohne Zweifel mit ausgemachten Individualisten zu tun hatten. So nahmen auf dem Merch-Tisch die Solowerke der vier Musiker (und die personalisierten Trommelstöcke von Drummer Calhoun) deutlich mehr Platz ein als die Devotionalien der "Hauptattraktion". Dazu passte auch, dass auf dem Drumkit "Calhoun" und nicht etwa "Living Colour" stand.

Doch das alles war egal, als die vier um kurz nach 21.00 Uhr auf die Bühne kamen, um ihre auch 22 Jahre nach "Vivid" immer noch elektrisierende, ureigene Crossover-Variante zu präsentieren. Den persönlichen Favoriten des Verfassers dieser Zeilen ("Open Letter To A Landlord") hatten die Musiker zwar wieder einmal kurzfristig aus dem Programm gestrichen, dafür gab es mit "Song Without Sin" früh am Abend eine echte Rarität zu hören. Überhaupt war die Setlist natürlich vor allem mit den Hits aus den ersten beiden Alben gespickt, doch die beste Nachricht des Abends war sicher, dass sich die Handvoll Songs aus dem ausgezeichneten 2009er-Werk "The Chair In The Doorway" - und das ist nicht nur eine Floskel - nahtlos in die lange Liste alter Klassiker einfügten.

Und als ob es nicht reichen würde, das Publikum weit über zwei Stunden mit einem Sound zu fesseln, der von Funk über Rock, Metal und Blues bis hin zu Hip-Hop und Soul alles abdeckte, gab es auch noch einige nette Showeinlagen. So sprang Bassist Wimbish irgendwann kurzerhand ins Publikum und spielte den Song umringt von den Fans weiter, und bei Calhouns obligatorischem Drum-Solo wurde irgendwann das Bühnenlicht gelöscht und sein virtuoses Spiel mit Glow-in-the-dark-Drumsticks sichtbar! Mit "Glamour Boys", "Love Rears Its Ugly Head" und "Cult Of Personality” spielten Living Colour ihre größten Hits natürlich zum Schluss, bevor es bei der Zugabe noch einmal ganz wild wurde, schließlich stand am Ende sogar noch die Hardcore-meets-Funk-Nummer "Time's Up" auf dem Programm!

So war es ein wirklich tolles Konzert von vier begnadeten Musikern, von denen schon jeder allein das Publikum beeindruckt hätte, gemeinsam aber konnten sie wirklich begeistern!

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Surfempfehlung:
www.livingcolourmusic.com
www.myspace.com/livingcolourmusic
de.wikipedia.org/wiki/Living_Colour
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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