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Konzert-Bericht
 
"Very super!"

Thisell

Köln, Lichtung
09.11.2014

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Thisell
"Sind wir uns schon grün oder müssen wir erst noch drüber reden?", fragt Peter Thisell zu Beginn seines Auftritts das kleine, aber aufmerksame Publikum, das an diesem historischen Sonntagabend in die Kölner Lichtung gefunden hat. Nein, viele Worte sind an diesem Abend überflüssig, denn die sehnsuchtsvollen Texte des Vordenkers und Namensgebers der schwedischen Band und das zerbrechliche Pathos, das er gemeinsam mit seinem Begleiter, dem auch als Solist aktiven Björn Kleinhenz, verstömt, sprechen für sich. Wenn die beiden mit geschlossenen Augen und 20 Zentimeter vom Mikrofon entfernt inbrünstig "Lay Here" singen, weiß man, dass diese Lieder von Herzen kommen. Noch bis Ende November ist das etatmäßige Sextett in reduzierter Besetzung in Deutschland, Holland und Dänemark auf Tournee, um alte und neue Stücke zu spielen.
Die Songs von Thisell tummeln sich hörbar im musikalischen Umfeld des akustischen Neil Young und in den textlich in den emotionalen Niederungen eines Townes Van Zandt, doch ähnlich wie Damien Jurado, an den Peter gleich in mehrfacher Hinsicht erinnert, gelingt es dem Schweden, den altbekannten Mustern seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Das gelingt ihm vor allem mit einem ordentlichen Schuss nordischer Schwermut, auch wenn einige der vielen betont langsamen Songs in den Duoversionen dadurch schon fast etwas zu desolat klingen. Zwischendurch steigen Tempo und Lautstärke allerdings, und das sorgt für willkommene Abwechslung.

Auch das Instrumentarium wechselt. Peter gibt mit Akustikgitarre und Stimme die Richtung vor, während Björn abwechselnd an einer Stromgitarre Marke Eigenbau, Banjo und Mundharmonika für verschiedene klangliche Farbtupfer sorgt. Zu Beginn des zweiten Sets spielen die zwei sogar eine Nummer, die so neu ist, dass sie noch nicht einmal einen Namen hat. "Aber a-Moll und G kommen drin vor, das ist schon mal ein guter Anfang", scherzt Peter nach der Show. Als besonders ergreifende Highlights entpuppen sich derweil "A Town Of Windows" aus dem aktuellen Album "I" und das derzeit noch unveröffentlichte "Amounts To You" aus dem kommenden zweiten Album, bevor Peter die Zugabe solo bestreitet und dabei nach einer Stunde in folkigen Sphären mit dem abschließenden "Bad Time" sogar noch auf das Country-Terrain eines Gram Parsons wechselt.
Denn auch wenn die hippie-esk anmutenden Melodien praktisch aller Thisell-Songs so klingen, als wären sie schon 1968 in Kalifornien geschrieben worden, unterstreicht die Tatsache, dass sie auch im Köln des Jahres 2014 dem Publikum nahegehen, ihren zeitlos-schönen Touch. Was sagte gleich die Dame vorne links so treffend, die zwar des Englischen nicht so wirklich mächtig war, aber Peter trotzdem ihre Begeisterung nicht vorenthalten wollte, über das Konzert? "That was very super!"

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Surfempfehlung:
www.thisell.org
thisell.bandcamp.com
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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