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Konzert-Bericht
 
Satz mit (zwei) x

The xx

Köln, E-Werk
26.08.2010
The xx
Vor knapp einem Jahr spielten The xx noch im - wenngleich damals auch bereits ausverkauften - Kölner Luxor. Jetzt fasste der Saal zwar ungefähr fünfmal so viele Zuschauer, trotzdem gab es auch für die The xx-Show im E-Werk schon Wochen vorher keine Tickets mehr. Keine Frage, hier stand eine Band auf der Bühne, die Fans, Promoter und Plattenindustrie gleichermaßen als Allheilmittel gegen die bekannten Einbußen in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht sehen.
The xx
Eine Situation, die die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band mit dem aufsehenerregenden Stilmix offensichtlich überfordert. Klanglich hatten die Songs von The xx im geräumigen E-Werk zwar viel mehr Platz, sich richtig zu entfalten, als im klaustrophobischen Luxor, dennoch passten die extrem introvertierten Shoegazer auf der Bühne und die geschätzten 2500 zahlenden Gäste jenseits des Absperrgitters nicht so recht zusammen. Denn auch wenn das Publikum der Band förmlich an den Lippen hing und jede noch so kleine Geste mit Verzückung quittierte - es war nicht zu übersehen, dass sich die Band nicht so
richtig wohlfühlte in ihrer Haut.

Dabei ist Band eigentlich gar nicht das richtige Wort, denn die drei Briten auf der Bühne präsentierten sich eher als Einzelkämpfer - Interaktion fand zwischen Gitarristin Romy, Bassist Oliver und Beatmaster Jamie kaum statt. Dieser Eindruck wurde zusätzlich durch das (oft wirklich eindrucksvolle) Licht noch unterstützt: Wer sang, wurde angestrahlt, der Rest der Band spielte derweil im Dunkeln.

Das Programm bestand auch dieses Mal wieder aus den inzwischen hinlänglich bekannten Liedern des selbstbetitelten Debüts - und einer Coverversion. Statt des Klassikers "Teardrops" von Womack & Womack gab es dieses Mal Kylas "Do You Mind?" zu hören, und obwohl die Nummer im Original eine hochpolierte, hypermoderne R'n'B-Pop-Nummer ist, hatte Beat-Frickler Jamie ausgerechnet bei dieser Nummer seinen Einsatz am seitlich versteckten Mini-Schlagzeug... Doch trotz toll groovender Tracks wie "Islands" oder "Night Time" fiel ein wenig auf, dass die Songs, die auf der Platte noch distinguiert und abgeklärt klangen, in Köln eher distanziert und unterkühlt daherkamen.

Obwohl The xx ja eigentlich für ihre Perfektion bekannt sind, hakte es dieses Mal zudem an einigen Stellen hörbar, doch zumindest die Treuergebenen im Publikum konnten dem sogar noch etwas Gutes abgewinnen: Immerhin machten die kleinen Unvollkommenheiten das Konzert so von anderen unterscheidbar.

The xx
Nach kaum mehr als 45 Minuten gab es mit "Stars" nur noch eine Zugabe, und das war's dann. Oliver hatte sich zwar gleich zu Beginn des Auftritts artig für die Geduld des Publikums - der Auftritt in Köln war ursprünglich schon für Februar in der Essigfabrik geplant gewesen - bedankt, aber viel mehr hatten The xx ihrem Publikum an diesem Abend nicht mitzuteilen. Womöglich tun wir dem Trio ja auch Unrecht, vielleicht sind The xx wirklich so unglaublich schüchtern, dass Auftritte dieser Größenordnung zu einem Vabanque-Spiel werden, vielleicht sind sie inzwischen (verständlicherweise) einfach auch ein wenig ausgebrannt, aber ein bisschen wurde man leider bei diesem Konzert trotz der manchmal aufflackernden Genialität das Gefühl nicht los, dass das Trio den Abstecher nach Köln als schnell abzuhakende Pflichtaufgabe ansah. Was der Kollege Felix Maliers in seinem "Platte der Woche"-Review zum Album noch als "herrlich gelangweilt" bezeichnet hatte, wirkte an diesem Abend des Öfteren einfach nur noch gelangweilt. Wirklich sehr, sehr schade!
Surfempfehlung:
thexx.info
www.myspace.com/thexx
de.wikipedia.org/wiki/The_xx
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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