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Konzert-Bericht
 
Landkreis Pop

Samba
Delbo/ Hasenheim

Oberhausen, Zentrum Altenberg
26.07.2002
Samba
Gleich drei Bands waren an diesem sommerlichen Freitagabend angetreten, um das Sommerloch zu füllen. So richtig funktioniert hat das nicht, zumindest schienen die meisten Fans von Popmusik aus deutschen Landen über das Sommerloch überall, nur nicht im Zentrum Altenberg nachzudenken. Dass es, obwohl sich nur ein paar Dutzend Zuschauer nach Oberhausen verirrt hatten, dennoch ein schöner Abend wurde, verdanken wir den trotzdem gut aufgelegten Protagonisten.
Den Abend eröffnen durften die Münsteraner Hasenheim. Die sind an anderer Stelle bereits als Diskurs-Rocker bezeichnet worden, präsentierten sich in Oberhausen allerdings mehr als liebenswerte Chaoten mit Hang zu komödiantischen Einlagen, die - nicht immer ganz freiwillig - die Musik streckenweise in den Hintergrund drängten. Dabei hatten Hasenheim durchaus einiges zu bieten. Zwar hörte man ihren Songs klar zwei Jahrzehnte Prägung von Die Regierung, Die Antwort bis hin zu Tocotronic an, aber es gibt wahrlich schlechtere Vorbilder auf dem Gebiet deutschsprachiger Popmusik. Dass die Art Begemann'schen Klamauks bei einem Solokünstler sehr unterhaltsam, bei einer ganzen Band allerdings oft eine Gratwanderung zwischen Schmunzeln und Schaudern ist, dürfte Hasenheim (aus dem "Landkreis Pop", wie sie uns lachend wissen ließen) selbst bewusst sein.

Eine musikalisch ganz andere Baustelle bearbeitete die nächste Band, Delbo. Die orientierte sich auch hörbar an alten Helden der letzten 20 Jahre, nur kamen die nicht aus Deutschland, sondern aus der amerikanischen Post-Hardcore und Emo-Rock Szene. Erstaunlich authentisch und mit vollem Körpereinsatz wuchteten sich die dreieinhalb Musiker (den vierten Mann im Beatles-T-Shirt, der halb hinter einem Vorhang auf dem Boden (!) sitzend hier und da Keyboards beisteuerte, kann man unmöglich voll mitzählen) durch ihre Songs, die textlich oft seltsam anmuteten, aber musikalisch vor Power geradezu sprühten, und so sicher auch Steve Albini und Co. Freude gemacht hätten. Dazu passend gab's staubtrockene, aber dennoch amüsante Ansagen wie "Wir sind Delbo aus Berlin. Neue Mitte und so. Das nächste Lied hat rein gar nichts damit zu tun" oder auch "Und jetzt weiter, immer auf die 12!" Eine tolle Band, vor allem mit einem großartigen Drummer!

Und dann die Headliner: Samba. Die drei aus Münster sind immer noch unterwegs, um den Menschen ihr ausgezeichnetes viertes Album "Komando" näher zu bringen. Dazu gibt es inzwischen auch zwei Videos (zu "Schein" und "Dunkelheit geht, wenn du kommst"), aber am besten sind Samba bekanntlich auf der Bühne. Der Auftritt in Oberhausen war dabei keine Ausnahme, auch wenn sich Sänger Knut gleich zu Beginn für seine Erkältung entschuldigte ("Ich erwarte kein Mitleid, nur Verständnis"), die allerdings kaum auffiel. Ähnlich wie schon im letzten Jahr, wussten die neuen Stücke live durch mehr angenehm rauen Rock-Drive denn Kleinkunst-Ambiente zu bestechen und passten sich so nahtlos in die älteren Nummern des Programms ein. Dass das Set vor allem aus Songs des zweiten Albums "T.B.A." à la "FCKW" und der neuen vierten Scheibe zu bestehen schien, mag Zufall gewesen sein, dass der an dieser Stelle bereits im letzten Jahr als eindeutiger Favorit unter den neuen Stücken identifizierte Song "Fing Feuer" in Oberhausen die größten Applaus erhielt, dagegen kaum. Im Herbst ist das Trio wieder auf ausgiebiger Tour, und dann spielen Samba hoffentlich allabendlich vor mehr Leuten.
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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