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Konzert-Bericht
 
Thank God It's Freitag

Phenomenal Handclap Band

Münster, Gleis 22
09.03.2012
Phenomenal Handclap Band
Auf den ersten Blick sehen die Musiker der Phenomenal Handclap Band ein wenig so aus, als hätten sie 1975 für Jugoslawien am Grand Prix de la Chanson teilgenommen. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Mitglieder dieses losen Kollektivs dann allerdings schnell als New Yorker Tausendsassa, die sich im Umfeld von Jon Spencer, TV On The Radio oder Amy Winehouse tummeln. Mit ihrer vor Energie sprühenden PsychedelicFunkPostPunkElectro-Performance hatten sie bereits vor rund zwei Jahren das Münsteraner Gleis 22 in Schutt und Asche gelegt, jetzt kehrten sie, präsentiert von Gaesteliste.de, in runderneuerter Sextett-Besetzung mit ihrer ansteckenden, bisweilen geradezu überdreht wirkenden Fröhlichkeit und ihren gleichermaßen in Ohr und Beine gehenden Nummern ins Gleis zurück.
Phenomenal Handclap Band
Dabei hatte ihr Keyboarder und Bühnenmittelpunkt mit einem erheblichen Handicap zu kämpfen: Er hatte sich die linke Hand verletzt und bestritt das Konzert mit einer Armschiene. Als Vollprofi spielte er sein Instrument kurzerhand einhändig, nur mit dem Klatschen - das, der Bandname legt es bereits nahe, substanzieller Bestandteil des Bandsounds ist -, wollte es nicht so recht klappen. Das musste deshalb das Publikum übernehmen, augenzwinkernd aufgefordert vom "Einarmigen" mit: "Wenn ihr zwei Hände habt – klatscht!" Der frisch verarztete Mann an den Tasten war allerdings längst nicht der einzige Blickfang auf der Bühne. Dafür sorgte ein langhaariger Gitarrist, der sich nicht zu schade war, ein Glitzerhemd zu tragen, für das sich manche Glam-Band in den seligen 70ern geschämt hätte, ein immer wieder den Dialog mit dem Publikum suchender wuschelköpfiger Drummer, eine Bassistin, die noch nicht einmal ihr Instrument brauchte, um cool zu sein, und eine Tamburin-schwingende Göttin am Mikro, die redlich bemüht war, ihren Kollegen nicht die Schau zu stehen - allerdings ohne Erfolg. Nur der links hinten versteckte Leadgitarrist sah verdächtig normal aus, bis er kurz vor Ende des Konzerts ins Rampenlicht trat und ein Solo ablieferte, dass so manchem die Kinnlade herunterklappte...
Phenomenal Handclap Band
Ganz so euphorisch, wie der 2010er-Auftritt geschildert wird, war das Auftreten der PHB dieses Mal dennoch nicht, was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass das aktuelle Album "Form & Control" bisweilen den textlichen Inhalten mehr Platz einräumt, anstatt nur auf Party! Party! Party! zu setzen. Ein Heidenspaß machte das Konzert trotzdem, denn wenn die Amerikaner erst einmal ihren Groove fanden, war es ein Leichtes für sie, den Bogen von Woodstock'schem Hippietum über den Glamour des Studio 54 bis hin zum alternativen Retro-Chic der Indierock-Gegenwart zu spannen und ganz nebenbei das Gleis mit einem Augenzwinkern in die kleinste Großraumdisco der Welt zu verwandeln. Zwischen den Songs gab es immer wieder spaßige Debatten mit dem Publikum, die die Musiker dazu nutzten, ihr Deutsch aufzupolieren. In Münster lernten sie das Wort "Freitag", und das war irgendwie treffend, denn wie hieß einer der berühmtesten Slogans der 70s-Disco-Ära doch (fast)? Genau, Thank God It's Freitag!
Surfempfehlung:
www.phenomenalhandclapband.com
www.facebook.com/phenomenalhandclapband
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-

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