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Konzert-Bericht
 
Hay Hay, My My!

Hack Mack Jackson
Zepp Cash/ Sons Of Jim Wayne

Duisburg, Fabrik
01.02.2002
Sons Of Jim Wayne
Auch wenn uns die Landkarte etwas anderes weismachen will, Nashville, Tennessee, kann wirklich nicht weit von Duisburg entfernt sein. Und wenn, dann höchstens geographisch, auf gar keinen Fall aber musikalisch, wie diese drei Acts an diesem lauschigen Freitagabend in einem Hinterhof der Ruhrstadt bewiesen. Die Sons Of Jim Wayne - noch bis Ende März auf Tour - sind eigentlich das Jim Wayne Swingtett, dem temporär zwei Mitglieder verloren gegangen sind. Machte aber gar nichts, denn Bernd und Stefan wußten auch als Duo nicht nur durch geschmackvolle Kopfbedeckungen (der eine mit Johnny-Cash-Käppi, der andere mit Thrill-Jockey-Wollmütze) zu gefallen, sondern auch durch eine mehr oder weniger perfekt geprobte Mischung aus alten JWS-Songs, einigen neuen Songs (oder besser: "Work in Progess") und einer Handvoll toller Coverversionen (das Traditional "Satan, Your Kingdom Must Come Down" oder "Rank Strangers" von den Stanely Brothers). Daß das halbstündige Set manchmal fast zu melancholisch-depressiv geriet, lag in der Natur der Sache. So ist er halt, der "Wilde Westen Waltrop": Mal rau, mal romantisch.
Ein bißchen Angst, das Publikum zu verschrecken, hatte dagegen Zepp Cash. Der hatte nach eigenem Bekunden nämlich eigentlich geplant, ausschließlich ruhige Songs zu spielen, hielt das aber im Anschluß an die Sons Of Jim Wayne nicht mehr für besonders ratsam. Also verließ er sich letztendlich auf die Uptempo-Nummern seines (Coverversionen-)Repertoires und konnte eingerahmt von den Elvis-Stücken "His Latest Flame" und "In The Ghetto" mit vor Energie und Humor übersprudelnden Coversongs zwischen Johnny Cash und Tom Petty (!) das Publikum ruckzuck auf seine Seite ziehen.
Den Höhepunkt aber bildeten natürlich Hack Mack Jackson aus Düsseldorf, von denen man sagt, daß sie eigentlich drei Arme haben müßten - zwei zum Musikmachen und einen zum Trinken. Mit Ansagen à la "Wir sind heute nur hier, um unsere neue Platte zu promoten" bewiesen die Herren mit der ausgeprägten Vorliebe für schräge Sonnenbrillen bzw. Haarschnitte, daß man Stadionband-Sprüche genauso gut vor 50 wie vor 50 000 Fans bringen kann. Denn mit ihrer Musik reicht es nicht ganz, eine Mehrzweckarena zu füllen, was nicht gegen die Qualität, sondern den Stil spricht: Country durch den Punk-Wolf gedreht, mit Waschbrett und Stromgitarre - ultrawitzig, obercool, ziemlich abgedreht und damit der perfekte Abschluß dieses Abends mit jeder Menge liebenswert schrägen Tönen.
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Christian Wolff-


 
 

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