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Pop abstrakt

Schneider TM

Duisburg, Hundertmeister
21.10.2002
Schneider TM
"Es soll schon funky werden, auf keinen Fall ein Powerbook-Set mit Visuals im Hintergrund, sondern eher das Gegenteil", erklärte Schneider im Sommer im Gespräch mit Gaesteliste.de seine Liveambitionen. "Vielleicht wird es einen Film im Hintergrund geben, aber wenn, dann eher als Lichtmaschine. Ich hätte auch gerne noch einen richtigen Tänzer und Background-Sängerinnen, aber da müssen wir erst einmal sehen, wie die Tournee [finanziell] läuft. Wir wollen noch mehr Strukturen aufbrechen, denn gerade bei der Elektronik schränken sich einige Leute zu sehr ein und verhindern damit Sachen, die gut sein könnten. Natürlich ist man, wenn man so etwas wie wir versucht, auch angreifbar, aber genau das reizt mich daran!"
Nach diesem Zitat erübrigt sich ein Review des Auftritts im Ruhrpott fast schon, denn Schneider hat mit allem Recht behalten. Die Show des Wahlberliners und seiner beiden Mitstreiter - Elektroniker Kpt. Michi.gan und Christian Obermaier als Percussionist und Tänzer (!) - war ebenso abwechslungsreich wie spannend, gewagt wie widersprüchlich. Denn auch wenn sich Schneider gleich zu Beginn des Sets - analog zu seinem tollen aktuellen Album "Zoomer" - mit einer Gitarre bewaffnete und auch eine Mundharmonika des Öfteren zum Einsatz kam, die musikalisch besten Tracks waren die Frickel-Elektronik-Stücke. Dummerweise überwogen im Publikum die Indie-Nerds, wie weder tanzen können noch wollen, was im leider eher spärlich gefüllten Hundertmeister (lag es am Montagstermin?) für eine streckenweise etwas unterkühlte Stimmung sorgte. Und das, obwohl die drei Herren auf der Bühne nicht nur ob der vor dem Konzert konsumierten hochprozentigen Getränke bester Laune waren. So versteckten sie in den Stücken jede Menge musikalische Zitate/Hommagen (DAF, Kraftwerk, My Bloody Valentine, um nur einige zu nennen), und auch dazwischen wussten sie mit allerlei - wenngleich häufig akustisch unverständlichen - Gags aufzuwarten. Der heimliche Hit der neuen Platte, "Frogtoise", das live übrigens in der Tat noch um einiges funkiger als auf der Platte daherkam, war dann auch in Duisburg ohne Zweifel das Highlight, auch wenn der Singalong gegen Ende nicht ganz so klappte, wie sich die drei auf der Bühne das wohl vorgestellt hatten. Aber wer auf mitsingende Massen steht, ist mit einem Refrain à la "keep on rocking in the free world" halt besser beraten. Coverversionen gab es auch, zum Beispiel eine offenbar ungeprobte und improvisierte und nicht nur deshalb ultra-witzige Version von DAFs "Muskeln", und gleich hinterher "The Light 3000" (alias "There's A Light That Never Goes Out" von The Smiths), das allerdings auf der 2000er Tour noch um einiges überzeugender geklungen hatte.
Aber auch wenn Musik und Entertainment über weite Strecken top waren, an der Verbindung der beiden Elemente haperte es in Duisburg an diesem Abend ein wenig. So blieb am Ende eine wirklich gute Show, die - wenn man zum Beispiel den ähnlich ambitionierten Moby als Vergleich bemüht - aber noch besser hätte sein können.
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Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Gerald von Foris-


 
 

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