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Stehaufmännchen

Giant Sand

Darmstadt, Centralstation
27.06.2000
Giant Sand
"Giant Sand? Die gibt's noch?" werden jetzt wohl einige denken, denn sechs Jahre nach dem letzten Studioalbum "Glum", dem Erfolg des Sideprojects OP8 featuring Lisa Germano, dem kometenhaften Aufstieg der Giant-Sand-Rhythmusgruppe John Convertino und Joey Burns als Calexico und dem Soloabstecher "Hisser" von Mastermind Howe Gelb hatte es lange so ausgesehen, als wäre die Band aus Tuscon, Arizona, nach 20 Jahren und ebenso vielen Alben am Ende. Doch mit "Chore Of Enchantment" meldeten sich die Erfinder des Wüstenrock im Frühjahr eindrucksvoll zurück und konnten auch beim letzten Konzert ihrer Europatournee voll überzeugen.
Giant Sand
Nachdem ihre Vorgruppe, die ausgezeichneten Green Apple Sea, wegen Krankheit leider kurzfristig absagen mussten, gab es in Darmstadt Giant Sand pur. Das übliche Instrumentarium hatten die vier - der harte Kern verstärkt um Gitarrist/Keyboarder Nick Luca - für den Abend um ein Klavier erweitert, und so gab es gleich zu Beginn erst einmal einen Soloabstecher von Gelb, bevor sich die gutgelaunte Band an ein ungewohnt songorientiertes Programm machte. Von den Freeform-Experimenten vergangener Jahre war an diesem Abend nur sehr wenig zu spüren - von ein paar abgedrehten Experimenten mit einem zum Sampler umfunktionierten Miniaufnahmegerät einmal abgesehen stand das Lied an sich im Vordergrund. Und dass Howe Gelb ein streckenweise überragender Songschreiber ist, bewiesen die neuen Songs wie das wunderschöne "Shiver" und das mit Klavierbegleitung sehr stimmungsvoll gebrachte "Bottom Line Man" ebenso wie ältere Songs à la "Yer Ropes" vom "Glum"-Album, das in Darmstadt um Klassen besser klang als die beileibe nicht schlechte Studioversion.

Auch einige brandneue Songs, die sich weder auf "Chore..." noch auf dem gerade veröffentlichten Mailorder-only-Album "The Rock Opera Years" wiederfinden, waren ins Programm gerutscht und zeigten, dass "Chore..." definitiv kein letztes Aufbäumen einer Legende war, sondern ein Aufbruch zu neuen Ufern. Auch die Tatsache, dass Howe mit seinem neuen, windschnittigen Haarschnitt und dem für ihn ungewohnten Bärtchen auch wesentlich jünger und besser aussah als auf der letzten Giant-Sand-Tournee 1997, scheinen das zu bestätigen. Giant Sand sind eben unverWÜSTlich.

Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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