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Es scheppert wieder!

The Thermals

Köln, Gebäude 9
23.10.2013

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The Thermmals
Vor drei Jahren hatte es für einen Moment so ausgesehen, als würden The Thermals doch noch erwachsen werden. Ihr fünftes Album, "Personal Life", überraschte mit gemäßigtem Tempo und einer etwas introspektiveren Perspektive und eröffnete einen ungewohnten Blick auf eine Band, die sich zuvor in Ramones'scher Manier mit nennenswerten Neuerungen nicht aufgehalten hatte. Inzwischen wissen wir: Das mit der musikalischen Weiterentwicklung, das war nur eine Phase. Mit der aktuellen Platte "Desperate Ground" kehrte das liebenswerte Trio aus Portland, Oregon, wieder zum altbekannten Lo-Fi-Pop-Punk zurück, zu Songs mit unbändiger Power, die selten länger als zweieinhalb, drei Minuten sind und trotzdem (oder gerade deshalb) sofort im Ohr hängen bleiben. Müssen wir da überhaupt noch erwähnen, dass es auf der aktuellen, von Gaesteliste.de stolz präsentierten Tour einmal mehr eine helle Freude war, die Thermals live auf der Bühne zu erleben?
Viel brauchen die drei Amerikaner nicht, um das Publikum an diesem Mittwochabend im Gebäude 9 zum Ausrasten zu bringen. Auf der Bühne stehen zwei vergleichsweise unauffällige Verstärker, jeweils nur zwei, drei handelsübliche Effektgeräte für Bass und Gitarre und ein Schlagzeug, das für Progrock gänzlich ungeeignet wäre: Eine Bassdrum, eine Snare, ein Hi-Hat und zwei Becken müssen reichen, allerdings werden alle Teile des Drumsets im Laufe des Konzerts ordentlich verdroschen. Aufgebaut haben die drei Musiker ihre Instrumente selbst - DIY-Handarbeit, so weit das Auge reicht.

Nur etwas mehr als 60 Minuten stehen The Thermals auf der Bühne, trotzdem reicht die Zeit für 23 Stücke, nein, für 23 HITS! Schließlich sind bei den dreien nicht nur die Lieder knackig kurz, auch Ansagen und die Pausen zwischen den Songs, die sich über die Jahre nach und nach eingeschlichen haben, fehlen an diesem Abend praktisch vollkommen. Gut, ein, zwei Mal muss nachgestimmt werden oder ein technisches Problemchen gebändigt werden (Roadies, die sich darum kümmern könnten, gibt es ja keine!), aber ansonsten gibt's nonstop ordentlich auf die Zwölf. Die in sich gekehrten Lieder von "Personal Life" glänzen mit Ausnahme des Ohrwurms "I Don't Believe You" mit Abwesenheit. Im Mittelpunkt stehen die Lieder des neuen Albums, die live wesentlich natürlicher klingen als in den soundtechnisch etwas zu offensichtlich auf "feuchter Keller" getrimmten Studioversionen. Zu den angriffslustigen "Desperate Ground"-Stücken gesellen sich in Köln vor allem ähnlich rabiate, ja unbarmherzige Songs des Frühwerks. So gibt's gleich eine Handvoll scheppernde Garagen-Granaten aus dem 2003er-Debüt "More Parts Per Million" zu hören.

Das scheint nicht nur dem Publikum zu gefallen. Auch die Band wirkt beim vorletzten Konzert ihrer Gastspielreise in unseren Breiten etwas entspannter als auf ihrer Europa-Tournee im Frühjahr 2011. Natürlich, die Grimassen von Gitarrist und Sänger Hutch Harris, die irren Blicke vom einmal mehr wie aufgedreht wirkenden Drummer Westin Glass und das Dauerlächeln von Bassistin Kathy Foster sind nicht neu, aber dennoch scheint die Band dieses Mal mehr Spaß an ihrem eigenen Tun zu haben. Kein Wunder also, dass Hutch, als er sich kurz vor Ende zum ersten und einzigen Mal ans Publikum wendet, etwas sagt wie: "Jetzt waren wir schon sechs oder sieben Mal in Köln und es war immer großartig." Recht hat der Mann!

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Surfempfehlung:
www.thethermals.com
facebook.com/thethermals
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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