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Konzert-Bericht
 
Indiepop-Party auf Klassenfahrt

Team Me
Uno Møller

Köln, Gebäude 9
05.03.2012

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Team Me
Eigentlich sind Team Me aus Norwegen inzwischen weit mehr als ein Geheimtipp. Gleich mehrfach machten sie bereits im letzten Jahr Abstecher nach Deutschland und begeisterten mit ihrem vor jugendlicher Energie sprühenden Indiepop alle, die das Glück hatten, sie zu sehen. Vor ein paar Tagen erschien zudem ihr Debütalbum "To The Treetops", das unterstreicht, dass die zu Recht hochgelobten EP-Vorgänger keine Glückstreffer waren, dennoch war beim Konzert in Köln das Publikum überraschend überschaubar. Vermutlich schaut der gewöhnliche Indierocker im Rheinland montags "Wer wird Millionär?" und sortiert nebenbei seine auf eBay neu erstandenen Sarah-Platten?
Die sechsköpfige Band ließ sich den Spaß glücklicherweise dennoch nicht verderben. Im Gegenteil: Explizit wiesen die Norweger darauf hin, wie froh sie seien, dass bei ihrem ersten Konzert in Köln überhaupt jemand gekommen sei. Bis auf den Drummer hatten sie ihre mit unzähligen roten und gelben Fähnchen dekorierten, bunt beklebten Instrumente allesamt in einer Reihe vorne am Bühnenrand aufgebaut, und weil wie beim Album auch live das Motto "Mehr ist mehr" ist, durfte praktisch jeder neben einem Saiteninstrument auch noch ein Keyboard oder etwas Artverwandtes bedienen. Doch nicht nur einen Haufen Instrumente, auch ein hauseigenes Vorprogramm hatten sie dabei, denn Gitarrist Uno Møller kam zunächst solo auf die Bühne, um auf der Gitarre von Sänger Marius Hagen ein paar melancholische Indiepop-Songs zwischen Bangen und Hoffen zu spielen. Die waren zwar keinesfalls schlecht, allerdings auch nicht dazu geeignet, den zu diesem Zeitpunkt praktisch vollkommen leeren Saal warmzuspielen. Mehr als Höflichkeitsapplaus war für den jungen Mann deshalb an diesem Abend leider nicht zu holen.
Auch Team Me begannen unerwartet bedächtig. Doch "Looking Thru The Eyes Of Sir David Brewster" sollte praktisch der einzige ruhige Moment des ausgezeichneten Auftritts bleiben. Bei "Come Down", dem zweiten Stück (und dem ersten Indie-Party-Ohrwurm von vielen, die noch folgen sollten), brach sie dann durch, die herrlich natürliche Art der mit "Kriegsbemalung" angetretenen Nordlichter, die mit Enthusiasmus - allein die Mimik von Marius sprach Bände! - und unendlich viel Herz für wohlige Wärme im sich langsam füllenden Saal und freudestrahlende Gesichter vor der Bühne sorgten. Zugegeben, die jugendliche, irgendwie typisch skandinavische Leidenschaft, die das Sextett im Gebäude 9 verströmte, haben auch andere Bands, doch während viele ähnlich gestrickte Combos lediglich charmant sind, hatten Team Me auch tolle Songs. Zum liebenswerten "Juchhu, wir sind auf Klassenfahrt im Ausland und unsere Eltern ahnen nicht einmal, dass wir so spät noch auf sind"-Charme der Performance gesellten sich Hits wie "Weathervanes And Chemicals" und die vielleicht (noch) nicht aus Funk und Fernsehen, zumindest aber aus den Video-Portalen des Internets einschlägig bekannten Knüller "Show Me" und "Dear Sister". Dass Indie-Pop aber nicht alles ist, was Team Me können, bewies "Favorite Writer", das sich nach einem Folk-Balladen-Intro zu einem aufbrausenden Post-Rock-Sturm aufschwang!

Leider gab es an diesem Abend nur eine einzige Zugabe - dabei hätte die Länge des Songtitels "With My Hands Covering Both Of My Eyes I Am Too Scared To Have A Look At You Now" doch eigentlich für drei gereicht -, aber auch in seiner Kürze war das Konzert gut getimt. Es machte nämlich richtig Lust auf mehr von Team Me!

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Surfempfehlung:
teamme.no
www.myspace.com/unomoller
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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