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Konzert-Bericht
 
Qualität vs. Erfolg

The Electric Club
Astra Kid

Essen, Grend
02.11.2002
The Electric Club
Irgendein weiser Mensch hat mal gesagt, eine Band sei immer nur so gut wie ihr Publikum. Damit kann man nicht nur das Phänomen der Boy-/Girlgroups erklären, sondern auch, warum dieser Abend im Essener Grend nicht ganz das Highlight war, das er hätte sein können - und das, obwohl die Bands wirklich ihr Bestes gegeben haben. Denn an diesem verlängerten Wochenende lag es eindeutig am leider ziemlich lahmen Publikum, dass der Funke nicht so richtig überspringen wollte. Die eigentlich als erste Band geplanten österreichischen Newcomer Petsch Moser hatten das vielleicht geahnt und waren gar nicht aufgetreten. So war es dem Electric Club vorbehalten, den Abend zu eröffnen.
The Electric Club
Den Mikroständer schön dekoriert mit einer Miniaturdiscokugel (!) und bewaffnet mit dem inzwischen schon bekannten Arsenal an britisch geprägten Pop-Hymnen, machten die vier Würzburger zwar (fast) alles richtig, das schüchterne (?) Publikum nach vorne an die Bühne zu locken gelang ihnen allerdings leider doch nicht. Aber wenn selbst englische Bands, die in der Heimat in ausverkauften Stadien spielen, in Deutschland nur ein minimales Publikum ziehen, warum sollte es dann einer deutschen Band mit ähnlicher stilistischer Ausrichtung besser ergehen? Traurig, aber leider wahr. An Songs wie "Ain't That A Lot Of Rock" (an diesem Abend mit einem wenig schmeichelhaften deutschprachigen Zwischenteil mit Seitenhieb auf den Soundman, der auch prompt das Mikro auf stumm schaltete), "So" oder der im Januar kommenden neuen Single "My Dear Penfriend" hat es ganz sicher nicht gelegen. Und dass zwar Pop ihre Leidenschaft ist, sie aber dennoch auch richtig rocken können, bewiesen The Electric Club dann zum Schluss sogar auch noch.
Astra Kid
Publikumstechnisch waren Astra Kid dann schon etwas besser dran, vielleicht allerdings auch nur, weil die vier stilistisch auf weniger "Gegenliebe" aus dem Publikum angewiesen sind. Das Schönste an dem Auftritt des Vierers aus Datteln und Essen war allerdings, dass man spürbar merkte, wie sehr sich die Band in der Zeit seit ihrem Debütalbum "Planet der Affen" entwickelt hat. Eigentlich, so meinte Sänger Pele zum Schluss, hätten sie noch drei neue Songs mehr spielen wollen, aber sie hätten sie einfach noch nicht geprobt.
Astra Kid
Derzeit werkeln die Herren nämlich in Würzburg an ihrem neuen Album, und das dürfte – wenn die ersten Hörproben ein Maßstab sind – um einiges interessanter und eigenständiger klingen als der keinesfalls schlechte Erstling. Dass in Essen das ohne Band und als Zugabe gespielte "Ob Star obskur oder unbekannt" zumindest bis jetzt die schönste Astra-Kid-Hymne ist, steht dennoch fest. Der erhoffte rauschende Abend war es ob der etwas widrigen Umstände nicht wirklich, dafür aber ein weiterer Beweis, dass musikalische Qualität und kommerzieller Erfolg leider nur selten Hand in Hand gehen. Schön zu wissen allerdings, dass es auch weiterhin Bands gibt, die es trotzdem versuchen, und Clubs, die das Ganze auch noch unterstützen.
Surfempfehlung:
www.astrakid.de
www.theelectricclub.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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