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Konzert-Bericht
 
Berliner Popmeisterschaft

Mia.
Virginia Jetzt!

Krefeld, Kulturfabrik
11.10.2003
Mia
Vor Jahren schon präsentierte uns die Kulturfabrik deutsche Stars und Sternchen im musikalischen Marathon unter dem schönen Titel "Popmeisterschaft". Inzwischen heißt das Ganze etwas einfallsloser "Kufa-Festival", doch die Idee ist die gleiche geblieben: An einem einzigen Abend spielt eine Handvoll Bands aus deutschen Landen - solche, die noch was werden wollen, und solche, die schon etwas sind. An diesem Abend im Oktober waren Flash & Gordon one-hit-wonderig, Pyogenesis laut und Sonnit rockig. Blieben zwei Bands aus Berlin, auf die man wirklich gespannt sein durfte.
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt! waren extra für diesen einen Auftritt aus der Hauptstadt angereist, durften "zur Belohnung" keinen Soundcheck machen und saßen nach dem Konzert - unverständlicherweise - mit hängenden Köpfen in der Kufa. Denn auch wenn die vier das Gefühl hatten, auf der Bühne an diesem Abend alles falsch gemacht zu haben - wenige Meter vor ihnen, im Publikum, waren sie hervorragend "Angekommen", egal ob mit bekannten Favoriten à la "Fast wie Giganten" oder "Mein sein" oder mit dem todsicheren kommenden Singlehit "Von guten Eltern". Okay, "Love Nightliner" haben sie ziemlich gegen die Wand gefahren, aber während sich andere Bands nach solchen Fehlern giftig angeschaut hätten, gab bei den VJ!s nur der plötzliche Anflug von Heiterkeit auf der Bühne den Uneingeweihten den Fehler preis - und machte die Band damit nur noch sympathischer.
Danach durften dann Mia. eindrucksvoll "Generation Gap" definieren. Denn während sich die jüngeren Semester im Publikum von den Berlinern und ihrem unsäglichen 80s-Retro-Sound, Schublade: "Elektropunk", durchaus gut unterhalten zu fühlen schienen, schüttelten die meisten über 25 nur entsetzt den Kopf. Denn jeder, der damals Ilja Richters "Disco", die Urversion von "Formel Eins" oder "Peter's Popshow" miterleben musste, weiß: Anfang der 80er war kommerzielle Musik aus Deutschland fast immer Schrott. Trotzdem springen Mia. genau auf diesen Zug auf. Doch weder die Klamotten (ganz in Weiß - Sprechstundenhilfe, wir kommen!), noch die pseudo-coolen Ansagen, die klingen, wie auswendig gelernt, noch die Ideal-für-Arme-Songs des Quintetts kamen auch nur annähernd authentisch rüber. Mag sein, dass Mia. mit ihrem Image bewusst kokettieren, angesichts des Alters der Band liegt die Vermutung allerdings nahe, dass Mia. nur die Marionetten sind, die von ihrer Plattenfirma strategisch günstig (und zeitgeist-technisch durchaus passend) gesteuert werden. Dass sie ausgerechnet die Nationalhymne der DDR spielen mussten, passt da perfekt ins Bild. Was Mia. fabrizieren, ist fehlgeleitete Vergangenheitsbewältigung par excellence. Denn was, bitte schön, soll beispielsweise bei diesem Stück die Message sein? Lieber in der Zone wohnen, als den ganzen Tag Mia. im West-Fernsehen sehen zu müssen? Die Berliner Popmeisterschaft war jedenfalls schon sehr früh entschieden: Virginia Jetzt! 1, Mia. 0.
Surfempfehlung:
www.miarockt.de
www.virginia-jetzt.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-


 
 

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