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Konzert-Bericht
 
Sommer im Winter

Vampire Weekend
Jenny & Johnny

Düsseldorf, Stahlwerk
21.11.2010

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Vampire Weekend
Natürlich war es nur Zufall, dass sich vor dem Stahlwerk noch der Sand der sommerlichen Strandbar mit dem Herbstlaub mischte, doch das Bild, das sich vor dem Eingang bot, stimmte prima auf das ein, was später drinnen passieren sollte. Schließlich ist, wenn Vampire Weekend mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit auf der Bühne stehen, immer und überall Sommer. Das war auch an diesem kalten Sonntagabend nicht anders. Lustig dagegen die Tatsache, dass die Setlist des New Yorker Quartetts unübersehbar mit "Düsseldorf, Germany" überschrieben war - schließlich ist das Programm seit den Konzerten im Frühjahr praktisch unverändert.
Nun gut, inzwischen steht "Holiday" am Anfang und "White Sky" folgt als Zweites (das war beim letzten Abstecher in unsere Breiten noch umgekehrt), aber damit hatte es sich dann schon mit den programmtechnischen Überraschungen. Dem Publikum war das herzlich egal, denn das war von der ersten Sekunde an voll da, ja, es begleitete sogar schon das Erlöschen des Saallichts mit einem wilden Kreischen. Die Band ging dennoch lieber auf Nummer sicher. So erklärte Frontmann Ezra Koenig dem Publikum vor "M79" sicherheitshalber noch einmal den mitzusingenden wortlosen Refrain, "because it's our first time here in Düsseldorf and we're just getting to know each other". Das war natürlich eigentlich völlig unnötig, schließlich hatte das Publikum sogar schon beim Introtape (Fatman Scoops "Put Your Hands Up") die Arme an genau der richtigen Stelle in die Luft gerissen - unaufgefordert, wohlgemerkt. Die rund 70 Minuten, die folgten, waren Spaß pur, egal, ob man sich nun von den verspielten Melodien oder den leichtfüßigen Afrobeats einfangen ließ. Zunächst schien zwar die Bühne etwas zu groß für die vier vor einem gewaltigen Backdrop agierenden, eher schmächtigen Amerikaner, doch die exzellente Lightshow schob diese Bedenken schnell zur Seite. Kein Wunder, dass nach dem vorläufigen Höhepunkt "Campus/Oxford Comma" stürmisch Zugaben gefordert wurden.
Für die wenigen Zweifler, denen das Auftreten von Vampire Weekend in Ansätzen trotzdem etwas zu artifiziell erschien, gab es noch einen Supportact, der musikalisches Kontrastprogramm beisteuerte. So wirklich passten Jenny Lewis und Johnathan Rice alias Jenny & Johnny zwar nicht zu den Headlinern, doch das live zum Quartett erweiterte Duo aus Kalifornien machte das Beste aus der Situation. Die einnehmende Heimeligkeit, die ihr erstes gemeinsames Album, "I'm Having Fun Now", bisweilen prägt, wurde live gegen deutlich mehr Druck eingetauscht, statt Singer/Songwriter-Flair gab es deshalb ordentlich rockigen Power-Pop. Kaum mehr als 40 Minuten standen "America's musical maniacs" (so ihr T-Shirt-Slogan) auf der Bühne und schafften es dennoch, praktisch ihr komplettes Erstlingswerk zu spielen. Besonders beeindruckend dabei: Der donnernde Groove des Schlagzeugduells, das sich Lewis und Jason Boesel bei "Slavedriver" lieferten, bevor gleich danach bei "Switchblade" die herzergreifende Harmonie, die das Projekt besonders auszeichnet, wieder Einzug hielt. Diejenigen im Publikum, die sich auf den betont handgemachten Sound einlassen konnten und wollten, waren anschließend hellauf begeistert, den Geschmack der breiten Masse trafen Jenny & Johnny allerdings nicht. Die per Setlist zumindest in Erwägung gezogene Zugabe fiel deshalb bedauerlicherweise aus.

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Surfempfehlung:
www.vampireweekend.com
www.jennyandjohnnymusic.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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