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Neues aus Schaffhausen

Guz & Die Averells

Berlin, Bastard/ Münster, Gleis 22
23.03.2003/ 26.03.2003
Guz & Die Averells
Olifr M. Guz ist wahrlich ein Multitalent. Nicht genug, dass er mit seiner Band Die Aeronauten der Hamburger Schule eine Prise Schweizer Humor beifügte, auch solo sorgte er immer wieder für Freude und Schmunzeln in den Reihen des Publikums. Mit "Geheime Weltregierung" hatte er jüngst seine siebte Soloveröffentlichung am Start und so galt es, dieses wiederum wunderbare Werk auch live auf deutschen Bühnen vorzustellen. Wer GUZ bereits einmal leibhaftig erleben durfte, konnte sich ein wenig denken, was ihn erwartete. Begleitet von den Averells, gelang es GUZ wieder einmal glänzend, sein Publikum zu unterhalten. Der Abend begann jedoch mit einer unangekündigten Vorband, von der auch Olifr nichts zu wissen schien. Bewaffnet mit einer Trommel und akustischer Gitarre legten die beiden jungen Musiker los. Nach vier oder fünf Songs war der Spuk auch schon wieder vorbei. Im Gedächtnis bliebt eine nicht unschöne Coverdarbietung des Ton Steine Scherben-Hits "Komm schlaf bei mir". Mehr nicht. Kurz darauf betraten GUZ und die Averells sichtlich erstaunt die Bühne des Bastard-Clubs im Prenzlauer Berg und begannen ihr Set mit dem Song "Ted Kaczynski war ein Freund von mir" von der neuen Platte. Überhaupt sollte es in erster Linie Songs des neuen Albums geben.
Guz & Die Averells
GUZ-üblich erzählte er in den Songpausen lustige Geschichten, kommentierte einzelne Textpassagen und machte sich so oder so laut Gedanken über den Gang der Welt. Textlich haben es GUZ aber auf der neuen Platte nicht die großen Schurken angetan, vielmehr sind es die kleinen Skurrilitäten, die den Stoff für GUZ-Texte hergeben. Da geht es um die Organisation von Hanfparaden, seltsame Gestalten auf Schweizer Bahnhöfen oder die Sozialisationsprobleme der Mädels vom Schwarzen Block. In den Zugaberunden kamen dann auch die Besucher auf ihre Kosten, die sich eher auf alte Nummern gefreut hatten. So gab es eine schöne akustische Version von "Genforscher" oder alte GUZ-Hits wie "Parisienne People" oder "Idiotental" zu bestaunen. Letztlich gab es an diesem Abend einen GUZ wie man ihn kennt und schätzt: Der Mann hat den Blues denkt man sich und freut sich aufs nächste Mal.
Den Blues hatte Olifir dann wirklich, als er drei Tage später in Münster auftauchte. Ob es am milden Wetter, der weltpolitischen Lage oder den Semesterferien lag – jedenfalls schrammten GUZ und seine Band, von ihm vor Jahren liebevoll "meine Knechte" genannt, daran vorbei, den Besuchernegativrekord des Gleis 22 zu brechen. GUZ und seinen Averells fehlte danach sichtlich die Interaktion mit dem Publikum, und es wurde ein Auftritt, der vermutlich nicht unbedingt in die Geschichte eingehen wird, so viel Mühe sich die Herrschaften auf der Bühne auch gaben. Der netteste Gag des Abends war deshalb das Schild, mit dem die mitgebrachten Devotionalien angepriesen wurden. "Kommerz!" stand dort in großen schwarzen Lettern und daneben: "Alles zu teuer! - Geld her! - Abzocke hier!" Mit Humor lassen sich halt auch die kleineren Durchhänger des Lebens immer noch am besten bewältigen.
Surfempfehlung:
www.musikfreaks.de/guz/
Text: -Carsten Wilhelm / Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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