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Konzert-Bericht
 
Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit

Lorien

Münster, Jovel Music Hall
27.05.2002
Lorien
Eine Idee, ausgeheckt in den Büros des Plattengiganten Columbia/Sony und der Konzertagentur Peter Rieger: Wie wäre es, wenn wir drei leidlich bekannte Newcomer zusammen auf Tour schicken, geschickterweise ausschließlich in Universitätsstädten, damit sie auch schön nah an der Zielgruppe sind? Gesagt - getan, und so standen an diesem Abend unter dem Motto "UniRockers" neben dem langweiligen NDW-Verschnitt Mia. und den Regionalligisten von Goldjunge die echt netten Lorien auf der Bühne - und etwas auf verlorenem Posten.
Nicht zuletzt, weil sie als einzige Band nicht aus Deutschland stammten. Daß das englisch-italienisch-isländische Trio mit seinem Debütalbum "Under The Waves" eine wirklich schöne Platte fabriziert hat, interessierte dann auch nur knapp 50 Seelen in der gähnend leeren (weil gigantisch großen) Jovel Music Hall. Und das war ziemlich schade, denn ähnlich wie im Studio mit Hilfe von Producer Mike Hedges (Manic Street Preachers, U2, The Cure) kreierten Lorien auch auf der Bühne zum Verlieben schöne Soundlandschaften, stets tief emotional und auf angenehme Weise zerbrechlich. Dabei gelang es dem - an diesem Abend um einen Bassisten ergänzte - Trio, mit seinen Songs ein ungemein breites Spektrum abzudecken, das von sanften Lagerfeuersongs à la "Shivering Sun" bis zu brodelnden Rock-Dramen Radiohead'scher Prägung wie "Ghostlost" reichte. Daß der Entertainment-Aspekt bei Lorien - abgesehen von Dia-Projektionen zu jedem Song und einer unfreiwillig komischen Capo-Suchaktion - etwas zu kurz kam, konnte man da leicht verschmerzen. An die von der englischen Presse bereits zitierten Vergleiche (Muse, Coldplay) mögen Lorien vielleicht (noch) nicht ganz heranreichen, große Kunst im kleinen Kreis war dieser Auftritt aber trotzdem!
Lorien
BACKSTAGE MIT: LORIEN

Vor dem Konzert in Münster traf Gaesteliste.de Sänger/Gitarrist Fabio, Gitarrist Einar und Drummer Carlo zu einem kurzen Plausch.

Gaesteliste.de: Die meisten Bands freuen sich auf ihren Tourneen immer am meisten über die Konzerte in ihrer Heimatstadt. Bei euch ist das ja gar nicht so einfach. Wo habt ihr denn eigentlich eure "Hometown-Show"?

Carlo (lacht): "Wir haben gleich drei, für Fabio in Pescara, für Einar in Reykjavik und für mich in Weston-Super-Mare!"

Gaesteliste.de: Ihr hattet schon einen Plattenvertrag in der Tasche, bevor ihr nur ein einziges Konzert gespielt habt - das ist nicht gerade der klassische Weg, oder?

Einar: "Das war eher ein Unfall! Wir hatten für meine Prüfung [am London College Of Music] ein Demo aufgenommen, und plötzlich rannten uns die Labels die Tür ein. Das war ganz und gar nicht geplant!"

Fabio: "Unsere ersten Shows waren deshalb auch ziemlich schwierig. Wir hatten ja noch keine Fans, und alle Leute, die kamen, waren von der Plattenfirma. Ich saß also da, mit meiner Akustikgitarre und vor mir nur Typen in Schlips und Anzug. Das war fast schon beängstigend."

Gaesteliste.de: Ebenso ungewöhnlich ist, daß ihr euch ja erst seit wenigen Jahren kennt. Viele Bands werden ja von "Sandkastenbekanntschaften" gegründet.

Einar: "Das ist schon ziemlich interessant! Wenn du mit deinen alten Kumpels eine Band gründest, sind die Rollen schon von vorne herein festgelegt, weil man einfach die Muster für die Band übernimmt, die sich seit Jahren herausgebildet haben. Wir dagegen können uns immer wieder überraschen. Wir wissen nie genau, was wir von den anderen zu erwarten haben, und das macht es für uns so spannend. Trotzdem glaube ich, daß wir uns auch ganz wohl fühlen würden, wenn bei uns ein blindes Verständnis herrschen würde - vielleicht bleiben wir ja zusammen und sind dann in zehn Jahren so weit."

Gaesteliste.de: Zum Schluß hätten wir gerne noch gerne gewußt, was euer bisher peinlichstes Erlebnis im Musik-Biz war?

Einar: "Robert Smith von The Cure ist zu meiner Geburtstagsparty gekommen - ich kenne den Cure-Keyboarder - und ich sollte ihm jemand vorstellen, und ich sagte: Das ist Robert von den Smiths! Wie sich herausstellte, HASST Robert The Smiths, und er hat mir das den ganzen Abend übel genommen!"

Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-


 
 

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