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Young Rebel Set

Düsseldorf, Zakk
27.09.2010

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Young Rebel Set
Ein reguläres Album haben Young Rebel Set zwar noch nicht vorzuweisen, aber im Club des Düsseldorfer Zakk trotz des vergleichbar stolzen Abendkassen-Preises von 15,00 Euro selbst an einem Montagabend richtig voll. Der Grund dafür ist denkbar einfach: In Zeiten, in denen nicht zuletzt im Musikbusiness alles immer stromlinienförmiger wird, ist diese so ungemein lebendige "Horde englischer Trunkenbolde", wie der Kollege Ullrich Maurer das britische Septett bei seinem Auftritt beim Haldern Pop-Festival beschrieb, die löbliche Ausnahme. Eine Band, deren Songs wirklich von Herzen kommen - und nein, das ist nicht nur eine Floskel.
Young Rebel Set erzählen Geschichten über vom Leben gezeichnete Draufgänger, die ihre Existenz in englischen Hinterhöfen fristen, sich mit miesen Jobs durchschlagen oder gleich von der Stütze leben, und die letzte Freundin ist natürlich auch gerade weg. Klingt nach schlimmem Klischee, kommt aber bei Young Rebel Set überhaupt nicht so rüber. Vielleicht deshalb, weil sie sich musikalisch konsequent an den wenigen Künstlern, die dieses schwierige Metier zuvor schon mit Bravour gemeistert haben, orientieren: an The Pogues zum Beispiel, von denen die herrlich verlotterten Urban Folk-Elemente im größtenteils akustischen Sound der siebenköpfigen Band stammen könnten, an Johnny Cash und seinen von der harten Schule des Lebens inspirierten Texten und natürlich an Bruce Springsteen, der als leuchtendes Beispiel dafür steht, wie man Working Class-Romantik authentisch für die Massen aufbereitet und trotz aller Schicksalsschläge dennoch nicht die (bisweilen bierselige) gute Laune verliert.

Ein Herz für den kleinen Mann auf der Straße hat schließlich jeder - und genau deshalb sind Young Rebel Set näher am Publikum als viele andere Künstler. Kein Wunder also, dass sie im Zakk ein geradezu perfektes Konzert abliefern. Einziger Wermutstropfen: In der Liveumsetzung fehlen auf dieser Tour die Tasteninstrumente, die auf dem von Grand Hotel Van Cleef als Appetizer ausschließlich auf Vinyl veröffentlichten selbstbetitelten (und in Windeseile ausverkauften) Minialbum bei Songs wie "Fall Hard" mit der unschlagbaren Kombination aus Klavier und Orgel noch in Richtung des Mitt-60er-Bob Dylan gedeutet hatten. So fehlen "Borders" in Düsseldorf zwar die purzelnden Piano-Parts, die sofort Erinnerungen an die besten Momente der E-Street Band wachrufen, großartig ist der Song allerdings auch ohne sie. Zu den bekannten Songs - am Merchandise-Tisch wird auch eine selbst gebrannte CD mit drei bisher unveröffentlichten Nummern verkauft - gesellen sich eine Reihe für das kommende Debütalbum gedachter Songs, die den Highlights der Mini-LP à la "Rosie" in nichts nachstehen.

Das Beste kommt allerdings natürlich zum Schluss. Auf Platte noch das erste Stück, spielen Young Rebel Set im Zakk "If I Was" als letztes Stück des regulären Sets und brauchen den Text gar nicht zu singen, denn das übernimmt der Chor im Publikum! Überraschend ist das allerdings kaum, denn wer fühlt sich bei Zeilen wie "If I was a rich man I'd buy you flowers every day, but I am a poor man, so I pick them on the way, oh, if I was a rich man I would pay to make you stay" nicht angesprochen? Im Dezember wollen sie wieder in Deutschland spielen, und vermutlich werden Säle wie der Club im Zakk dann schon zu klein sein, denn Young Rebel Set sind nur noch einen Song vom ganz großen Durchbruch entfernt.

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Surfempfehlung:
www.youngrebelset.co.uk
www.myspace.com/youngrebelset
www.ghvc.de/index.php?id=youngrebelset
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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